Risse in Schwungscheibe?

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

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fredi
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Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon fredi » Mittwoch 28. Januar 2009, 13:53

Hallo,

ich bin gerade dabei nen Motor etwas zu zerlegen und bin itz an der Demontage der Schwungscheibe.

Dabei fielen mir folgende Risse an der Reibfläche zur Kupplung auf:

CIMG1974.JPG



Stärkeres Reiben mit einem Lappen nebst Spiritus hat dabei nichts getan. Zu erst dachte ich an solche Reibkanten, wie man sie manchmal auf Bremsscheiben sieht, wo der Belag stehen bleibt, doch irgendwie schaut´s auch nach Haarrissen aus.
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Mossi
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 28. Januar 2009, 14:13

ja, kommt vor Materialgüte, Alter und Belastung sorgen wohl für sowas (kenn ich von unserem Coupé)

Lösung: Neue Schwungmasse oder alte eben vorsichtig abdrehen (und nicht vergessen, den Kupplungsrand (Automatenauflage) mit abzudrehen..... sonst schleifts nachher ;)
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Tommy_OAL
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Mittwoch 28. Januar 2009, 14:51

Ja - sowas gibt's. Sowohl an der Schwungscheibe als auch am Kupplungsautomaten hab ich das schon gesehen. Angeblich (hat mir vor x Jahren mal ein Jurid-Vertreter erzählt, von dem dem wir in der Werkstatt alle Kupplungs- und Bremsenteile kauften) käme das vor allem bei ständiger "kupplungsmordender" Fahrweise vor - also Anfahren mit hoher Drehzahl und wenig Gas, wie man es häufig bei älteren Fahrzeuglenkern mit bereits zurückgehenden auditiven und motorischen Fähigkeiten beobachtet. Dabei treten durch die hohe nötige Reibleistung sehr hohe Oberflächentemperaturen an allen Reibflächen der drei Kupplungsbauteile auf, die auf Dauer zu diesen Spannungsrissen führen können. (Einmalige Extremüberlastung - mit qualmender Scheibe - sei hingegen nicht so schlimm, weil da dann alles richtig "ordentlich warm" wird).

Es sei allerdings so, dass diese Oberflächenrisse die Funktion nicht beeinträchtigen - und ein Sicherheitsrisiko bestünde auch nicht ...

Gruß
Tommy
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon fredi » Mittwoch 28. Januar 2009, 16:33

Das dies keine Beeinträchtigung in Sicherheit und Funktion darstellt beruhigt mich erstmal.

Auch der Starterkranz sieht noch jungfräulich aus und so erspar ich mir das runternehmen usw. .
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Mittwoch 28. Januar 2009, 17:08

fredi hat geschrieben:Das dies keine Beeinträchtigung in Sicherheit und Funktion darstellt beruhigt mich erstmal.

Naja halt, Moment. Ob das wirklich so IST, weiß ich nicht. (Außer vielleicht, dass die Kunden, deren Skodas damals dieses Problem hatten, trotz Nicht-Beseitigung der Risse nach Wechseln der Scheibe frohgelaunt und problemlos von hinnen fuhren bis ans Ende ihrer Tage ...) - Diese Aussage war nur die unkommentierte Wiedergabe dessen, was mir vor etwa (unzähligen) Jahren der Jurid-Mann gesagt hatte ...

Gruß
Tommy
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon fredi » Mittwoch 28. Januar 2009, 17:41

OK, ich vermute aber das viele dieses Symptom haben, aber es vielleicht nicht gesehen und zum Gespräch gestellt haben.

Nach meinen Informationen stammt der Motor aus einem Wartburg mit rentnerfreier Führung.
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon olaf » Mittwoch 28. Januar 2009, 19:39

Hallo fredi

Wen Du die möglichkeit hast, gehe bitte auf N.r. sicher.
Das heist ,Scheibe raus. Man weiß nie wie lange die noch hält
Wen die Riseweiter ins Metal gehen bringt das abdrehen auch nichtz.
Der evet. Schaden am Motor-Getriebe is meist größer.

Gruß Olaf
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Mittwoch 28. Januar 2009, 20:26

Diese Scheibe ist durch Abdrehen nicht mehr zu retten. Die ist schlicht und einfach nur noch Schrott. Es ist zwar keine Bremsscheibe und auch kein Radreifen vom ICE, aber überlegt doch mal, über dieses Bauteil geht die gesamte Kraft und Last vom Motor zum Getriebe rüber.
Die Kurbelwelle hat bei Tempo 80 km/h mit ca. 3000 U/min eine ganz schöne Geschwindigkeit. Das sind dann 50 Umdrehungen pro Sekunde. Es entstehen heftige Radialkräfte, die eine nette Zerreißprobe darstellen (wir können das auch nachrechnen, müßte nur das Tafelwerk holen) und bitte, welcher "Forenratgeber" hier nimmt es dann auf sich, daß sich hier ein Kollege einen kapitalen Schaden an seinem Warti einhandelt, nur weil der sparsame Rat "so gut" war? Natürlich kann diese Scheibe auch noch 100 Jahre halten, aber dafür legt doch ernsthaft niemand seine Hand ins Feuer, oder doch!?

Das gute Stück hat seine Schuldigkeit getan und sollte nun in den Ruhestand geschickt werden. Muß das Ding erst auseinanderfliegen? Doch wohl nicht!
Es finden sich doch genügend Ersatzteile, um das zu kompensieren.

Meine persönliche Meinung - da z.Z. im Forum schnell die Gemüter aufkochen: darum müssen wir nicht wirklich diskutieren, bitte! :?

Nachtrag: Reparaturhandbuch zum Motor 353-1-B1000 von 1983, Seite 20
kscheibe.jpg
kscheibe.jpg (9.46 KiB) 11405 mal betrachtet

Zitat: "...Achtung: Wenn Rißbildung die Länge von >=15mm erreicht hat, Schwungrad aussondern."
Beste Grüße
Peter

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Kaulis-Wartburg-Kilometer » Mittwoch 28. Januar 2009, 21:01

Hallo Peter

Da hast du recht mein Onkel wolte mir auch den Kopf waschen weil ich ne Kapute schwungscheibe vom Schrot anschlepte und er hat sie gleich in die Ecke geschmissen.
bin dann nach Sitzing gefahren und habe ne neue Bekommen fur 15€ und mein Onkel schaute die an weil ich gesagt hatte das sie leichten Rost hat,und sagte es ist kein Problehm die ist Nagelneu und noch nie eingebaut gewese.

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 28. Januar 2009, 23:46

Gegenfrage Peter: hast DU schonmal irgendwann eine Solche zerschossene Scheibe gesehen oder von einer gehört?

Ich habe über genau diese Problematik mit dem damaligen Chef der Regenerierung Rostock gerdeet, daher auch mein Hinweis.

Wenn nach der Abnahme von 1-2 mm immer noch Risse sind, kann man gern über eine Verschrottung nachdenken, ansonsten möchte ich dich bitten, nicht zu diskutieren, sondern dein Tafelwerk rauszuholen und vorzurechnen, interessant wäre nämlich, wann und warum sich eine solche Dünnblechscheibe von dannen macht......

In diesem Sinne......


PS: ich habe schon einige Schäden an rotierenden Teilen gesehen und von nochmehr gehört, eine Schwungscheibe war aber noch nicht dabei.....
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 29. Januar 2009, 10:09

Ihr Lieben!

Dieses ZWF ist entstanden, weil Leute eine Plattform schaffen wollten, um sich über das Leben mit und über das Überleben des Wartburg auszutauschen, Erfahrungen weiter zu geben, in Erinnerungen zu schwelgen, Tips und Kniffe zu erhalten. Sicherlich wissen die Administratoren ein wenig mehr über die Berufsgruppen, die hier im Forum vertreten sind und es tummeln sich hier auch einige Autoschlosser,aber auch deren Ansichten zu einem bestimmten Fall können durch Ihre persönlich gemachten Erfahrungen differieren. Techniker, die sich mit der Berechnung von technischen Komponenten befassen sind sehr rar gesät, außer Daniel fällt mir da im Moment niemand ein. Alle anderen kommen aus dem ganz normalen Leben und befassen sich aus Hobby mit der technik. Sie fragen, weil sie beginnen sich mit einer Reparatur auseinandersetzen wollen und verstehen wollen. Weil sie es halt nicht wie der Autoschlosser erlernt haben und sich ihr Wissen vielleicht durch Bücher erworben haben. Eine Fotografie stellet einen Ausschnitt eines ganzen dar. Ich kann es weder etwas mal in die Sonne halten oder mit dem Fingernagel dran rumgnibbeln. Also ist eine Meinungsäusserung auch wirklich nicht umfassend anzusehen. Wenn ich also einen Rat abgebe oder etwas empfehlen möchte, dann sollte ich auch davon ausgehen, dass der Fragesteller es halt nicht besser weiß, sonst würde er ja nicht fragen. Darum finde ich es klug im Zweifelsfalle eben einen Wechsel aus einem Sicherheitsaspekt heraus zu empfehlen, auch wenn vielleicht eigene Erfahrungen etwas anderes besagen. Aber das ist dann eine Entscheidung, die ich für mich persönlich getroffen habe und die Konsequenz für mich bedacht habe.

Deshalb denke ich, liebe Wartburgfreunde, immer zuallererst die Sicherheit in den Vordergrund stellen, alles andere kommt von ganz allein :smile:

@ Rolf , nicht dass jetzt bei mir im Ranking Wogenglätter steht :razz:
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
D. Grau

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Donnerstag 29. Januar 2009, 10:22

Richtig @Mossi, solche Kräfte treten da nicht auf, bis die Scheibe "auseinanderfliegt". Wenn die Scheibe zerreisst, exisieren weder Kurbelwelle, noch Kupplung, noch Getriebe schon Lichtjahre nicht mehr. Der Motor kann nur sein max. Drehmoment und max. Drehzahl übertragen. Und das ist bekanntlich nicht so dolle.
Mir scheint hier verständlicherweise öfters mal maschinenbautechnische Vorstellungskraft von Festigkeits- und Querschnittsgrößenordnungen zu fehlen.

Klar kann man wie in diesem Fall Teile "vorsichtshalber" wechseln, nötig ist das aber sicher oft nicht.

Gerade Anfänger und Leute mit wenig technischen Hintergrund werden so viel zu oft mit "im Zweifel neu" zum Wegwurf absolut guter Teile bewogen, oder legen Umbauten viel zu massiv aus.

Gut daß die Teilesituation bei Wabu noch so gut ist wie derzeit...

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Donnerstag 29. Januar 2009, 11:11

Ich hatte in meinem 900er Motor auch so ein gerissenes Teil drin. Der Motor hatte schon 72er Schleifmaß (also das Letzte, lt. Teileliste). wenn das aber immer noch die originale Schwungmasse war, dann hat sie schon einiges von der Welt gesehen.
Ich denke dort auch wie Peter und meine, daß so etwas in den Schrott gehört. Es gibt noch welche für normales Geld zu kaufen und wenn man das sieht und eh schon alles auseinander hat, dann kann man sie auch mitwechseln.
Heutzutage werden Schwungmassen schon gewechselt, wenn sie leicht bläulich angelaufen sind.

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Donnerstag 29. Januar 2009, 12:53

Die Frage ist ob das bei Ihm nicht nach kurzer Zeit wieder so aussieht. Ich kenns jednfalls nicht so.

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Donnerstag 29. Januar 2009, 20:03

@Fredi, wartifan und mossi geben Dir die Garantie, die Du suchst! :shock:
Demnach kannst Du die Scheibe bedenkenlos einbauen. Im Falle, es entsteht ein Problem, wendest Du Dich gleich an die Verfechter "guter Teile".

Das AWE schreibt in seinem Reparaturhandbuch (1984, S. 43), daß das Nacharbeiten der Schwungscheibe bei leichten Riefen nur bis 1mm zulässig ist, dabei muß natürlich auch der Rand entsprechend angepaßt werden, damit die Kupplungscheibe, die im Neuzustand 9,1 mm betragen sollte (leider heute oft weniger) auch eine Weile benutzt werden kann. (unteres Verschleißmaß = 7mm).

Sorry, ausgerechnet mit einer geplatzten Schwungscheibe kann ich wirklich nicht dienen. Ich denke aber, daß das kein Beweis ist, daß so etwas nicht passieren könnte!
Pleuel sind auch so dimensioniert, daß sie die Kräfte aushalten und dennoch sind sie schon gebrochen! Das ist meinem Arbeitskollegen passiert. Das Pleuel guckte seitlich aus dem Motor. Der war dann total Schrott.
Mein Kupplungsautomat war für seinen Einsatzzweck auch ausreichend dimensioniert und brach - Hätte er eigentlich nicht sollen!
Beim Wartburg meiner Stiefmutter brach ein neuer Antrieb, nicht am Gelenk, sondern die Welle!
Beim Wartburg meines Vaters brach die Feder vorn rechts, der Wagen war gerade 6 Monate alt damals.
Gebrochene Rahmen, habe ich schon viele gesehen! Warum sollten die das tun, sind doch massiv?!
Zerbrochene Kolben, eine gebrochene Wartburg-Kurbelwelle, habe ich alles selbst gesehen, angefaßt, in den Händen gehalten.
Holger hatte vor einiger Zeit eine "zerfallene" Bremsscheibe, der war vorher nichts auffälliges anzusehen.
Maddin hatte einen ausgerissenen Stoßdämpfer...
Die GTÜ-Abteilung, Berlin Schnellerstr. nähe Schöneweide, die haben viele Jahre solche Teile gesammelt und auf dem Fensterbrett ausgestellt, auch solche, die man eigentlich erst im ausgebauten Zustand richtig sehen kann. Mal dort fragen, vielleicht haben die noch 'ne Schwungscheibe.

Aber das sind natürlich unpassende Beispiele, denn bei o.g. Bauteilen ist das ja beinahe normal, daß sie sich verabschieden - aber eine rissige Schwungscheibe, wie auf dem Foto zu sehen, das ist wie Schimmel am Brot, die Scheibe schneidet Oma einfach ab. :eek:

Über was diskutieren wir eigentlich? Um eine doofe Schwungscheibe für 20 Euro?
Ich bestehe nicht darauf, mit meiner Empfehlung Recht zu haben, Ihr habt Recht, was soll's! :idea:

Mossi hat geschrieben:...Wenn nach der Abnahme von 1-2 mm immer noch Risse sind, kann man gern über eine Verschrottung nachdenken, ansonsten möchte ich dich bitten, nicht zu diskutieren, sondern dein Tafelwerk rauszuholen und vorzurechnen, interessant wäre nämlich, wann und warum sich eine solche Dünnblechscheibe von dannen macht......

In diesem Sinne......

Wie Du befiehlst, ich bin jetzt still Chef!

Meinen Dank an Detlef!
Beste Grüße
Peter

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon fredi » Donnerstag 29. Januar 2009, 20:08

Da hab ich ja was losgetreten...

FRIEDEN, FREUNDE!



Die Frage weiterhin ist ja, ob sich solch Fehlerbild häufiger zeigt und wer von euch evtl. auch schon hatte oder gesehen hat.

Austausch ist erstmal kein Problem, nehme wie gesagt den Starterkranz runter und vielleicht bricht´s dann schon in ein paar Teile. Vielleicht mach ich auch noch ein paar mehr Bilder und nehme als quintessenz das ding mal auf ein Treffen mit - nur so zum kieken, oder wenn die Schrottpreise wieder steigen als Eintrittsgeld :lol: .
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon WartburgPeter » Donnerstag 29. Januar 2009, 20:13

Bei allen Fahrzeugen, die ich betreute, selbst besaß und gefahren bin, hatte ich das nur einmal. Die Scheibe habe ich damals ausgetauscht. Meiner Ansicht nach ist das kein Fehler, der mit Selbstverständlichkeit wiederkehrt oder hingenommen werden muß.
Beste Grüße
Peter

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Schröni » Donnerstag 29. Januar 2009, 20:51

wartifan hat geschrieben:Mir scheint hier verständlicherweise öfters mal maschinenbautechnische Vorstellungskraft von Festigkeits- und Querschnittsgrößenordnungen zu fehlen


Eben... und dann weist du ja auch, daß man mit Sicherheiten und etlichen Faktoren rechnet, weil bsw. niemand dir garantiert das nicht doch irgendwo versteckte Materialfehler (im Kristallgefüge) sind!! Selbst auf Herz und Nieren geprüfte Triebwerksteile von Flugzeugen sind schon "zerflogen" weil Spannungsrisse auftraten und da wird bekanntlich mit Sicherheiten >1,5 gerechnet...

Macht nicht den Fehler und verwechselt rein statisch beanspruchte Teile mit dynamisch belasteten - der Unterschied ist gewaltig!!
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Oliver R. » Donnerstag 29. Januar 2009, 23:37

fredi hat geschrieben:Die Frage weiterhin ist ja, ob sich solch Fehlerbild häufiger zeigt und wer von euch evtl. auch schon hatte oder gesehen hat.


Also ich habe auch 2 solche Exemplare noch zu Hause liegen. Zum wegwerfen fand ich die aber bisher noch zu schade. Ich werde die bei Gelegenheit mal abdrehen lassen. Jedenfalls den besagten 1mm, den das Handbuch her gibt. Und dann mal werden wir mal sehen.
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Mossi » Freitag 30. Januar 2009, 00:00

höre ich da im Hintergrund was schnappen?

Dann nochmal zu Faktenlage:

Nach Aussage Handbuch 1mm ok --> geh ich mit.

Nur 2 Sachen stören mich noch.

1: prinzipielles Wegschmeißen als Tip von jemandem der sonst eigentlich auch erst eine Weile drüber sinniert ob Wegschmeißen oder Aufarbeiten sinvoll ist.
(wiederum hat das selbe Forenmitglied 3 Themen weiter unten auch seinen Teil zum Thema masseerleichterte Schwungmasse beigetragen..... Zufall oder Absicht?
Sind vermutlich 2 voneinder völlig unabhängige technische Betrachtungen...... :grübel:

2: bei einer "unbekannten" Schwungmasse kommt bei penibler Betrachtung noch ein Auswuchten dazu, es ist also mit den 20,- € nicht getan.....

und dann die Aussagen an sich:

Angebot von Peter: "......wir können das auch nachrechnen, müßte nur das Tafelwerk holen....."

Bin ich jetzt der Böse der das Angebot auch dreisterweise annimmt? Vielleicht sollte man einfach in der Angebotsphase vorsichtiger agieren......

"Wie Du befiehlst, ich bin jetzt still Chef!" Hast du irgendwie nen schlechten Tag gehabt um dich in solche (sonst eigentlich eher unüblichen) plumpen Persönlichkeiten stürzen zu müssen?
Wenn es an dem ist, mein aufrichtiges Beileid......
Oder doch nur profaner Argumentemangel?

in diesem Sinne...... schönen Abend noch.....

PS: ein Kolben ist kein Rotationsteil...... ein Pleuel auch nicht... und 8 kg schwere, mehr als 2-3 cm dicke Bremsscheiben hab ich beim PKW mit 100 Nm und vielleicht 4000 U/min auch noch nicht gesehen.....
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Freitag 30. Januar 2009, 11:57

@Schröni : eben, womit du mir wiederum recht gibst. Natürlich gibt es massenhaft Bruch, wo laut Berechnung und Sicherheit keiner auftreten sollte. Stichwort Matieralstreuung- und Fehler.
Da wir das aber allesamt sowieso immer erst hinterher wissen, könnten wir nie mehr Auto fahren oder bestenfalls Panzer - und auch die gehen mal kaputt.
Da ich davon ausgehen das die Risse in der Scheibe nur minimal tief sind, einige Zehntel mm vielleicht, sehe ich keine Schwierigkeiten die mal abdrehen zu lassen oder auch so zu verbauen, wenn man sich den Auffwand dafür antun sollte.
Millimetertiefe Risse würde ich natürlich auch nicht verbauen, einfach weil sichs nicht lohnt.
Mir gings nicht um die dämliche Scheibe, sondern um Grundsätzliches, da wir im Forumsbereich Querlenkerbolzen und Bremsflüssigkeit ähnlich geartete Probleme diskutieren.

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Schröni » Freitag 30. Januar 2009, 15:36

wartifan hat geschrieben:Da wir das aber allesamt sowieso immer erst hinterher wissen, könnten wir nie mehr Auto fahren oder bestenfalls Panzer


Naja, das glaube ich weniger.... ich denke das die Herren Ingenieure im AWE die Teile schon so ausgelegt haben mit allen Sicherheiten (+Lebensdauer >30 Jahre).... vorzeitige Ermüdungserscheinungen schiebe ich daher in die Schublade Materialfehler...
Zurück zur Scheibe, die Spuren sehen für mich nicht wie Risse, sondern eher nach selektiver Korrosion aus.
Und wie tief die in das Material hineingeht- großes ? - möglich, daß du die nach abdrehen mit dem bloßen Auge nicht mehr, aber unter dem Mikroskop doch noch erkennst.... mir wäre das zu heiß, ein neues Getriebegehäuse/Motorblock ist sicher um einiges teurer als heute eine Schwungmasse

PS: beim Querlenkerbolzen würde ich mir nur Gedanken um die Dauerfestigkeit machen... durch das Fahrwerk bekommst du unterschiedlichste Vibrationen und dann die Kerbwirkung durch das geschnittene!! Gewinde.... Kannst du Querkräfte völlig ausschließen?? (Relaxation des Bolzens)
der Optimist: es ist voll - der Pessimist: es ist leer - der Ingenieur: es ist doppelt so groß wie nötig

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Freitag 30. Januar 2009, 15:48

ich denke das die Herren Ingenieure im AWE die Teile schon so ausgelegt haben mit allen Sicherheiten


Naja, sicher haben sie das. Deswegen braucht man sich ja auch nicht son Kopp machen.

beim Querlenkerbolzen würde ich mir nur Gedanken um die Dauerfestigkeit machen... durch das Fahrwerk bekommst du unterschiedlichste Vibrationen und dann die Kerbwirkung durch das geschnittene!! Gewinde.... Kannst du Querkräfte völlig ausschließen?? (Relaxation des Bolzens)


Siehe meine Antwort dort.

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 31. Januar 2009, 12:40

Auch noch bisschen Senf, ohne jemandem ans Bein pinkeln zu wollen ...

Also - ich wollte mit meiner weitergegebenen Aussage des damaligen Jurid-Knaben, von der ich selbst mich hinreichend distanziert zu haben dachte, bestimmt keine Gräben aufreißen; und auch bestimmt niemanden zu gefährlichem Verhalten überreden. - Sachlich bin ich, so sehr ich Peters Argumentation dem Wesen nach folgen kann (es geht um ne Scheibe für 20 Eumel, nicht um Goldstaub! - Also wozu das Gelaber?) aber auf Mossis Seite. - Mal von prinzipiellen her ...

Aus dem Runder zu laufen scheint mir die Unterhaltung, was die "Auslegung" der Materialstärken an der Schwungscheibe angeht. - Daran ist erstmal NICHTS auf die zur übertragenden Kräfte ausgelegt. Das Ding ist nicht deswegen so dick, sondern weil es schwer sein SOLL, um eben als Schwungmasse zu dienen (wobei viel Masse außen - möglichst goßer Druchmesser - sein sollte, weil sie da mehr "hilft").
Wer schon mal die Schwungscheibe eines Autos mit Wandlerautomatik in der Hand hat (da hat die "Scheibe" selbst etwa 1- 1,5 mm Stärke; nur außen ist eine Verdickung, damit man den Wandler anschrauben und den Anlasserkranz auf irgendwas aufziehen kann) weiß, was ich meine.
Dazu kommt: Selbst wenn wir vom völlig unrealistischen Szenario ausgehen, dass der "mittlere" Bereich der Scheibe, wo eben die Reibscheibe reibt und die Risslein auftreten, auf ihrem gesamten Umfang und in ihrer gesamten Materialstärke rundherum abreißt - was ich nicht nur aufgrund der Materialstärke, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass sich diese oberflächlichen Spannungsrisse stets nur in radialer Richtung bilden, ausschließen würde - dann wäre die Scheibe damit immer noch nicht explodiert: Der äußere "Ring", also die effektive HauptschwungMASSE würde in JEDEM Fall ganz bleiben. Allenfalls würde dann also dieser Ring nebst Zahnkranz und dem draufgeschraubten Automaten nach dem Abriss noch ein bisschen exzentrisch bis lose in der Kupplungsglocke herumtoben, bis er (bei aktivem Freilauf sehr rasch, sonst erst bei Stillstand das Autos oder Schalten auf Leerlauf) zur Ruhe gekommen ist ...

Und dann? Das Auto fährt nicht mehr. Ansonsten ist die Glocke innen vergnaddelt, man braucht eben eine neue Schwungscheibe; außerdem hat's wahrscheinlich das Anlasserritzel verdengelt ... und wenn man viel Pech hat, außerdem die Getriebeeingangswelle verbogen oder gefetzt.

So what? - Etwaige prinzipielle Safety-First- und Vollkasko- und Airbagmentalitäten in allen Ehren - aber ich habe da immer noch kein Sicherheitsrisiko entdeckt - im völligen Gegensatz zu Querlenkerschrauben, Traggelenken, Bremsbackenhaltefedern, Spurstangensicherungsblechen und was dergleichen mehr ist ...

Ich wäre gern bereit, das Ding nächste Woche mal grob durchzurechnen, wenn mir jemand die genauen Abmaße der Scheibe gibt (ich hab gerade keine einzelne rumliegen) ... Nur zu akademischen Zwecken; Sinn oder irgendwelche überraschenden Ergebnisse erwarte ich nicht ...

Gruß
Tommy (D.u.W.!) Bild
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Danny76 » Sonntag 1. Februar 2009, 22:59

Für alle die nicht glauben das so eine Schwungscheibe auseinander fliegen kann :smile: klick: http://trabimaker-ostberlin.de/index.php?option=com_joomgallery&func=detail&id=366&Itemid=10

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Sonntag 1. Februar 2009, 23:17

Gut Danny, aber ich denke, dass gerade bei solchen Umbauten auch eine Desachsierung von Kurbelwelle und Getriebeeingangswelle durch einen nicht absolut passigen Getriebeadapter zum vorzeitigen Ausfall der Schwungmasse führen kann. Solche Schäden passieren auch bei modernen Fahrzeugen, weil zum Beispiel in der Produktion die Führungsbolzen der Kupplungsglocke vergessen wurden einzusetzen.

Trotzdem danke für die Fotos, denn sie dokumentieren hervorragend das mögliche Ausmaß eines Schwungmassenschadens :smile:
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
D. Grau

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Montag 2. Februar 2009, 03:40

Danny76 hat geschrieben:Für alle die nicht glauben das so eine Schwungscheibe auseinander fliegen kann klick: ....


Beeindruckend!

Allerdings hatte ich auch nicht den Eindruck, dass hier jemand behauptet hätte, die Schwungscheibe und Kupplung an sich seien unzerstörbar. Sondern es war nur im Raum gestanden, ob thermisch bedingte, in radialer Richtung verlaufende Oberflächenrisse in der Reibfläche der Schwungscheibe zu einem solchen Schaden führen könnten ...

Mich würde sehr interessieren, wie es zu dem gezeigten Kupplungs-GAU kam. Ich habe auf der Seite auch auf die Schnelle keine Infos dazu gefunden - hat jemand welche?

Ich würde mindestens einen groben Umwuchtschaden unterstellen - DAS ist, im Gegensatz zu den maximal 100 transportierten Nm, meiner Meinung nach ein oft unterschätzter Belastungsfaktor ... Vielleicht hatte man das Pilotlager "vergessen" und die Getriebeeingangswelle war ins "Schnarren" gekommen, samt Reibscheibe? - Und dann hatte der Automat die Reibscheibe in "exzentrischer" Stellung festgeklemmt? - Ausgegangen scheint mir der Bruch von der Mitte, sozusagen von der Nabe aus (was ja auch der schwächste und kritischste Punkt ist). Vielleicht ist auch was "reingekommen" - im Sinne einer plötzlichen mechanischen Blockade? Der Zahnkranz vielleicht, der sich abgelöst hatte? Oder wieso liegt der da noch unbeschädigt rum auf DIESEM Bild?? Und was liegt da überhaupt noch für'n komischer Ring daneben? Oder irgendwie was vom Anlasser (weil irgendein Adapter oder der Zwischenflansch nicht so hinhaute vielleicht ...?)

Interessant finde ich nebenbei die Struktur der Bruchstücke. Das ist was sehr sprödes, irgendein Grauguss oder sowas, kein Stahl ... Hätte ich jetzt mal nicht vermutet. Ich hätte gedacht, dass das Material viel zäher ist ... Wieder was gelernt ...

Gruß
Tommy

(der sturköpfig weiterhin nicht an die Möglichkeit der Auslösung eines solchen Schadens durch die kleinen Risschen des Eingangsposts glaubt)
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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon wartifan » Montag 2. Februar 2009, 09:37

Danke @Tommy. Sonst müssten wir hier ja alle plötzlich Angst um unsere Schwungscheiben kriegen. Und das nach all den Jahrzehnten!

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon ifa_alex » Dienstag 28. Februar 2017, 19:15

Hallo,

stelle meine Frage mal hier rein.
Nach längerer Zeit die ich mit einer gelegentlich stark rupfenden Kupplung gefahren bin, habe ich vergangenen Sonntag mal den Motor meines Wartburg ausgebaut und mir die Kupplungskomponenten angesehen. Auf dem Schwungrad fand ich an einer Stelle leichte Haarrisse, die ich nun erstmal versuchen werde, durch nachsetzen zu egalisieren.
Frage ist nun, ob das Schwungrad danach gewuchtet werden muss? Was meint ihr?
Im Reparaturhandbuch steht des weiteren, dass ein Seitenschlag von bis zu 0,1mm zulässig ist. Was ist damit gemeint?

Danke im Voraus!
IMG-20170225-WA0035.jpg

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Re: Risse in Schwungscheibe?

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 1. März 2017, 12:50

ifa_alex hat geschrieben:....Frage ist nun, ob das Schwungrad danach gewuchtet werden muss? Was meint ihr?...

Grundsätzlich gesehen erst einmal nein, denn der Materialabtrag sollte ja gleichmäßig erfolgen und ist außerdem gering, die "Gewichtsverteilung" innerhalb der Scheibe wird hierdurch wohl kaum verändert, auch dann nicht, wenn Du den Scheibenrand gleich auf Nennmaß nachsetzt (was zu empfehlen ist). Anders sieht es jedoch aus, wenn man danach fragt, ob man durch ein Wuchten gleich Nägel mit Köpfen machen will. Hier ist dies aus meiner Sicht auf jeden Fall dann zu empfehlen, wenn Kurbelwelle und Schwungscheibe nicht zusammen ab Werk gewuchtet wurden und die Scheibe quasi eine "Einzelstück" ist. Durch moderne Maschinen sind hier heute schon fast Wunder möglich (bei mir z.B. incl. Starterkranz und Kupplungsautomat bis auf 63,8 mg). Gehören jedoch Deine Kurbelwelle und Schwungscheibe zusammen, sind daher im Werk gemeinsam dynamisch gewuchtet worden, dann verbietet sich jetzt eine einzelne Wuchtung der Scheibe, dies würde das Verhältnis verschlechtern.

Im Reparaturhandbuch steht des weiteren, dass ein Seitenschlag von bis zu 0,1mm zulässig ist. Was ist damit gemeint?

Man hätte auch Axialschlag dazu sagen können, aber denk mal an das Vorderrad Deines Fahrrades (falls Du eins hast), wie weit dies seitlich schlägt, wenn Du das Fahrrad vorn mal hochnimmst, das Rad drehst, von oben mal draufschaust und feststellst, wie weit das Teil dann doch zur Seite schlägt :smile:
Lieber Old School als gar keine Erziehung.


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