Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

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Wartburgbauer
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Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Dienstag 4. Juni 2019, 22:45

Ich habe heute für meine Schwester eine Tischkreissäge gekauft, mit Drehstromanschluss.

Sie läuft für meine Begriffe etwas zu langsam. Ob es sich dabei um einen Konstruktiosfehler auf der mechanischen oder elektrischen Seite handelt, weiß ich nicht.

Der Motor ist für meine Begriffe im Stern geschaltet, der Schalter schaltet nur die drei Phasen an oder aus.

Ist es möglich und sinnvoll, den Motor auf Dreieckbetrieb umzuklemmen oder eienen entsprechenden Umschalter zum Umschalten nach dem Anlaufen einzubauen?
Soweit ich weiß, komme ich damit aber auch nicht zu mehr Drehzahl, sondern nur zu mehr möglichem Drehmoment, oder?

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Thilo.K
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Mittwoch 5. Juni 2019, 00:20

Auf alle Fälle ziemlich alt das Ding. Normalerweise kamen von Rafena vorwiegend nur Fernseher. Zumindest bis 1965.
Findet man zufällig mal einen Drehstrommotor von Rafena, dann ist dieser wirklich "älter als die Steinkohle".
Ich habe hier einen Rubens stehen, der ist auch von 1957. Einer der Letzten seines Typs.
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 5. Juni 2019, 00:28

Wartburgbauer hat geschrieben:... Sie läuft für meine Begriffe etwas zu langsam. Ob es sich dabei um einen Konstruktiosfehler auf der mechanischen oder elektrischen Seite handelt, weiß ich nicht....

Das ist ein stinknormaler billiger Asynchronmotor, der läuft mit der auf dem Typenschild angegebenen Drehzahl und quasi immer der Netzfrequenz etwas hinterher (Schlupf). Typische Werte für Asynchronmaschinen sind knapp 3000/min, knapp 1500/min, knapp 1000/min und knapp 750/min (Formel: n = fx60/Polpaarzahl - Schlupf). Willst Du daran etwas ändern, musst Du die Maschine über einen Frequenzumrichter betreiben. Einer Drehzahlerhöhung sind dann aber auch relativ enge Grenzen gesetzt, denn man kommt bei höheren als der Nennfrequenz in den sogenannten "Feldschwächbereich", hier sinkt dann das abgegebene Drehmoment. Ein Konstruktionfehler auf der elektrische Seite liegt also nicht vor.

Der Motor ist für meine Begriffe im Stern geschaltet, der Schalter schaltet nur die drei Phasen an oder aus
.
Jo :smile:

Ist es möglich und sinnvoll, den Motor auf Dreieckbetrieb umzuklemmen oder eienen entsprechenden Umschalter zum Umschalten nach dem Anlaufen einzubauen?

Nö, die zulässige Spannung über einer Wicklung beträgt bei Deinem Motor 220 (230) V. Durch die Sternschaltung, bei welcher immer zwei Wicklungen in Reihe zwischen die jeweiligen Außenleitern (L1/L2/L3) geschalten sind, ergibt sich die Spannung über der Wicklung aus der Netzspannung von 400V geteilt durch den Verkettungsfaktor (die Wurzel aus 3) von 1,73 = 230 V. Schaltest Du den Motor jetzt aber im Dreieck, hängen die Wicklungen plötzlich an 400V. Da mag bzgl. der Isolation ja vielleicht noch gehen (bei Deinem alten Teil -nixwissen-), aber der aufgenommen Strom steigt stark an und das Teil wird thermisch überlastet und brennt ziemlich schnell durch. Hier mal ein schnell geschossenes, erläuterndes Bildchen:

Stern-dreieck.JPG


Soweit ich weiß, komme ich damit aber auch nicht zu mehr Drehzahl, sondern nur zu mehr möglichem Drehmoment, oder?

Zur Drehzahl siehe oben und an sonst ist es eher umgekehrt. Ein Sterndreieckanlauf wird angewendet um den Anlaufstrom zu begrenzen (bei Direktanlauf kann dieser schon mal in Abhängigkeit von der Last in den Bereich des Kurzschlußstroms gelangen :smile:), auf den Typenschildern solcher Motoren für unsere 400V Drehstromnetz (früher 380V) sollte dann aber ΔΥ 380/660V bzw. 400/690V stehen :shock:
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon Wartburgbauer » Mittwoch 5. Juni 2019, 08:24

Demnach wäre der Betrieb in Dreieckschaltung am Netz gar nicht zulässig, sondern nur, wenn man auch im Dreieck über jede Wicklung nur 220V anlegt?

Erreicht er seine Nennleistung in der jetztigen Sternschaltung?

Was heißt hier alt? Ich vermute, Du bist älter. [smilie=hi ya!.gif] -roll- :-|

Naja, dann geht es jetzt auf der mechanischen Seite weiter. Größeres Sägeblatt (akutell ist so ein 36cm-Winzling drauf) und dann vllt. nochmal mit den Riemenscheiben spielen, falls notwendig.

Habe gestern erstmal die beiden Räder zum Fahren der Säge mit dem Autogenbrenner heiß gemacht, sodass ich sie mit dem Abzieher runterbekomme habe, von der Achse. Pertinaxbuchse auf Stahlachse sollte man eben gelegentlich doch mal abschmieren... [smilie=hi ya!.gif]
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 5. Juni 2019, 08:54

Wartburgbauer hat geschrieben:Demnach wäre der Betrieb in Dreieckschaltung am Netz gar nicht zulässig, sondern nur, wenn man auch im Dreieck über jede Wicklung nur 220V anlegt?...

Richtig wäre am 230/400 V Netz ist es nicht zulässig. Früher waren aber -in abgelegenen Gegenden- durchaus auch 127/220 V - Drehstromnetze gebräuchlich, da wäre es gegangen.

Erreicht er seine Nennleistung in der jetztigen Sternschaltung?

Jo!

Was heißt hier alt? Ich vermute, Du bist älter. [smilie=hi ya!.gif] -roll- :-|

Der Motor ist genau so alt wie ich und meine Isolation ist auch nicht mehr die Beste :oops:

...Pertinaxbuchse auf Stahlachse sollte man eben gelegentlich doch mal abschmieren... [smilie=hi ya!.gif]

--> mein Reden, siehe Diskussion B1000
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Donnerstag 6. Juni 2019, 20:47

Die Drehzahl steht doch drauf 1430 U/min. Was sagt ein Datenblatt eines aktuell handelsüblichen Apparates zu Drehzahlen?
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 6. Juni 2019, 21:53

Tomtom hat geschrieben:Die Drehzahl steht doch drauf 1430 U/min. Was sagt ein Datenblatt eines aktuell handelsüblichen Apparates zu Drehzahlen?

z.B. 1430 U/min:

1430.JPG

:shock: :shock: :shock:
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 7. Juni 2019, 03:33

Ich habe auch die Spannung und den Strom gelesen :

Δ = 230 V * 14,1 A = 3,243 kW
Υ = 400 V * 8,14 A = 3,256 kW

Gerechnet für einen Wirkungsgrad von 100 % und einem Leistungsfaktor cos Phi = 1.
Woher da 4,0 kW kommen und dann noch an der Welle ... ?
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Schonwieder nicht Wartburg - Stern/Dreieck-Schaltung

Ungelesener Beitragvon bic » Freitag 7. Juni 2019, 09:37

WABUFAN hat geschrieben:Ich habe auch die Spannung und den Strom gelesen :

Δ = 230 V * 14,1 A = 3,243 kW
Υ = 400 V * 8,14 A = 3,256 kW

Gerechnet für einen Wirkungsgrad von 100 % und einem Leistungsfaktor cos Phi = 1.
Woher da 4,0 kW kommen und dann noch an der Welle ... ?


Da hast du den Verkettungsfaktor vergessen :smile: --> Pwelle=(U*I*cosPhi*√3)*ηWelle/Elek., dann passt das, zumal die Angaben typisiert sind (z.B. nach IEC 60034-ff) - der obigen Motor z.B. erfüllt die Wirkungsgradklasse IE2.
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