Zündspulen reparieren

Zündung, elektronisch oder mechanisch, EBZA, Steini und ähnliche Systeme

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WABUFAN
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Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 17. September 2013, 06:44

Da die Zündspule vergossen ist, ist eine " innere Reparutur " unmöglich.

Folgendes Fehlerbild hatte ich :
Nach kurzer Fahrstrecke fällt Zylinder 3 aus. Dann wieder setzt er ein - später fällt er wieder aus.
Da ich einen LED - Aufbaudrehzahlmesser habe und der am Zylinder 3 ( 1 c ) angeschlossen ist, wurde keine Drehzahl angezegt. Es fehlte der Zündfunke.
Fehlersuche mit einer Prüflampe vom Anschluss 1 c der EBZA2s nach Masse ergab dauerleuchten oder kein leuchten.
Mit einem Multimeter im 20 V - Bereich den Anschluss 7 c der EBZA2s gemessen. Dort liegen die Impulse vom Geber an.
Welch ein Wunder - die angezeigte Spannung war Negativ !
Ich wundere mich und das kann doch nur ein Masseproblem sein.
Da von meinem Motorzylinderkopf zum Zündspulenhalter ein Kabel 10 mm² geht, unwahrscheinlich das dort der Fehler ist bei 0,0 V Spannungsabfall.
Vom Zündspulenhalter zur EBZA2s geht ein Massekabel 1,5 mm².
Auch dort habe ich 0,05 V Spannungsabfall.
Aber an der EBZA2s Anschluss 15 und Gehäuse ist die negative Spannung zu messen !
Und nur, wenn die Kerze keinen Funken hat.
Die Zündspule mit Kerze im Stecker per Masseschluss aufgeheizt. Nach ca. 7 Minuten springt an der Kerze ein Funken über und die Zündspule hat einen unendlichen Widerstand zwischen 1 + 15. Also eine primäre Unterbrechung !
Die Zündspule getauscht und der Fehler ist behoben.

Die Zündspule mit Spiritus gereinigt.

ANSCHLUS.JPG

An der defekten Zündspule die Anschlüsse 1 + 15 demontiert.
Die Abdeckbleche mit Sandpapier von Oxydresten gereinigt.

CU_PASTE.JPG

Mit Federringen und Kupferpaste die Kontaktgabe verbessert.

FERTIG.JPG

Dann die Zündspule an 12 V gelegt und sie setzt nach Erwärmung nicht mehr aus.

Ursächlich war bei Erwärmung schlechte Kontaktgabe der Kupferkabel der Primärwicklung unter den Blechteilen der Anschlüsse 1 + 15.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 25. Oktober 2013, 09:14

Zu Früh gefreut - nach 20 km Strecke war der Fehler wieder da ... !
Drehzahlmesser zeigt 0 U/min an und Zylinder 3 hat keinen Funken !

Vorgestern Fehlersuche ....
Die Spannung an 15 der EBZA2s ist zeitweilig negativ !
Dort sollten immer + 14,x Volt anliegen.
Wenn eine negative Spannung auftritt, kann nur eine Zündspule diese liefern.
Denn - öffnet der Unterbrecher, entsteht ein Schwingkreis aus Zündspule mit 1,55 mH(enry) Induktivität und Unterbrecherkondensator 0,22 µF.
Der Kontakt ist in de EBZA2s durch einen Transistor ersetzt.
Die negative Spannung entsteht beim Öffnen des Unterbrechers und erreicht bei vorhandener Zündkerze um die Minus 180V.
Was ist wenn der Kondensator 2,2 µF / 250V= zwischen Anschluss 15 der Zündspulen und Masse einen zeitweiligen Schluss hat ?
Dann bricht das Magnetfeld der gerade eingeschalteten Zündspule zusammen. Diese liefert einen Funken an der Kerze und ich kann die Minus 180 V messen.
Also den Kondensator ausgebaut. Mit einem Ohmmeter kann ich diesen Aufladen und auch entladen.
Sicherheitshalber an einem 24 V - Ladegerät in Reihe meiner 3 W - Prüflampe angeschlossen. Wäre er defekt, müsst diese Aufleuchten.
Das aber tut sie nicht.
Und nun ?
Die Prüflampe an Masse und jeden Anschluss 1 der Zündspulen ( gleich 1a, 1b und 1c der EBZA2s ) berührt und der entsprechende Zylinder hat keinen Zündfunken mehr.
Da der Motor läuft flackert sie entsprechend der Zündimpulse. Aber bei Zylinder 2 ist sie im Durchschnitt heller !
Und das bedeudet das die Zündspule 2 einen primären Schluss hat ! Denn nach kurzer Zeit ist die Prüflampe gleich hell wie Zylinder 1 + 3. Und : Das Multimeter zeigt keine negative Spannung an 15 der EBZA2s an !
Die Zündspule 2 getauscht und der Fehler ist weg.
Die ausgebaute Zündspule also hatte zeitweilig einen primären Windungsschluss und hatte dann keine 5 Ohm mehr.
Ich habe sie dann doch gemessen und sie hatte ihre 5 Ohm.
Baujahr der Zündspule : 09/1977. Also vom " Erstausrüster " ...

Eigendlich ist es unlogisch, das eine defekte Zündspule vom Zylinder 2 ( der auch noch funktioniert ) den Leistungsteil der Zündspule 3 ausfallen lässt ... !
Nach 100 km Strecke kein Ausfall des Zylinders 3 mehr.

Nun frage ich den ZWF - Betriebselektriker was er daszu sagt ...
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 23. Dezember 2013, 06:24

Die Fehlersuche geht weiter :
Zylinder 3 fällt sporadisch aus.
Geber 3 3 x getauscht, komplettes Unterbrecherteil getauscht, neues 5 adriges Kabel Geber zum Leistungsteil angefertigt und montiert ---> Fehler bleibt ...
Fehler tritt gerade auf und ich klopfe etwas heftig auf das Gehäuse des Leistungsteiles und siehe da, seit dieser " Behandlung " fällt der Zylinder 3 nicht mehr aus ... !
Leistungsteil auf die elektrische Werkbank.
Nur ein Abstandshalter zur Grundplatte wird für die Masseverbindung genutz. Der ist von oben gesehen links oben neben den Leistungstransistoren.
Für eine stabile Masseverbindung wäre ein Anschluss des Massekabels mit AMP - Stecker am besten ...
Eine weiter Verbindung wäre ja vom Platz her neben den Anschlüssen 1a ... 1c zu den Zündspulen.
Zwei Leiterplatten übereinander gelegt und ...

Vergleich_LP.JPG

... und es gibt Unterschiede.
Obere Leiterplatte von links :
- der erste Anschluss ist unbestückt und endet in einem Lötauge für ein Bauelement. Warum ?
- Anschluss 7 a ... 7 c zu den Gebern.
- Anschluss 15 zum Zündschalter
- Leerstelle
- Anschluss 15g zu den Gebern 6 V

Untere Leiterplatte :
- die Anschlüsse 7 a ... 7 c, 15 und 15 g sind folgend ohne Freistelle.
- rechts vor 1 c ... 1 a aber ist ein unbenutzte Stelle mit Leiterzug zu sehen und das ist eine Masse.
Die Leiterplatte hat die Bohrungen für einen AMP - Stecker lötbar.

LP_Loch_Vorhanden.JPG

Aus einer Schrottanlage den Stecker demontiert.

LP_Kein_Loch.JPG

Bei einer anderen Anlage aber fehlen die Bohrungen auf der Leiterplatte.

MASSE_1.JPG

Geschaffen für eine zusätzliche Masse ...

Anschluss_Neu_Nasse.JPG

Gleich eingelötet.

Lötstelle.JPG

Anschliessend noch einmal mit Belastung getestet.

MASSENEU.JPG

Der neue Masseanschluss.

Mal sehen, ob der Fehler weiterhin auftritt ....
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon der Janne » Montag 23. Dezember 2013, 21:31

Interessantes Thema.

Ich habe mich vorhin nur gewundert was du mit "AMP" meinst.

AMP/Tyco ist ein Hersteller dieser Kontaktform, soweit richtig.
6,3mm FASTON wäre die richtige "englische" Bezeichnung, oder deutsch "6,3mm Flachstecker für Platinenmontage".

Sorry, soll kein "Klugscheissen" sein, aber wer so etwas nachbauen will, sucht sich sonst bei den Elektronikhändlern einen Wolf.
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Montag 23. Dezember 2013, 21:56

Das wird das Problem aber nicht beheben.
Betrifft nur einen Kanal, daher kann es nicht an der Masse liegen. Ich gehe eher davon aus, daß dort irgendwo ein Haariss oder ein taubes Bauteil drinne ist. Z.B. ein Widerstand, wo die "Widerstandswicklung" mal unterbricht oder nicht.
Die Platine ist ja sehr wärmegeplagt , da kann sowas schon einmal passieren.
PS:
In der Platine die Du zeigst (mit rotem Pfeil) da ist deutlich ein Querbruch bei den Steckern? Das ist die Spenderplatine oder diejenige die aufgebaut wird?
Hast Du einmal etwas Gutes gefunden, mußt Du es pflegen!

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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 24. Dezember 2013, 00:18

Hallo,

hatte auch immer Aussetzer. Habe alle Transistoren neu isoliert und verlötet. Schraubenbefestigungen neu mit Zahnscheiben gemacht. Einen Transistor gewechselt und einen Großteil der Lötverbindungen nachgelötet.
Sieht nicht sehr schön aus, funktioniert aber schon lange Zeit.
Freundliche Grüße
Hanner



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Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 24. Dezember 2013, 06:59

TomTom - das ist eine Spenderplatine.
Hanner - Fehler sind die Verschraubungen der Leistungs - Hochvolt - Transistoren SU 177 ( SD 812 ) und ein defekter SD 335 nach Kurzschluss 15g nach Masse oder anlegen der 12 V ( 15 ) versehentlich.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Hanner » Donnerstag 26. Dezember 2013, 18:00

Hallo Andreas,

genau. Der SD 335 muß aber nur gewechselt werden, wenn die Geberspannung fehlt?!
Freundliche Grüße
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Autolali » Donnerstag 26. Dezember 2013, 23:01

Muss man in der heutigen Zeit - wo man solch Verschleißteile für kleines Geld bekommt reparieren ?
Altbestände hat doch jeder noch rumliegen-Oder ?
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Freitag 27. Dezember 2013, 21:40

Autolali hat geschrieben:Muss man in der heutigen Zeit - wo man solch Verschleißteile für kleines Geld bekommt reparieren ?
Altbestände hat doch jeder noch rumliegen-Oder ?


Naja, Zündspulen müssen schon ersetzt werden, da "Black-Box"- Bauteil.

Beim Leistungsteil machts schon Sinn, besonders wenn man ein
E-Freak wie der Andreas ist. :smile:
Alte (auch unbenutzte) Elektronikbauelemente müssen sich nicht
immer verwenden lassen, da deren Parameter sich von alleine verändern
können. > Elektronik verschleißt zwar nicht, altert dafür aber.

Gruß Thilo
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."

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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Autolali » Sonntag 29. Dezember 2013, 16:16

Da gehe ich mit Tilo.
Treuer Wartburgfahrer aber Russen fahren fetzt auch

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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Hanner » Sonntag 29. Dezember 2013, 20:57

Hallo,

ich finde, eine Reparatur lohnt sich schon. Eine neue Anlage kostet ja auch nicht wenig?! Dann noch der
Umbau. Führe die reparierte Anlage als Ersatz mit. Die zu tauschen geht schneller, wie einen Unterbrecher
wechseln.
Freundliche Grüße
Hanner



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Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 30. Dezember 2013, 08:25

Hanner hat geschrieben: ... Hallo Andreas, genau. Der SD 335 muß aber nur gewechselt werden, wenn die Geberspannung fehlt ? ! ...

Nicht unbedingt - die Zenerdiode kann auch Schluss nach Masse haben.
Oder der Widerstand + 12 V ( 15 ) zur Z-Diode und Basis des SD 335 hat eine Unterbrechung.
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon pinokio » Dienstag 7. Januar 2014, 19:07

Ich habe heute mal meine Zündspulen gemessen die ich noch in meinen Bestand habe ,es handelt sich um ca.15 Spulen alle 12 Volt.
Ich habe wie im Net beschrieben das Messgerät auf 20 ohm eingestellt, der Wert den ich ablesen konnte liegt bei den meisten Spulen bei 9,35.
Angeschlossen habe ich einmal auf Klemme 1 und am Zünspulenausgang (Zündkabel).
Nun meine Frage , wie hoch solte der Wert sein ,es sind auch Spulen dabei die einen niedrigeren Wert anzeigen oder garkeinen.

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Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Donnerstag 9. Januar 2014, 07:21

Zündspule 12 V :
Anschluss 1 - 15 : ca. 5,0 Ohm ± 0,5 Ohm
Anschluss 1 - 4 : ca. 9,0 kOhm ± 0,5 kOhm

Zündspule 6 V :
Anschluss 1 - 15 : ca. 1,5 Ohm ± 0,25 Ohm
Anschluss 1 - 4 : ca. 7,0 kOhm ± 0,3 kOhm

Wird die Spule warm, steigen die Werte da der Cu - Draht länger wird.
Trotz der guten Messwete kann die Zündspule im Betrieb innen Überschläge durch schlechte Isolation haben.
Mit einer Funkenstrecke kann man das prüfen oder so :

Zündversuch_1.jpg

Dabei die Hände in den Hosentaschen lassen ...
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Freitag 2. Januar 2015, 10:08

WABUFAN hat geschrieben:Zündspule 12 V :
Anschluss 1 - 15 : ca. 5,0 Ohm ± 0,5 Ohm
Anschluss 1 - 4 : ca. 9,0 kOhm ± 0,5 kOhm

Zündspule 6 V :
Anschluss 1 - 15 : ca. 1,5 Ohm ± 0,25 Ohm
Anschluss 1 - 4 : ca. 7,0 kOhm ± 0,3 kOhm
...


Im Finnland verwundern wir uns über die Wiederstandwerte an primärseite für 6V. Mit halbe Spannung müsste man ein halbe Widerstand haben die gleiche Strom zu erhalten. Also logisch 2,5 Ohm. Sind 1,5 Ohm ein Schreibfehl?
Stig
Wenn man alles weiß, hat man sicher etwas missverstanden.

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Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Samstag 3. Januar 2015, 20:25

Nein, es ist kein Schreibfehler.
Ich habe noch einmal gemessen :

Zündspule_Klein_6V_Ohm.JPG

Ich messe 1,6 Ohm.

Zündspule_Klein_6V_mH.JPG

Hier habe ich die Induktivität gemessen - das ist der Wechselstromwiderstand - hier 4,37 mH. Der ist bei jeder Frquenz anders und sinkt mit grösserer Frequenz.
Und der Wechselstromwiderstand der grossen 6 V - Zündspule hat :

Zündspule_Gross_6V_mH.JPG

Der ohmische Widerstand ist auch 1,6 Ohm.

Und welchen Wechselstromwiderstand hat das KFZ - Relais 12 V / 30 A ?
Hier gleich auch einmal gemessen :

KFZ_RELAIS_12V_mH.JPG

Der ist 71,8 mH. Und was gelangt mir noch zwischen die Finger ?

DLM_LIMA_STATOR.JPG

Richtig - der Stator der Drehstromlichtmaschine 14 V / 42 A für den mechanischen Regler ! Eine der 3 Wicklungen L1 - Mp hat ein Wechselstromwiderstand von 0,44 mH.

Da ich mir nicht sicher war ob die Werte richtig sind, habe ich ...

Netz_Drossel_2_mH.JPG

eine " Stromkompensierte Entstördrossel " 2 x 1,6 mH angeschlossen und ...

Netz_Drossel_1_mH.JPG

... und das Messgerät zeigt die 1,6 mH auch fast an.

ENDE - ein kurzer Ausflug in die komplexen Widerstände im Wechselstromkreis mit Spulen und Kondensatoren ...
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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Dienstag 6. Januar 2015, 22:37

Danke! Ich solle die Finnen informieren, so sie nicht gute 6V Zündspulen verschrotten.
Stig
Wenn man alles weiß, hat man sicher etwas missverstanden.

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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon GKM » Samstag 10. Januar 2015, 01:48

WABUFAN hat geschrieben:Hier habe ich die Induktivität gemessen - das ist der Wechselstromwiderstand - hier 4,37 mH. Der ist bei jeder Frquenz anders und sinkt mit grösserer Frequenz.


Hallo, WABUFAN, denkt mal drüber nach. {Ärgern} Ich glaube mein Prof dreht sich grad im Grabe um. L ist nicht gleich Jott Omega EL. d.h. Die Reaktanz einer Spule steigt mit der Frequenz.

Gruß

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Re: Zündspulen reparieren

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 11. Januar 2015, 09:21

GKM hat geschrieben: ... Hallo, WABUFAN, denkt mal drüber nach. Ich glaube mein Prof dreht sich grad im Grabe um. L ist nicht gleich Jott Omega EL. d.h. die Reaktanz einer Spule steigt mit der Frequenz. Gruß ...

Genau so ist es - mein Fehler ... !
Der Wechselstromwiderstand steigt bei Frequenzerhöhung.
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