SIROKKOHEIZUNG - elektrische Fehlersuche

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WABUFAN
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SIROKKOHEIZUNG - elektrische Fehlersuche

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 20. Dezember 2010, 17:58

Da hier im ZWF der Wunsch aufkam, das Gebläse der Standentfrostung mit der SIROKKO-Heizung zu koppeln, habe ich erst einmal die Funktion der Heizung mir genau angesehen. Der Vorschlag kommt von hier : viewtopic.php?f=9&t=10196&p=110012#p110012

Die SIROKKO - Heizung ist ein Aggregat, das für die zusätzliche Erwärmung im Innenraum zuständig ist. Hertsteller war VEB Siroccogerätewerke Neubrandenburg.
Sie wird mit Benzin betrieben. Ich beziehe mich auf die Heizung vom Typ 211 - die schwache einstufige Ausführung ...
Folgende Teile sind zur elektrischen Funktion der 12 Volt - Ausführung notwendig :

- ein Gebläse 12 V / 25 W
- eine Glühkerze HA 01 6 V / 17 A
- ein Vorwiderstand 0,35 Ohm / 100 W / 17 A
- eine Benzinpumpe 12 Volt
- ein Bedienschalter mit 3 Stufen
- ein Überstromschutzschalter > 25 A
- eine Schmelzsicherung
- eine Kontrolleuchte 12 Volt / 2 Watt BA 7s
- Verbindungskabel 5 x 1,5 mm² oder 6 x 1,5 mm²

Die grünen Linien in den Schaltplänen stellen den Stromweg dar. Damit lassen sich Fehler besser einkreisen. Zur Fehlersuche reicht eine Prüflampe aus.

Grundsätzliche Funktion
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Im Ruhezustand ist die Heizung stromlos und verbraucht nichts.
Der Bedinschalter befindet sich dazu in der Position AUS.
Beim Abstellen der Heizung erfolgt in der Stellung AUS ein Nachlaufen des Gebläses.
Der Mikrotaster am Flammrohr ( schaltet bei Ausdehnung von 1 - 4 auf 1 - 2 ), hat die Ruhestellung. Dabei ist der Umschaltkontakt 1 - 4 verbunden.

Heizung_AUS.JPG

Stellung lüften
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Im Sommer kann man die Heizung zur Belüftung einsetzen. Dabei arbeitet nur der Gebläsemotor und fördert Frischluft in den Fahrgastraum.
Es entsteht folgender Stromkreis :
Vom Pluspol über den Schutzschalter, weiter zum Bedienschalter Stellung Lüften, Bedienschalter Anschluss 33 zur Klemmleiste Kontakt 5, weiter zum Gebläsemotor nach Masse.
Der Motor erhält Spannung und fördert Frischluft.

Heizung_Lüften.JPG

Schaltet man den Bedienschalter in Position AUS, wird dieser Stromkreis aufgelöst.

Stellung Heizen - Vorglühen
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Man bringt den Bedienschalter in die Position Heizen.
Zusätzlich zum Stromkreis für den Lüftermotor, werden weiter Stromkreise aufgebaut.
Die Glühkerze erhält Spannung und beginnt zu glühen, was zur Einleitung der Verbrennung notwendig ist.
Dazu fliesst vom Pluspol über den Schutzschalter, weiter zum Bedienschalter 2. Ebene Anschluss 19, weiter zur Klemmleiste Kontakt 3, weiter zum Mikrotaster Anschluss 1 - 4, über den Vorwiderstand zur Glühkerze zur Masse der Strom.
Durch den Vorwiderstand von 0,35 Ohm / 100 W fliesst der Glühkerzenstrom von 17 A. Damit fallen am Vorwiderstand 6 Volt ab, die die Glühkerze mit 6 Volt nicht benötigt.
Ab Anschluss 19 wird zur Kontrollampe wird ein weiterer Stromkreis aufgebaut. Der rechte Anschluss der Kontrolleuchte geht über die Klemmleiste Kontakt 4 nicht an Masse. Viel mehr geht der Anschluss an den Verbindungspunkt Vorwiderstand - Glühkerze, an dem 6 Volt liegen.
Die Lampe leuchtet damit mit 6 Volt - also mit verminderter Helligkeit.
Gleichzeitig erfüllt sie damit eine Kontrollfunktion über den Stromkreis der Glühkerze.
Leuchtet sie hell, dann erhält sie Masse über die Glühkerze. Leuchtet sie gar nicht, dann fehlt die Masse über die Glühkerze.
Ein weiterer Stromkreis wird von der 3. Ebene des Bedienschalters zur Magnetpumpe aufgebaut.
Dabei fliesst der Strom vom Pluspol, Schutzschalter, Bedienschalter Ebene 3 Anschluss P weiter zur Klemmleiste Kontakt 2. Von dort aus geht es über die Schmelzsicherung weiter zur Benzinpumpe nach Masse.
Es wird damit Benzin in die Brennkammer gespritzt und durch die Glühkerze entzündet.
Sollte das Flammrohr zu heiss werden, schmilzt die Sicherung ab und unterbricht den Stromfluss zur Benzinpumpe. Die Heizung kühlt ab.
Das entspricht der Funktion Vorglühen und die Kontrollampe leuchtet nach abkühlen des Flammrohres nur noch mit halber Helligkeit und macht auf diesen Fehler aufmerksam. Die Heizung versucht vorzuglühen, was wegen dem Benzinmangel nicht gelingt.

Heizung_Vorglühen.JPG

Stellung Heizen - Vorglühen beendet
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Hat das Flammrohr eine bestimmte Temperatur, so wird es länger. Das betätigt den Mikrotaster. Der Strom zur Glühkerze wird durch öffnen des Kontakte 1 - 4 unterbrochen. Gleichzeitig erhält der rechte Anschluss der Kontrollampe die Masse und leuchtet mit voller Helligkeit.
Durch das Umschalten des Mikrotasters wird der Stromkreis für das Nachlaufen des Gebläses der Heizung zum Abkühlen vorbereitet.

Heizung_Heizen.JPG

Stellung AUS - Abkühlen
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Der Bedienschalter wird in die Stellung AUS gebracht.
Die 3. Ebene mit dem Anschluss P zur Benzinpumpe wird stromlos. Die Pumpe fördert kein Benzin mehr und die Verbrennung erlischt.
Damit die Wärme nach aussen gebracht wird, läuft der Lüftermotor nach.
Das erfolgt über folgendem Stromkreis :
Vom Pluspol über den Schutzschalter zum Anschluss 30. Von dort aus zur Klemmleiste Kontakt 1 zum Mikroschalter ( der noch aktiv ist ) Kontakt 1 - 2 zur Klemmleiste Kontakt 3. Dort verzweigt sich der Strom einmal zur Kontolleuchte, die mit voller Helligkeit leuchtet. Weiter fliesst der Strom zum Bedienschalter 2. Ebene Anschluss 19, Bedienschalter 1. Ebene AUS - Kontakt und von dort zum Anschluss 33, Klemmleiste Kontakt 5 zum Gebläse und anschliessend zur Masse.
Ist die Temperatur des Flammrohres auf ungefährliche Werte gesunken, schaltet der Mikrotaster auf die Kontakte 1 - 4 um und löst beide Stromkreise auf. Der Lüftermotor wird stromlos und bleibt stehen und die Kontrollleuchte erlöscht.
Damt ist die Abkühlphase beendet und die Heizung im Betriebsbereiten Ausgangszustand.

Heizung_Abkühlen.JPG

Mir ist aufgefallen, das bei verschiedenen Heizungstypen die Belegung der Klemmleiste unterschiedlich ist. Bei 2-stufigen Ausführungen sogar mit 6 Kontakten bestückt.
Die Verkabelung lässt sich von der Benzinpumpe oder der Glühkerze / Vorwiderstand verfolgen.
Man notiert sich die Kabelfarben und klemmt entsprechend am Bedienteil.

Die Erweiterung für viewtopic.php?f=9&t=10196&p=110012#p110012 kommt noch ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: SIROKKOHEIZUNG - elektrische Fehlersuche

Ungelesener Beitragvon Böhser_353er » Montag 20. Dezember 2010, 20:03

Nur als kleine Info .. die Kontrollleuchte ist grün und nicht rot. Desweiteren wird Sirokko so geschrieben. :-|
MfG Böhser_353er alias Mister Wartburg 2010

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Re: SIROKKOHEIZUNG - elektrische Fehlersuche

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Dienstag 21. Dezember 2010, 07:59

Danke Andy - also ganz einfach : alle "c " gegen " k " und umgekehrt tauschen ...
Und die Kontrollleuchte - rot sieht nicht schlecht aus ist aber eine Warnung. Denn wenn der Stromkreis für das Glühen ausfällt, wird Benzin ohne Verbrennung gefördert.
Für den störungsfreien Betrieb ist dann eine grüne Kontrolle richtig.
Problematisch ist die Zuschaltung des Lüfters im Wärmetauscher erst dann, wenn das Glühen beendet ist und die Heizung im normalem Betrieb läuft.
Einfacher wird es, wenn der Lüfter schon bei Stellung Vorglühen laufen darf - nur dann kommt die Kaltluft in den Innenraum ... Mit 2 Dioden und ohne Relais lösbar.

Ich grüble noch ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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Re: SIROKKOHEIZUNG - elektrische Fehlersuche

Ungelesener Beitragvon Haiko » Montag 24. Januar 2011, 18:26

Bei mein 211 stoppt auch der Lufter wenn Ich die heizung abstelle (mit den schabschalter rein, und naturlich nich durch das betatigen von Schutzschalter). habe der mikroschalter richtig eingestellt laut enleitung. (kalter zustand, schraube so weit zum schalter bis er "klick" macht)

Was mache Ich falsch? -nixwissen-
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Re: SIROCCOHEIZUNG - elektrische Fehlersuche

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 24. Januar 2011, 18:47

Versuche zwischen die Einstellschraube und dem Betätigungsstösel des Mikroschalters mit einem kleinen Schraubenzieher den Stössel zu bewegen. Macht es dann klick, ist der Schalter falsch justiert.
Bei deinem Fehler sollte auch die Glükerze nach dem Glühen nicht selbstständig abschalten.
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig

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