DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

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Martin Rapp
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DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Donnerstag 2. Februar 2012, 13:43

Auch wenn ich mich jetzt etwas vom Hauptthema des Beitrag abwende,
war das Nummernschild KH 11 - 55 das originale in dieser Form und Aufmachung?
Von wann sind die Aufnahmen mit dem abgebildeten Kennzeichen?

Es ist ja definitiv nicht gestanzt sondern bedruckt und noch größer als die späteren.
Ich versuche hier nämlich auch für meinen Camping ein zeitgenössisches Kennzeichen zu besorgen.
Das mitgelieferte hat zwar die richtige Nummer, unter dem der Wagen immer lief,
aber es ist schon eine spätere Form. Diese Form war eigentlich so noch nicht Mitte der Sechziger zu finden.

Gruß Maddin

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon camping-oli » Freitag 3. Februar 2012, 22:22

tja, da kann ich nur bedingt weiterhelfen:
Die Erstzulassung auf die Nummer KH 11-55 fand in Aschersleben am 17.08.1959 statt.
Dann gabs den ersten Besitzerwechsel auf den Sohn und damit die Ummeldung am 29.09.1972 Altkreis Potsdam unter der neuen Nummer DT 32-89.
Beim dritten Wechsel innerhalb des selben Kreises am 29.06.1976 erhielt er das Kennzeichen, das er zu Anfang noch in meiner Garage trug: PH 80-62.

Die Bilder, auf denen man das Kennzeichen K = Halle (Saale) sieht, sind also vor 1972 entstanden. Ich kann den Vorbesitzer beim nächsten Zusammentreffen mal fragen, ob er das näher eingrenzen kann.

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Trans353 » Freitag 3. Februar 2012, 22:28

Martin Rapp hat geschrieben:Auch wenn ich mich jetzt etwas vom Hauptthema des Beitrag abwende,
war das Nummernschild KH 11 - 55 das originale in dieser Form und Aufmachung?
Von wann sind die Aufnahmen mit dem abgebildeten Kennzeichen?

Es ist ja definitiv nicht gestanzt sondern bedruckt und noch größer als die späteren.
Ich versuche hier nämlich auch für meinen Camping ein zeitgenössisches Kennzeichen zu besorgen.
Das mitgelieferte hat zwar die richtige Nummer, unter dem der Wagen immer lief,
aber es ist schon eine spätere Form. Diese Form war eigentlich so noch nicht Mitte der Sechziger zu finden.

Gruß Maddin


Ich habe noch so ein altes Kennzeichen (Berliner Nummer). Das sind bedruckte Kunststoffplatten. Ich kann mal Bilder machen.

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Martin Rapp
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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Freitag 3. Februar 2012, 22:44

Ich stelle mal bei Gelegenheit meine Zusammenstellung von alten Kennzeichen in einem gesonderten Beitrag ein.
Eine genaue zeitliche Eingrenzung der verschiedenen Formen und Arten wäre echt schön. :smile:

Gruß Maddin

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Re: Schneewittchensarg

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Freitag 3. Februar 2012, 23:05

Martin Rapp hat geschrieben:Eine genaue zeitliche Eingrenzung der verschiedenen Formen und Arten wäre echt schön.

Kennt Ihr Das Hier ?

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Martin Rapp
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Freitag 3. Februar 2012, 23:15

Ich habe jetzt mal abgetrennt um den Beitrag vom Oli nicht zu sehr vom eigentlichen Themas weg zu bewegen.

Dreielferschrauber hat geschrieben:Kennt Ihr Das Hier ?

Eine schöne Seite, da hatte ich auch schon einmal geschnuppert. :smile:
Hier werden die geprägten und die gedruckten Schilder aber parallel gehalten.
Grundsätzlich wird hier ausgesagt, dass bei den frühen Jahren mehrere Größen und Varianten vorhanden waren.
Also eine einheitliche Systematik "scheint" nicht vorhanden zu sein.

Es wäre jetzt zu klären: Gab es geprägte und gedruckte Schilder wirklich parallel?
An meinem Camping war das erste Schild auch verhältnismäßig hoch und bedruckt nicht gestanzt:
Bild
Bild
Jetzt habe ich aber nur noch das spätere Schild, gleiche Nummer aber andere Form:
Bild
Gruß Maddin

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon majo » Samstag 4. Februar 2012, 10:37

Maddin ....
... forsche doch mal in Richtung StVO der DDR nach. Mir dünkt so, daß es bei jeder Änderung oder Novellierung dieser auch hin und wieder neue Maße für Nummerschilder gab. Ich kann mich erinnern, daß in der "neuen StVO 77 " etwas zur schrittweisen Abschaffung/ Änderung / Ersetzung der 6-eckigen Kennzeichen für LKW ( hinten ), Kräder und Anhänger stand. ( ganz geschaft hat man es bis zum Ende wohl nicht, oder es gab wie heute noch Bestandsschutz ) Irgendwann muß ja auch die TGL-Schrift ( welche sich von der DIN-Schrift unterscheidet ) auf Kennzeichen eingeführt worden sein, um sich nun endgültig vom " dekadenten Westen " abzusetzen. Ich behaupte jetzt einfach mal, daß muß so um 1973 / 1974 , mit Einführung der Nationalitäts-Kennung " DDR " gewesen sein.
Bin gespannt was raus kommt.
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon carsten » Samstag 4. Februar 2012, 17:26

Viele Grüße

Carsten

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Trans353 » Samstag 4. Februar 2012, 20:22

Also das bedruckte (wie das auch an dem Camping zu sehen ist) stammt vom Trabant meines Großvaters. Es gibt Fotos davon aus 1964.

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Hanner » Donnerstag 9. Februar 2012, 19:26

Hallo,

ich kann mich erinnern, daß die Schilder vom Maler angefertigt wurden(nicht geklebt). Hatte mir nämlich
eines selbst gemahlt weil meines defekt war. Das muß so um 1959/60 gewesen sein.
Freundliche Grüße
Hanner



Man kann nur gewinnen, wenn man schon verloren hat.

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Martin Rapp
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Donnerstag 9. Februar 2012, 19:44

Ich werde meine Schilder mal fotografieren und hier zusammen tragen.
Dann wird hoffentlich etwas Licht ins Dunkel kommen. :-|

Gruß Maddin

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Freitag 10. Februar 2012, 09:37

Martin Rapp hat geschrieben: ... Ich werde meine Schilder mal fotografieren und hier zusammen tragen. Dann wird hoffentlich etwas Licht ins Dunkel kommen. :-|
Gruß Maddin ...

Da gibt es für mich sicherlich ein beleuchtetes DDR - Schild ...
Das suche ich ...
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon coolmodie » Freitag 10. Februar 2012, 09:50

es gab auch noch nur kurz anfang der 70igerdie gefrästen plaste nummernschilder

Bild
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon dolphingrey » Freitag 10. Februar 2012, 15:17

Ich habe in der Kennzeichensammlung noch diese hier-handmade von 1967.

XH.jpg

Es waren die ursprünglichen Schilder des im Artikelforum unter : " Zeitreise 1981- ... " zu sehenden 601er.
Die auf diesem Foto angebrachten waren emailliert.
Zuletzt geändert von dolphingrey am Montag 13. Februar 2012, 09:29, insgesamt 1-mal geändert.
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Martin Rapp
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Sonntag 12. Februar 2012, 18:52

So jetzt habe ich mal meine Schilder zusammen getragen.
Die Unterschiede welche mir auffallen sind folgende:

    - Kennzeichenaußenmaße
    - Schriftweiten, Strichstärken, Laufweiten
    - Kennzeichenmaterialien
    - Auftragung der Schrift - geprägt, gemalt, gedruckt (Thermotransferdruck?)

Ich versuche die Kennzeichen mal nach meinem Verständnis einzuordnen.
Ergänzungen und Berichtigungen sind gern gesehen.
___________________________________________
Schildform 01 - 40,5 x 13,5 cm
ab Mitte 1953 bis Ende 1961 oder 1962

___________________________________________

Nummerschild01a.jpg

Nummerschild01b.jpg

___________________________________________
Schildform 02 - 43,0 x 11,0 cm -
ab Anfang 1961 oder 1962 bis 31. Dezember 1975

___________________________________________

Nummerschild02a.jpg

Nummerschild02d.jpg

Nummerschild02c.jpg

___________________________________________
Schildform 03 - 45,0 x 9,0 cm
ab 01. Januar 1976 bis Ende der DDR und darüber hinaus,
ab 01. Januar 1974 Einführung 3 Buchstaben - 3 Zahlen (für zulassungsstarke Kreise)

___________________________________________

Nummerschild03a.jpg

Nummerschild03b.jpg

Nummerschild03c.jpg


In wie weit die Formen 01 und 02 vielleicht gar parallel eingeführt wurden, weiß ich nicht.
Mir geht es darum auch für meinen Camping ein passendes Schild zu finden.
Version 01 gefällt mir zwar am besten, könnte aber für 1965 nicht mehr ganz passend sein.

Anmerkung: Die Plastikvariante von Coolmodie soll 1975 - 1980 eingesetzt worden sein und die Schilder kamen wohl aus Ungarn, wenn man der Quelle hier traut.

Gruß Maddin

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon coolmodie » Sonntag 12. Februar 2012, 20:04

bei der quelle steht aber das die buchstaben aufs kunststoff gedruckt wurden.......meine sind eingefräst
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Sonntag 12. Februar 2012, 20:16

Also das RGN 1-24 mit TüV-Marke wird bestimmt mal Sammlerstatus bekommen. Die meisten DDR Kennzeichen haben doch in Ermangelung eines Fahrzeugs, weil schon sinnlos gegen Westwagen getauscht, diese Übergangslösung gar nicht "erlebt".
in diesem Sinne

aus dem IFA Altenpflegeheim
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon rallye311 » Montag 13. Februar 2012, 08:52

Hallo!

Sehr schöne Übersicht. Die Schildform 01 muß bis 1960 am Wartburg mit den geteilten Stoßstangen verbaut worden sein, da daß die maximale Breite zwischen den Stoßstangenteilen ist. Meines Wissens nach sind dann 1961 die dreiteiligen Stoßstangen eingeführt worden.
Die zweite Form war noch an meinem ersten 311er verbaut als ich ihn 1991 in Borna gekauft habe.

Schöne Grüße: rallye311

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Mossi » Montag 13. Februar 2012, 17:29

Schildform 02 hat die 01 zum 1.1 61 oder 62 abgelöst. Leider finde ich den Nachweis im DDS bzw. KFT auf die Schnelle nicht. Hintergrund wwar der Weggang vom (aufwendig) geprägten KZ (dieses wurde vom VPKA ausgegeben, das vordere hatte sich der Fahrzeughalter selbst zu beschaffen und bemalen zu lassen) zum grundsätzlich vielfätig erstellbaren Universalkennzeichen.

Übergangsweise wurden aber die alten Kennzeichen noch bis Verbrauch in Verkehr gebracht.

Bei den 02er Versionen gibt es beim Stahlblech 2 Varianten - die erste dicke, mit halbrunden Sicken und die zweite, spätere folierte Version auf dünnerem Blech.

Neben der Änderung zum schmalen KZ gab es zum 1.1. 74 noch die Einführung 3 Buchstaben - 3 Zahlen (für zulassungsstarke Kreise)
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Montag 13. Februar 2012, 18:53

Vielen Dank für die vielen Ergänzungen, ich habe sie mal oben mit einfließen lassen. :-|

Gruß Maddin

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 14. Februar 2012, 14:17

Hallo,

habe auch noch zwei Schilder. Das Nummernschild war bis zur Wende an meiner Sport-Awo.
Das 80er Schild mußten LKW`s dran haben?!

Kennz. 001.jpg
Kennz. 001.jpg (19.75 KiB) 11194 mal betrachtet


Kennz. 002.jpg
Kennz. 002.jpg (18.23 KiB) 11194 mal betrachtet
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Mossi » Dienstag 14. Februar 2012, 15:32

Anhänger auch.
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Hanner » Dienstag 14. Februar 2012, 21:31

Hallo,

richtig. Daher ist es auch.
Freundliche Grüße
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon kat » Mittwoch 15. Februar 2012, 18:49

Hier noch der Text aus dem Straßenverkehr 8/1963:

»Veränderte Kennzeichen

Mit Wirkung vom 15. Juli 1963 traten in der Ausgabe von Kennzeichentafeln für Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeuganhänger durch die Zulassungsstellen der Deutschen Volkspolizei Veränderungen ein. Gleichzeitig wird zu diesem Zeitpunkt ein neues Verfahren für die polizeiliche Bestätigung von Kennzeichentafeln eingeführt.
Bisher wurden bei der Zulassung neuer Fahrzeuge geprägte Kennzeichentafeln ausgegeben. Dabei galten die geprägte Kennbuchstaben und -ziffern als polizeiliche Bestätigung gemäß Paragraph 71 StVZO. Für Kraftwagen mußte sich der Fahrzeughalter eine zweite Kennzeichentafel beschaffen und Kennbuchstaben und -ziffern aufspritzen lassen.
Nach der Neuregelung werden bei der Auslieferung neuer Fahrzeuge die vorgeschriebenen Kennzeichentafeln durch die Herstellerbetriebe bzw. den Importeur zum Fahrzeug mitgeliefert. Die Ausrüstung neuer Fahrzeuge mit Kennzeichentafeln durch den Hersteller oder Importeur ist ab 1. März 1964 bindend. In der Zwischenzeit werden Kennzeichentafeln auch noch durch die Zulassungsstellen der Volkspolizei ausgegeben, wenn die Hersteller oder der Importeur diese nicht mitgeliefert haben.
Die bisher durch die Zulassungsstellen ausgegebenen und an den Fahrzeugen angebrachten geprägten Kennzeichentafeln behalten weiter ihre Gültigkeit. Sie werden nachträglich mit einer Prägemarke versehen, jedoch erst nach besonderer Aufforderung durch die Volkspolizei Mit der Anbringung der Prägemarke verliert die Prägung der Kennbuchstaben und -ziffern den Charakter der polizeilichen Bestätigung.
Die in den Zulassungsstellen der Deutschen Volkspolizei noch vorrätigen geprägten Kennzeichentafeln werden restlos aufgebraucht. Sie werden jedoch seit dem 15. Juli 1963 bereits mit einer Prägemarke ausgegeben.
Die vom sozialistischen Handel für den Käufer eingeführten Erleichterungen hinsichtlich der Zulassung beim Erwerb eines Fahrzeuges werden von diesen Maßnahmen nicht berührt.«

Die Kennzeichengröße selbst war zu diesem Zeitpunkt in der TGL 15653 vom Nov. 1962 (verbindlich ab 1.3.1963) geregelt, so die Länge von 430 mm und die Höhe von 110 mm.

Vor Nov. 1962 gab es meines Wissens nach in der DDR keine TGL oder DIN-Norm für die Kennzeichen, da wurde es in der StVZO geregelt (405x135mm wie oben erwähnt).

Grüße

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 15. Februar 2012, 18:58

Dann war es doch 63-64.

Die fehlende Norm erklärt auch die teilweise sehr kreativen Auswüchse im Bereich der Schildermacherei....

Und: warum zu Wendezeiten kaum noch ein geprägtes oder durchleuchtetes Kennzeichen verbaut war. Und gerade die Durchleuchtungsproblematik á la F9 Kombi, EMW 340 und P50 Kombi macht das Zulassungsprozedre mit den alten originalen Kennzeichen nicht leichter.....

Etwas muß den Herstellern damals schon geläutet haben, die 311er habe seit 61 andere Stoßstangen und die Kombibeleuchtung wurde beim P50 Anfang 62 geändert (was mich auch auf den Trichter mit 61/62 gebracht hat).
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon carsten » Mittwoch 15. Februar 2012, 19:23

Mossi hat geschrieben:Etwas muß den Herstellern damals schon geläutet haben, die 311er habe seit 61 andere Stoßstangen und die Kombibeleuchtung wurde beim P50 Anfang 62 geändert (was mich auch auf den Trichter mit 61/62 gebracht hat).


Habe ich ursprünglich auch vermutet, aber wahrscheinlich ist das einfach eine Reaktion auf die Normen der Exportländer gewesen.

Für die BRD beispielsweise:

"Seit Einführung der bis heute gültigen deutschen Kfz-Kennzeichen im Jahr 1956 haben sich die gesetzlichen Maße nicht geändert.
Maximal sind einzeilige Schilder 520 mm lang und 110 mm hoch, zweizeilige können maximal eine Länge von 340 sowie eine Höhe 200 mm haben.
Verkleinerte zweizeilige Kennzeichen, z.B. für Trecker und Krafträder, sind 255 mm lang und 150 mm hoch."

Quelle: http://www.kennzeichenwelt.de/index.php?page=brd-masse

Hier kann man übrigens sehr schön erkennen, wie perfekt das alte Kennzeichen in das Heckblech gepasst hat.

http://www.die-besten.de/wartburg/bilde ... 009_1.html

und deshalb mussten die Wartburgs im Westen so rumfahren:

http://wiki.w311.info/index.php?title=D ... 311alt.jpg

Oder das 2 Zeilige Käfer Kuchenblech montieren, was noch schlimmer ist.

Die neue Stoßstange bot da eine optimale Lösung:

http://wiki.w311.info/index.php?title=D ... 311neu.jpg

Durch den das Kennzeichen umfassende Mittelteil wird die alte Blechsicke komplett verdeckt.
Viele Grüße

Carsten

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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Mossi » Mittwoch 15. Februar 2012, 20:46

Ja ja, immer diese roten Nummern...... ;)

OT an: Warum bauen sich die Leute diese häßlichen, klappernden, den notwendigen Raum noch mehr verringernden Kennzeichenhalter an ihre vernünftigen Autos?

Nicht nur, das es die eh schon mäßig attraktiven Euroschilder in Ihrer Wirkung noch potenziert, stellt sich die Frage, warum man nicht die Chance nutzt, die eine einzige genormte Nummernschildbefestigung für alle eines Landes gebauten Autos zu genießen?

Ich habe zudem schon ein Schild dank so einer Klapperkassette verloren - auch dieser Punkt geht in Richtung richtige Befestigung. Und das schönste ist: mit etwas längeren Bolzen kann man die bösen Transfer-Schilder im neudeutschen Euro-Look mit minimalem Aufwand entfernen und die einzigen wahren, auf Stahl verewigten Nummernfolgen sehen lassen..... -roll-

OT aus
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon kat » Freitag 17. Februar 2012, 11:28

Im Straßenverkehr 7/1962 beschwerte sich ein Leser, daß die alten geprägten Kennzeichen an der neuen Stoßstange hinten nicht optimal passen würden.

Die Antwort stand im Heft 11/1962:

»Kennzeichen nach Maß
Auf Grund unseres umfangreichen Exportes wurden wir veranlaßt, den Raum für ein polizeiliches Kennzeichen im internationalen Maßstab vorzusehen. Von der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei wurde uns seinerzeit zugesichert, daß die in der StVZO vom Oktober 1956 festgelegten Kennzeichenmaße (430 x 110 mm) umgehend in den Verkehr gebracht werden, was jedoch leider bis heute noch nicht geschah. Somit ist zu verzeichnen, daß die momentan ausgelieferten, geprägten Kennzeichen nicht harmonisch zur Stoßstange passen.
Wir hoffen, daß die Zusage der Hauptverwaltung Deutsche Volkspolizei bald Wirklichkeit wird, zumal es im Rahmen der Standardisierung und Rationalisierung nicht vertretbar ist, als Zwischenlösung zwei Stoßstangenausführungen zu fertigen.
VEB Automobilwerk Eisenach«

Offensichtlich hatte man die StVZO schon eher geändert (analog zur westdeutschen) und sich mit der TGL etwas Zeit gelassen. Vielleicht mußten auch noch die geprägten Kennzeichen aufgebraucht werden.

Da die geprägten Kennzeichen von den Zulassungsstellen beschafft und ausgegeben wurden, hatten diese vielleicht interne Richtlinien über die Kennzeichengestaltung. Vielleicht findet sich da in den Polizei-Archiven etwas.

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Martin Rapp
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Re: DDR-Kennzeichen im Wandel der Zeit

Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Freitag 17. Februar 2012, 11:40

Sehr schön recherchiert kat :smile:
So langsam werden die Zusammenhänge verständlich.

Vielleicht findet man auch im Stadtarchiv noch Hinweise auf die notwendige Veränderung der Stoßstangen.
Das wird aber wohl nicht so schnell und nicht so einfach zu finden sein.

Gruß Maddin

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Re: DDR-Kennzeichen-Zuteilungsliste

Ungelesener Beitragvon Wartburg-37073 » Samstag 18. Februar 2012, 13:10

Wo findet man zur Identifizierung der Zulassungstelle (Stadt- oder Landkreis) über den zweiten, später auch den 3. Buchstaben und der Zahlenkombination im Nummernschild eine vollständige Kennzeichen-Zuteilungsliste des MI der DDR?
Z.B.: "HM 05-07" gehört zum Landkreis Staßfurt im Bezirk Magdeburg, weil die Kennzeichen HM 00-01 bis HM 07-06 in Staßfurt ausgegeben wurden.
Habe bei Goggle hierzu nichts gefunden.


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