Doppelkreuzgelenkwellen 311

Rahmen, Federn, Querlenker, Bremsanlage, Haupt- und Radbremszylinder, Handbremse, Reifen, Umbau

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bic
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Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 4. Oktober 2015, 12:18

Einmal beim aufräumen und ausmisten habe ich mir mal die Gelenkwellen näher angeschaut, welche sich so bei mir angesammelt haben:

DSC05537.jpg

Zwei fehlen noch, diese sind noch in der Achse eingebaut, welche ich im Sommer rausgeschmissen habe. Aber keine Sorge, ich horte die Dinger nicht, sie sind mir im Laufe der Jahre zugeflogen und lagen bisher unbeachtet im Regal. Aber nun zum Kern des Themas:

Bei meiner "Beschau" musste ich leider feststellen, dass von den insgesamt 10 Wellen lediglich eine einzige sofort verwendbar wäre (bei den in der ausgebauten Achse, weiß ich, dass die Luft haben), nämlich die von links beginnend erste auf dem Bild. Beider dieser ist der Konus i.O. und Spiel in den Gelenken und der inneren Stütze konnte ich nicht feststellen, bezüglich des Spiel gilt dies ebenso für die nächsten beiden Wellen. Allerdings ist bei denen -so wie auch bei den anderen restlichen- der Konus nachzuarbeiten. Wie das geht, habe ich hier schon einmal gezeigt, mit feiner Schleifpaste und einer alten Nabe erreicht man dieses Bild:

Unbenannt.jpg

So ist es völlig ausreichend, wer noch etwas mehr will, kann mit Kreide noch weiter glätten.

Mit etwas Arbeit käme ich also zu drei verwendbaren Wellen, nur was mache ich mit dem Rest? Von den sieben wären vielleicht noch zwei fahrbar, aber der Rest ist definitiv hin. Bei den Preisen, welche zur Zeit für die Wellen verlangt werden, wäre es jedoch allzu schade, die Wellen auf den Schrott zu werfen, zumal man diese in Eigenregie überholen könnte. Besonders einfach geht dies bei der ganz alten Ausführung, denn hier lassen sich die Nadelbüchsen einfach mit einer 6er Schraube herausdrücken:

DSC05540.jpg

Ich bräuchte als "nur" noch neue Gelenkkreuzgarnituren. Solche Garnituren gibt es für kleines Geld in allen denkbaren Ausführungen und Größen, jedoch leider alle ohne Öffnung für die Mittenzentrierung. Trotz aller Sucherei bin ich nicht fündig geworden, lediglich die alten Franzosen (Peugot, Citroen, etc.) hatten so etwas, leider mit anderen Abmessungen.

So hoffen ich, dass hier jemand einen Tipp geben kann, wo man noch passende Gelenkkreuzgarnituren bekommt. Darüber würde ich mich sehr freuen!

Ansonst bleibt eigentlich nur, die Wellen zu zerlegen und zu hoffen, dass vielleicht nur die Nadeln und die Büchsen und nicht die Gelenkzapfen verschlissen sind. Dann käme man mit neuen Büchsen zurecht, welche in passender Größe verfügbar sind. Oder man kauft 353er Wellen, welche ja viel preiswerter und auch noch neu zu bekommen sind und verwendet deren Gelenke. Allerdings wäre das auch schade, denn diese Wellen werden ja auch nicht mehr. Auf jeden Fall werde ich die Tage mal eine der schlechtesten Wellen zerlegen und die Zapfen vermessen. Wenn es interessiert, kann ich ja berichten, wie dies geht.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Warre 1000 » Sonntag 4. Oktober 2015, 19:55

Lassen nicht die Wellen lange Zeit ohne Fett liegen. Ich hatte einmahl die alte Fett vegmachen, im Papier und Plastik der Tripoide gettäckt. Nach 20 Jahre sehet es so aus.
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon pinokio » Sonntag 4. Oktober 2015, 21:05

bitte berichte weiter

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 5. Oktober 2015, 01:49

@Warre - das sieht ja übel aus! Lagerstellen öle oder fette ich mit säurefreiem Öl oder Fett, blankes Metall wird mit Schutzwachs geschützt, z.B. mit Tectyl Amber. So hatte ich eigentlich noch nie Probleme.
@Pinokio - mache ich.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 8. Oktober 2015, 10:44

Also im Moment hakt es bei mir an allen Stellen. Für den neuen Zylinderkopf fehlen mir noch die Pumpenteile, zur weiteren Reperatur des Ausgleichbehälters aus Messing muss ich mir erst noch dünnes Kupferblech besorgen und die Bauteile für die Eingangsbeschaltung des Drehzahleingangs des Lambdakontrollers habe ich noch nicht geschafft zu besorgen. Also dachte ich, fängst du mal an die Gelenkwellen zu zerlegen.

Da es mir vorrangig darum ging, an die Maße der Nadelbüchsen zu kommen, habe ich mit der ältesten und am weitesten verschlissenen Welle begonnen, dies auch, weil sich hier die Büchsen einfach mit einer 6er Schraube ausdrücken lassen, hier ist die erste schon raus:

DSC05546.jpg

Um die gegenüberliegende Büchse ausdrücken, muss das Gelenk dann abgestützt werden, am einfachsten geht dies mit einem 14er Maulschlüssel:

DSC05551.jpg

Sind beide Hülsen raus, lässt sich die Welle einfach aushaken:

DSC05554.jpg

Um den Achsstumpf, die Welle und den Käfig voneinander zu trennen, ist es sinnvoll die Büchsen im Käfig zuerst auszubauen, denn wie man sieht, sind zum Ausbau der Gelenkkreuze von Stumpf und Welle erst die Zapfen der inneren Stütze zu entfernen:
DSC05559.jpg

DSC05560.jpg


Nun kann ich mir auch erst einmal den Zustand der Nadellager ansehen:
DSC05549.jpg

DSC05556.jpg

und was muss ich feststellen, Rost und deutliche Rattermarken - also Schrott und dies, obwohl die Welle äußerlich gar nicht so schlecht aussah.

Auf jeden Fall habe ich nun die Maße der Nadelbüchsen und kann mich da auf die Suche machen. Wegen den Rattermarken auf den Gelenkkreuzen werde ich mal meinen Werkzeugmacher fragen, ob er eine Chance sieht, diese zu schleifen. Auf jeden Fall werde ich nun wohl alle Wellen zerlegen, die Gefahr, dass auch bei den Wellen mit wenig oder gar keinem Spiel die Lager so aussehen, scheint mir zu groß - dann lieber wechseln. Das nächste Mal baue ich die Welle komplett auseinander, daher zeige ich dann auch den Ausbau der Zapfen der inneren Stütze.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 8. Oktober 2015, 23:00

So, da habe ich nun noch einmal etwas rumgemessen und Produktkataloge gewälzt (zumindest sinnbildlich) um Ersatz für die Nadelbüchsen zu finden. Um es vornweg zu nehmen, etwas baugleiches ist nicht zu finden, Alternativen jedoch schon. Das Problem ist, dass die originalen Büchsen in der Länge nicht mit den heutigen nach DIN ISO 618 übereinstimmen, Wellen- und Außendurchmesser jedoch schon. Mal zum Vergleich (jeweils Wellend./Höhe/Außend. in mm):

    Original:
    Büchse vollrollig 14x14,75x20

    alternativ DIN ISO 618:
    Hülse vollrollig 14x12x20 (HN 1412) oder
    Büchse mit Käfig 14x14x20 (BK 1414) oder
    Hülse mit Käfig 14x14x20 (HK 1414) einseitig gedichtet

Nun habe ich die Qual der Wahl. Vollrollige Lager gibt es nur als Nadelhülsen und eben mit nur 12mm Höhe. Die Tragzahl und damit die Lebensdauer dieser Lager ist ca. 1/3 höher als bei den käfiggeführten (SKF 6,82 zu 10,5 kN, INA 7,1 zu 11 kN). Nehme ich diese, muss ich jedoch 2,75mm in der Höhe durch Beilagscheiben ausgleichen. Nehme ein käfiggeführtes Lager reduziert sich der Ausgleich auf 0,75mm - dies ist schon freundlicher. Allerdings fällt die Büchse BK 1414 aus, deren Boden ist soweit eingezogen, dass ich den Ausgleich nicht außen unter dem Sprengring, sondern innen zum Gelenkkreuz herstellen müsste (roter Pfeil):

DSC05559-2.jpg

und immer noch die Gefahr bestünde, dass zumindest bei den SKF-Lagern die Zapfen des Gelenkkreuzes innen an der Büchse anliegen:

SKF.JPG
Quelle: SKF

Die INA-Lage haben zumindest glatte Böden:

INA.JPG
Quelle: INA

aber auch hier wird es eng und die Abdichtung müsste ich bei beiden entfernen (an sonst werden die Lager nicht nachgeschmiert).

Bleiben also nur die vollrollige Hülse mit 12mm Höhe, höherer Tragzahl und 2,75mm Beilage oder die Hülse mit Käfig, niedriger Tragzahl aber nur 0,75mm Beilage. Welche soll ich nun nehmen, hat da einer von den Maschinenbauern nicht mal ein Tipp?

Die Zapfen des Gelenkkreuzes haben übrigens einen Durchmesser von 14,01mm, 2 bis 3/100 ließen sich da dann durchaus noch schleifen ohne ein allzu großes Lagerspiel zu bekommen, durch die Härteschicht sollte man dann auch noch nicht durch sein. Ansonst blieben noch für die Lager passende Laufringe, zu deren Verwendung müsste jedoch der Zapfendurchmesser von 14 auf 10mm verringert werden - dies dürfte der Stabilität sicher nicht zuträglich sein.

PS. Hat denn wirklich niemand eine Idee, ob und wo es noch die originalen Gelenkkreuze gibt?

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Trabantfahrer » Montag 12. Oktober 2015, 12:03

Tag
Warst du schon mal bei einem professionellen Welleninstandsetzer/-bauer? Die haben doch ganz andere Bezugsquellen.

Wenn die Zapfen alle schlecht sind ist es vielleicht sinnvoll die Zapfen aufzuspritzen zu lassen und dann entsprechend zu schleifen. Oder Büchsen aufziehen(würde ich nicht machen).Gerade bei "Mehrteilen" sollte der Preis erträglich sein.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 12. Oktober 2015, 15:56

Trabantfahrer hat geschrieben:Tag
Warst du schon mal bei einem professionellen Welleninstandsetzer/-bauer? Die haben doch ganz andere Bezugsquellen.

War ich, ab einer Mindestabnahmemenge von 1000 St. kann man sich welche schmieden lassen (die Kreuze waren wohl Zeichnungsteile, denn nach TGL 22752 waren Doppelgelenkwellen nicht standardisiert). Damit bekäme man 250 Wellensätze hin, 2 Sätze würde ich für mich beanspruchen, für 248 Sätze müsste man Interessenten finden :shock:

Wenn die Zapfen alle schlecht sind ist es vielleicht sinnvoll die Zapfen aufzuspritzen zu lassen und dann entsprechend zu schleifen.

Das würde man auch in Kleinserie hinbekommen, aber wer härtet die Dinger dann wieder?

Oder Büchsen aufziehen(würde ich nicht machen).Gerade bei "Mehrteilen" sollte der Preis erträglich sein.

Als "Laufringe" bezeichnete gehärtete Büchsen gibt es ja fertig. Allerding müssten dann die Lagerzapfen der Kreuze von 14 auf 10mm abgedreht werden und wie ich schon schrieb, ist mir dass dann zu wenig "Fleisch". Und jemand zu finden, welcher einem gehärtete und geschliffene Büchsen mit vielleicht einer Wandstärke von 0,5mm anfertigt (um die Zapfen nur auf 13mm verkleinern zu müssen), wird wohl auch nicht so einfach sein, das läuft dann bestimmt auch wieder auf 1000 St. hinaus.

PS. Ich habe jetzt erst einmal die Auslandsspur aufgenommen, vielleicht ergibt sich da was.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 14. Oktober 2015, 22:45

So, damit keiner denkt, ich mache hier nicht weiter, aber im Moment warte ich noch auf den gekauften Satz Austreiber, damit ich die Kerbstifte der Zapfen der inneren Stützung herausgeschlagen bekomme - sowie dieser da ist, geht es weiter.

Zwischenzeitlich aber mal eine Frage, kennt jemand vielleicht -z.B. aus alten Zeichungsunterlagen- die genaue Spezifikation des Kegels des Achstumpfes, daher die geforderte Oberflächengüte (Mittenrauwerte) und den Neigungwinkel/Kegelverjüngung ? Dann könnte ich die Dinger nämlich wieder auf Sollmaß bringen lassen.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 18. Oktober 2015, 17:52

Nachdem nun gestern endlich meine Dorne/Austreiber/Splinttreiber (oder wie die Dinger auch immer heißen) in der Post waren, habe ich heute mal ein bißchen weiter gemacht. Der Mittelkäfig war dann auf die übliche Weise schnell entfernt

DSC05578 (1).jpg

und erstaunlicher Weise starrten mich dann beim Gelenkkreuz des Achsstumpfes nicht auch wieder Rost und Rattermarken an.

DSC05577 (1).jpg

Verschleiß ist zwar erkennbar, aber bei diesem Kreuz sollte wirklich leichtes Überschleifen/Polieren reichen, um dieses wieder fit zu machen. Auch die Nadeln samt Büchsen sind noch in Ordnung

DSC05573 (1).jpg

so das gegen eine Weiterverwendung nichts spricht. Somit fehlt mir dann für diese Welle lediglich ein Gelenkkreuz, damit sie noch ein paar Jahre Dienst tun kann.

Voller Hoffnung habe ich dann auch gleich einmal den Kerbstift des Stützzapfens mit der Kugelpfanne ausgetrieben, mit einem passenden Dorn kein Problem:

DSC05575 (1).jpg

Allerdings war es das dann auch. Alle Versuche, den Zapfen aus der Welle zu bekommen, schlugen vorerst fehl, selbst ein Abkühlen des Zapfens brachte hier nichts. Noch nicht probiert habe jedoch die "Kombinationsmethode", daher Welle anwärmen und Zapfen dann Kühlen, hierbei hätte ich im Moment Sorge wegen des unkontrollierten Wärmeeintrags in die Welle. Ehe ich dies versuche, daher erst einmal meine Frage in die Runde:

    Hat, oder kennt jemand eine Auszugsvorrichtung für die Stützzapfen?
Da die Wellen früher standardmäßig instandgesetzt wurden, muss es so etwas ja gegeben haben. Vielleicht hat ja jemand noch so etwas rumliegen und kann mir dies zur Verfügung stellen oder wenigstens ein Foto machen? In diesem Zusammenhang wiederhole ich auch noch einmal meine oben bereits gestellte Frage: kennt jemand vielleicht -z.B. aus alten Zeichungsunterlagen- die genaue Spezifikation des Kegels des Achstumpfes, daher die geforderte Oberflächengüte (Mittenrauwerte) und den Neigungwinkel/Kegelverjüngung ? Für jeden Hinweiß wäre ich dankbar!

PS. Meine Suche nach originalen Gelenkkreuzsätzen war bisher nicht sonderlich erfolgreich - auch hier wäre ich für jeden Tipp dankbar!

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Detlef Grau » Donnerstag 22. Oktober 2015, 21:38

mache ich mit Konterschlaggerät (Zughammer) und selbst angefertigter Aufnahme. Von Hand wirst Du das nicht getrennt kriegen. Was mir bisher nie gelang war, beim Zusammensetzen die Bohrungen für den Kerbstift derart hinzukriegen, dass man den Kerbstift in die originalen Bohrungen einsetzen kann.
in diesem Sinne

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 22. Oktober 2015, 21:51

Detlef Grau hat geschrieben:Von Hand wirst Du das nicht getrennt kriegen.

Das hatte ich auch schon befürchtet - irgenwie hatte ich das aber schon mal in alten Zeiten gemacht, nur wie -nixwissen-. Kannst du vielleicht mal ein Bild von Deinem Eigenbau zur Verfügung stellen, gern auch per PN?

Was mir bisher nie gelang war, beim Zusammensetzen die Bohrungen für den Kerbstift derart hinzukriegen, dass man den Kerbstift in die originalen Bohrungen einsetzen kann.

Das wäre dann meine nächste Sorge, ich wollte es mit 80-90 Grd. Temperaturdifferenz (Wellen in die Röhre, Zapfen in den Tiefkühler) und Schnelligkeit probieren, doch soweit bin ich ja nun noch lange nicht - im Moment schleppt sich alles etwas hin.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Tobias » Sonntag 25. Oktober 2015, 08:40

Ein sehr interessanter Bericht, der mich zur Zeit auch beschäftigt.
Ein anderer Ansatz wäre vielleicht das Kreuzgelenk nachzuarbeiten und die Hülsen minimal auszudrehen und dann daraufhin Übermaß Nadeln einzubauen. Diese sollten ja eigentlich in jeder Größe verfügbar sein, sodass es nur eine Frage der Berechnung ist wie weit man ausdrehen bzw abdrehen muss um auf die gleiche Anzahl Übermaßnadeln zu kommen.
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 25. Oktober 2015, 13:47

Tobias hat geschrieben:Ein anderer Ansatz wäre vielleicht das Kreuzgelenk nachzuarbeiten und die Hülsen minimal auszudrehen und dann daraufhin Übermaß Nadeln einzubauen.

Hallo Tobias, dies ist sicher so möglich, wobei ausdrehen wohl nicht reichen wird, hier ist noch zu schleifen und zu polieren. Die Frage ist außerdem, wie waren/sind die Hülsen vergütet und ist nach einer Nachbearbeitung noch etwas davon über? Außerdem wäre noch jemand zu finden, welcher diese Arbeiten mit der nötigen Präzision erledigen könnte. Auch die Frage nach den Kosten stellt sich sodann und hätte sich schon erledigt, wenn dies teurer käme, als der Kauf neuer 353er Wellen zwecks "Ersatzteilgewinnung" - zumal man denn auch noch neue Stützzapfen hätte. So werde ich mir diese Option als allerletzte offen lassen, zumal ich im Moment schon Kontakte bzgl. einer anderen Lösung geknüpft habe, nur etwas Geduld muss ich da aufbringen. So wie ich etwas weiß, werde ich hier berichten.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Tobias » Montag 26. Oktober 2015, 06:16

Ja das stimmt. Die Oberflächenqualität darf darunter natürlich nicht leiden. Wobei manchmal eine gewisse Rauhigkeit sogar gewünscht ist, beispielsweise bei neuen Getrieberädern. Diese sind extra ein wenig rauh gehalten um sich möglichst schnell einzulaufen. Das ist auch der Grund warum man diese nur paarweise tauschen darf.
Zurück zum Thema: ich denke das die Nacharbeitungen so im Bereich von 1/10tel liegen werden. Dort wird mit Sicherheit noch die gleiche Härtung vorliegen. Wissen tu ich das aber natürlich nicht.
Ich habe einen guten Bekannten, der ist ein Ass auf der Dreh/Fräsmaschine. Ich werde ihn mal fragen was er von der Idee und deren Schwierigkeit bei der Umsetzung hält. Leider sehe ich ihn erst kommendes Wochenende
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 27. Oktober 2015, 09:16

Tobias hat geschrieben:Ich habe einen guten Bekannten, der ist ein Ass auf der Dreh/Fräsmaschine. Ich werde ihn mal fragen was er von der Idee und deren Schwierigkeit bei der Umsetzung hält. Leider sehe ich ihn erst kommendes Wochenende

Hallo Tobias, das wäre toll! Und eilen tut es ja auch nicht, vielleicht erfahre ich bis dahin auch etwas.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 2. November 2015, 19:42

So, da ist er nun, der "missing link" zwischen einer defekten und einer heilen Gelenkwelle:

Gelenksatz.jpg

ein kompletter und neuer originaler Reparatursatz, so wie dieser früher in einer halben handvoll Instandsetzungbetriebe verwendet wurde - wer sagt denn, dass es so etwas nicht mehr gibt!

Im Ernst, da wo dieses Teil herkommt, sind noch mehrere oder sogar viele Gelenksätze vorrätig und ein Kauf, sowie die Instandsetzung kompletter Wellen durchaus möglich. Der Kaufpreis ist mir bekannt (allerdings gibt es die Dinger nicht zum Nulltarif), der Preis für die Instandsetzung kompletter Wellen würde sich nach dem erforderlichen Aufwand richten, kann also noch nicht benannt werden. Im Moment habe ich den Lieferanten bezüglich eines Preisnachlasses bei der Abnahme größerer Mengen Reparatursätzen angefragt, dazu müsste ich natürlich eine Größenordnung nennen können. Da ich meinen Bedarf egoistischer Weise bereits gedeckt habe :smile: frage ich daher nun in die Runde, wer denn noch Interesse an solchen Gelenksätzen, bzw. an einer Instandsetzung von Wellen hat? Denn um auch eine möglichts preisgünstige Instandsetzung der Wellen realisieren zu können, habe ich bereits bei meinem Werkzeugmacher mal gefragt, ob dieser die in Heimwerkermanier kaum zu erledigenden Arbeiten ausführen könnte, daher das Ausziehen der Stützzapfen, diese dann nach dem Austausch neu verbohren, sowie auch den Konus des Achsstumpfes zu schleifen (der Rest wäre in Eigenleistung zu erledigen) - ein Problem sieht er darin jedenfalls nicht. Aber auch hier würde vorerst nach Aufwand abgerechnet werden, erst wenn dieser feststeht, ließe sich stückzahlabhängig ein Pauschalpreis vereinbaren. Um hierfür überhaupt erst einmal ein Gefühl zu bekommen, werde ich die Tage erst einmal zwei Wellen machen lassen, also teildemontierte Wellen zum Ziehen der Zapfen und zum Schleifen der Konen hinbringen, dann selbst wieder montieren und dann die Stützzapfen verbohren lassen. Das bedeutet leider einiges an hin und her, ist aber für mich insoweit kein großer Aufwand, wie man so etwas dann bei vielleicht größere Stückzahl erledigt, bliebe noch zu überlegen.

Also dann, wer Interesse hat bitte ruhig melden, entweder hier oder per PN, Näheres dann später - vorerst kommt es mir erst einmal auf die "Bedarfsermittlung" an.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 5. November 2015, 22:46

Hier nochmal etwas zum Appetit machen:

DSC05612.jpg

Hat denn wirklich niemand Interesse an einer Instandsetzung der Gelenkwellen? Bisher habe ich hierzu nur ein einzige PN bekommen!

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 9. November 2015, 23:46

Heute bin ich nun einmal dazu gekommen, mir die Gelenkkreuze näher anzuschauen. Ehe diese in meine Hände gekommen sind, lagen sie nun ja auch schon mindestens 25 Jahre irgendwo rum und wenn man damals zur Konfektion nicht ein ganz säurefreies Fett verwendet hat, dann mögen die Gelenke ja äußerlich noch hübsch aussehen, aber die Lager selbst könnten durch Korrosion bereits beschädigt sein. Also erst einmal ein Büchse abgezogen und die 25 Nadeln herausgepult:

DSC05621.jpg

Das sieht auf den ersten Blick ja schon einmal recht vertrauenserweckend aus, allerding hat das Fett schon fast die Konsitenz von Ohrenschmalz. Also dann mal ausgewaschen und siehe da, die Hülsen und Zapfen (natürlich auch die Nadeln) präsentieren sich im einwandfreiem Zustand (dies gilt aber nicht nur für das eine, sondern für alle acht Gelenkkreuze):

DSC05618.jpg

DSC05619.jpg

Also dann das Gelenk gut gefettet wieder zusammen gebaut:

DSC05617.jpg

DSC05622.jpg

Allerdings "darf" ich dann das Ganze demnächst noch einmal machen, denn im Moment ich habe noch nicht das richtige Fett.

Aufgeschreckt durch den Hinweis von SKF und INA, das diese ihre käfiglosen Nadelbüchsen/-hülsen im Auslieferungszustand mit einem Fett versehen, welches lediglich der Arretierung der Nadeln und dem Korrosionschutz dient und nicht für den Betrieb geeignet ist, habe ich mich einmal versucht schlau zu machen, welches Fett denn heutzutage für nadelgelagerte Kreuzgelenke so verwendet wird. Ich selbst fahre ja schon seit DDR-Zeiten in den Antrieben Fett mit MoS2-Zusatz und habe solches nun auch wieder in der neuen im Sommer eingebauten Vorderachse verwendet. Aber leider, leider verbieten geradezu alle Gelenkwellenhersteller unisono die Verwendung von Fetten mit Festkörperzusätzen und empfehlen ziemlich übereinstimmend wasserfeste Hochdruck- und Langzeitfette auf Lithiumkomplex-Basis mit Korrosionsschutz-Inhibitoren. Nun werde ich nicht das Fett wieder aus meiner Achse kratzen (was 35 Jahre ging, wird wohl auch noch eine Weile weiter gehen), aber die überholten Wellen wollte ich dann doch gleich richtig schmieren, wobei mich der Korrosionsschutz besonders interessiert - die Wellen werden ja noch ein paar Jahre liegen müssen. Also habe ich mir mal alle konkreten Produktempfehlungen der verschiedenen Gelenkwellenhersteller angesehen (auch bzgl. Verfügbarkeit und Preis) und bin schließlich bei diesem hier (auch hier nochmal) hängen geblieben, für unsereins verfügbar, ein akzebtabler Preis und ein sehr guter Korrosionsschutz. Ich habe es erst einmal gleich bestellt und mir fest vorgenommen, wenn wieder einmal der Wechsel von Radlager und/oder Gelenkwelle ansteht, die Schmierung der Antrieb darauf umzustellen - wobei mir ja niemand folgen muss.

PS. mittlerweile haben sich nun doch schon ein paar Interessenten gemeldet, ein Bedarf für die Instandsetzung von ca. 20 St. Gelenkwellen steht damit bereits fest, wer noch möchte, bitte mitteilen, näheres dann per PN.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 22. November 2015, 13:00

Auch hier geht es langsam aber sicher weiter, eigentlich wollte ich schon seit 14 Tagen zwei Wellen zur "Probe", daher zum Ziehen der Stützzapfen und zum Aufarbeiten der Achsstümpfe zum Werkzeugmacher gebracht haben. Aber erst gestern bin ich nun dazu gekommen eine weiter Welle zu zerlegen.

Ausgesucht habe ich mir ein ziemlich bescheidenes Exemplar, daher mit reichlich Korrosionsnarben vor allem auch auf dem Achsstumpf, der Werkzeugmacher soll es ja nicht so einfach haben :shock: und ich hätte gern gewusst, mit welchen Aufwand und ob überhaupt so etwas aufarbeitbar ist:

DSC05691.JPG

DSC05690.JPG

Von der Korrosion mal abgesehen ist der Verschleiß der Welle nicht sehr hoch, kaum Luft in den Gelenken und der Stütze und vor allem ist die Keilverzahnung noch i.O.

Also dann rann an den Speck, das Zerlegen gestaltet sich leider nicht so einfach wie bei der Welle der alten Ausführung, denn die Nadellagerbüchsen haben kein Gewinde zum Ausdrücken mehr. Es darf also geschlagen werden:

DSC05692.JPG

Mit einem Dorn werden die Kreuze wechselseitig

DSC05693.JPG

soweit durch- und damit ihre Büchsen ausgetrieben, bis die Kreuze innen am Gelenkkäfig anliegen. Ausfälden lassen sich die Kreuze dann jedoch noch nicht, erst wenn noch die Nadeln aus zumindest einer der Büchsen gepult sind, reicht der Platz gerade so aus, das Gelenk auszuhaken:

DSC05696.JPG

DSC05694.JPG

Ist dies erst einmal erledigt, lassen sich die Büchsen problemlos herausklopfen

DSC05697.JPG

und sehen dann im Übrigen so aus:

DSC05695.JPG


So, derart

DSC05698.JPG

bringe ich nun die Teile kommende Woche zum Werkzeugmacher und werde mit diesem das weitere Vorgehen besprechen, denn schließlich müssen ja nach dem Ziehen der Stützzapfen auch noch die anderen Kreuze demontiert werden, vielleicht macht er dies ja gleich mit. Dann noch Achsstümpfe überarbeiten, die neuen Zapfen setzten und Verbohren und zwischendrin aber wieder die ersten Kreuze montieren, der Ablauf wird also noch spannend, zumal ich die Kosten niedrig halten will.

PS. Mittlerweile hätte ich so ca. 20 Wellen zum Imstandsetzen zusammen, wenn ich die ersten beiden wieder vom Werkzeugmacher zurück habe, kann ich auch etwas zu den endgültigen Kosten sagen ... also, wer hat noch nicht, wer will nochmal?

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Tobias » Mittwoch 9. Dezember 2015, 11:46

Gibt es hier vielleicht schon Neuigkeiten vom Werkzeugmacher?
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 9. Dezember 2015, 13:02

Tobias hat geschrieben:Gibt es hier vielleicht schon Neuigkeiten vom Werkzeugmacher?

Wie der Teufel es will, hat dieser sich heute vormittag gemeldet und ich fahre nachher hin - irgendwie soll es Probleme beim Schleifen der Konen geben. Ich berichte dann.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Tobias » Mittwoch 9. Dezember 2015, 13:55

Ja da habe ich wohl den richtigen Riecher gehabt :)

Ja also Ehrlich gesagt habe ich schon ein wenig Bedenken beim schleifen der Konen gehabt.
Einerseits weil man den Winkel 100% treffen muss, andererseits weil ja die Welle nach der Bearbeitung weiter in das Schwenklager ragt als vorher. Vllt kann es dabei Probleme geben?

Wenn der Winkel bei einer Konuspassung nicht absolut gleich ist, ist jede Klemmwirkung dieser genialen verbindung zunichte. Der Werkzeugmacher sollte also wissen was er tut (wovon ich ausgehe)
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 9. Dezember 2015, 16:14

Tobias hat geschrieben:Ja also Ehrlich gesagt habe ich schon ein wenig Bedenken beim schleifen der Konen gehabt.
Einerseits weil man den Winkel 100% treffen muss, andererseits weil ja die Welle nach der Bearbeitung weiter in das Schwenklager ragt als vorher. Vllt kann es dabei Probleme geben? Wenn der Winkel bei einer Konuspassung nicht absolut gleich ist, ist jede Klemmwirkung dieser genialen verbindung zunichte. Der Werkzeugmacher sollte also wissen was er tut (wovon ich ausgehe)


Hallo Tobias, alles mal wieder viel profaner als befürchtet, dem Werkzeugmacher ging es lediglich darum, mir zu demonstrieren, dass er die zwischen die Spitzen gespannten Achsstümpfe nicht bearbeiten kann, ohne hierfür einen Mitnehmer zu bauen. Ich habe gesagt, er soll es machen, der Aufwand verteilt sich dann ja auf zig Wellen. Das Schleifen selbst stellt nicht das Problem dar, ebenso wenig die Abnahme des Maßes vom Konus.

(wobei ich hier schon einmal gefragt hatte, ob jemand das Konstruktionsmaß des Konus kennt, nur hat sich leider niemand gemeldet - vielleicht jetzt?)


Auf jeden Fall sind die Zapfen schon gezogen, wobei dies wohl nicht ganz so einfach war (Details erspare ich mir aber hier). So wie es im Moment aussieht, werde ich die Teile nach dem Schleifen der Konen abholen und die Wellen selbst kpl. montieren und diese dann nur noch einmal zum Verbohren der Zapfen hinbringen. Auch erst dann bekomme ich ein Angebot, bzw. weiß, was der Spaß kostet. Bis Weihnachten wird es wohl noch dauern (der Werkzeugmacher wartet ja nun nicht gerade auf alte 311er-Wellen und ich muss auch noch die nötige Zeit finden), ich bitte daher noch um ein wenig Geduld.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Tobias » Donnerstag 10. Dezember 2015, 10:03

Oh, alles klar.
Man darf gespannt sein.

Klingt auf jedenfall vielversprechend
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 16. Dezember 2015, 23:04

So, dann heute mal keine Radionachrichten (obwohl ... aber lassen wird das lieber) sondern dies:

DSC05780.jpg

Die Wellen sind vom Werkzeugmacher zurück - kpl. ihrer Innereien beraubt und die Konen geschliffen. Das glänzt natürlich erst einmal gewaltig, ganz aus der Nähe betrachtet sind jedoch bei der rechten Welle noch ein paar Korrosionsnarben zu sehen. Diese hatte ich ja extra wegen ihres vergammelten Zustandes mitgegeben um zu sehen, ob so etwas dann auch noch instandsetzbar ist. Der Konus dieser Welle sah ja vorher so aus:

DSC05690.JPG

und nach der Schönheitskur nun so:

DSC05782.jpg

Mindestens 80% Prozent tragende Fläche hatte ich verlangt, diese sind locker erreicht und damit der Achstumpf wieder verwendbar. Morgen werde ich einmal messen wie weit der Konus nach hinten gerutscht ist, vielleicht gelingen ja auch 100%. Die andere Welle (im ersten Bild links) ist übrigens über jeden Zweifel erhaben.

Zum Preis könnte ich nun auch eine Aussage treffen, ich muss nur noch einmal selbst rechnen und über das Handling nachdenken. Ich wollte ja einen Preis für eine Serie von vorerst 20 Wellen haben, den habe ich auch bekommen und ich kann hier nur sagen, meine Ängste und Befürchtungen sind bei weitem nicht bestätigt worden. Jetzt muss es mir nur noch gelingen, meiner "Quelle" für die Lagerkreuze noch einen Mengenrabatt abzuhandeln, dann bekommen alle die mich angeschrieben haben einen Vorschlag.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 5. Januar 2016, 01:47

So, damit niemand denkt, hier gänge es nicht weiter, nun eine kurze Statusmeldung. Zwischenzeitlich ist es mir nun tatsächlich gelungen, den Lieferanten der Gelenkkreuze mal wieder "ans Rohr" zu bekommen und tatsächlich scheint er einen Mengenrabatt geben zu wollen - eine Antwort auf meinen Vorschlag steht aber noch aus (naja, ist nun nicht gerade dessen Hauptgeschäft). Ich bitte daher alle, welche mich angeschrieben haben, noch um ein wenig Geduld - einen Preis für die Instandsetzung kann ich nun bestimmt bald nennen.

PS. weitere Instandsetzungwünsche sind übrigens willkommen, also traut Euch!

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Tobias » Dienstag 5. Januar 2016, 12:30

Danke für die Info,

immer mit der Ruhe, bei solchen Sachen sollte man nichts überstürzen.
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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon bic » Donnerstag 7. Januar 2016, 14:26

Der Preis steht fest und ist deutlich günstiger, als ich annahm. Dies resultiert daraus, dass der Lieferant der Gelenkkreuze nun doch einen deutlichen Rabatt eingeräumt hat, zwar nicht ganz das, was ich mir gewünscht habe, aber immerhin. Diejenigen, welche mir geschrieben hatten, bekommen also nun in Kürze eine PN mit der Kostenaufstellung.
An sonst gilt meine Aufforderung immer noch: "wer hat noch nicht, wer will nochmal" - dann bitte per PN melden.

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Re: Doppelkreuzgelenkwellen 311

Ungelesener Beitragvon Schneider » Freitag 22. Januar 2016, 18:00

Ich bin gerade dabei, Doppelgelenkwellen in meinen 311er einzubauen.

Frage: Gibt es auch eine definierte Einbaulage Doppelgelenkwelle zum Mitnehmer im Gummigelenk am Getriebe so wie beim Einfach-
Gelenk? Beim Einfachgelenk muß die Scmalseite (Längsseite) des Gelenkes senkrecht zum Mitnehmerknebel im Gummigelenk stehen.

Wie ist das beim Doppelgelenk?

Bitte umzeitnahe Antwort!
MfG. Ulf Schneider
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