Hallgeber/sensor für Drehzahlabgriff

Zündung, elektronisch oder mechanisch, EBZA, Steini und ähnliche Systeme

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Hallgeber/sensor für Drehzahlabgriff

Ungelesener Beitragvon bic » Dienstag 19. März 2019, 23:41

Wie ich hier schon schrieb, muss ich endlich einmal das leidige Thema "elektronischer Drehzahlabgriff an Klemme 1" zu Ende bekommen. Neben den tatsächlich noch einmal aufzunehmenden Versuch, das Drehzahlsignal an Klemme 1 zu gewinnen habe ich mich mal nach anderen, praktikablen Lösungen umgeschaut. Und tatsächlich ist ja bei mir eine solche Möglichkeit schon vorhanden, nämlich der Magnetgeberring der elektronischen Zündung:

Zuendung.JPG

Diese besitzt 3 Magnete, einen auf Nord ausgerichteten und zwei auf Süd ausgerichtete (warum zwei Südpole -nixwissen-, bisher habe ich mir das nicht erklären können und den Hersteller habe ich bisher nicht geschafft zu fragen). Also dann jetzt nur noch z.B. der Stelle mit dem im obigen Bild eingetragenen Kästchen einen Hallsensor einbauen und die Kurvenform des Zündimpulses kann mir egal sein.

Als Sensorvariante kämen zumindest meiner Meinung nach in Frage:

  1. ein unipolarer, auf den Nordpol schaltender - dann habe ich einen Impuls je Umdrehung
  2. ein bipolarer, daher auf Nord- und Südpol schaltender - dann habe ich drei Impulse je Umdrehung (die Anzahl der Signale pro Umdrehung ist in der Software des Controllers einstellbar)
  3. oder ein bipolarer latching schaltender - dann ergibt sich sogar ein Rechtecksignal mit einer Pulsebreite von 1/3 zu 2/3

Aber damit fängt das Problem nun an. Da ich nun nichts mir selbst zusammenlöten will, sondern ein fertig konfektioniert, einsatzbereiten und an der Bordspannung funktionierenden Sensor/Geber, möglichst in zylindrischer Form verwenden will (gern auch noch mit zusätzlich notwendigen Pullup/-down Widerstand), habe ich mich mal im weltweiten Netz auf die Suche gemacht - aber so gut wie überhaupt nichts geeignetes gefunden, zumal ja auch noch die Sensorfläche stirnseitig sitzen muss (Conrad und Konsorten haben nicht wirlich etwas geeignetes).

Daher meine Frage an die Elektronikexperten - kennt jemand einen geeigneten Sensor oder kann mir einen Tipp geben, wo ich fündig werden könnte?
Ich bedanke mich schon einmal!

PS. Hat jemand eine Idee, was passieren würde, falls ich einen Zahnradsensor nehme? Würde diese auf die 3 Magnete reagieren wie auf drei Zähne? Hat jemand so etwas schon einmal ausprobiert?
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 20. März 2019, 04:38

Die Magnetpole ergeben für den Nordpol 120° Winkel und die beiden Südpole 240°.
Entsprechend dem Zündabstand beim Wartburg 353. Der Schliesswinkel ist dadurch etwas kürzer - max. 120°. Bei der EBZA2s ist der Schliesswinkel 140°.

Beim Trabant 601 mit der ESE - 2 H ist der Zündabstand 180°. Der Schliesswinkel ist auch 180°.

Einen Impuls pro Umdrehung erhält man an der Zündspule Anschluss 1.
Je nach Eingangsspannung wird ein oder 2 Widerstände nötig.
Das ist vom Drehzahlmesser anhängig und von benötigtem Eingangssignal.
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 20. März 2019, 08:36

WABUFAN hat geschrieben:Die Magnetpole ergeben für den Nordpol 120° Winkel und die beiden Südpole 240°.
Entsprechend dem Zündabstand beim Wartburg 353. Der Schliesswinkel ist dadurch etwas kürzer - max. 120°. Bei der EBZA2s ist der Schliesswinkel 140°

Richtig Andreas, aber wie schaltet das Teil dann? Wenn ich mal den Nordpol (roter Punkt) als ZZP -also Öffner- annehme, dann schließt der erste nach 120 Grd. nachfolgende Südpol (blauer Punkt) den Stromkreis und die Spule wird geladen. Was macht dann der zweite, nach weiteren 120 Grd. folgende Südpol? Der erteilt doch dann noch einmal einen Schließbefehl und der Spulenstromkreis bleibt bis zum Verbeilaufen des Nordpols geschlossen - also 240 Grd. Schließwinkel. Wo liegt hier mein Denkfehler?
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 20. März 2019, 10:13

Iche denke, das der Übergang vom Südpol ( blau ) zum Nordpol ( rot ) die Spule einschaltet.
Der Zündzeitpunkt ist dann genau der Übergang vom Nordpol zum Südpol.
Das soll dann 22° vor OT sein.
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 20. März 2019, 16:02

WABUFAN hat geschrieben:Iche denke, das der Übergang vom Südpol ( blau ) zum Nordpol ( rot ) die Spule einschaltet.
Der Zündzeitpunkt ist dann genau der Übergang vom Nordpol zum Südpol.
Das soll dann 22° vor OT sein.

Nun ja, ich verstehe nicht ganz, was Du mit "Übergang" meinst. Üblicherweise reagiert ein Hallsensor ja darauf, dass sich direkt vor seiner sensitiven Fläche der Pol eines Magneten befindet:

hall_effect.gif

Auf Grund der (vermuteten) Anordnung der Magneten im Geberring längs zu dessen Achse, dürften sich Süd-, respektive Nordpol entweder an der Ober oder Unterseite des Rings befinden und die Hallsensoren in den Zündmodulen so ausgerichtet sein, dass diese jeweils nur auf einen der beiden Pole der Magneten reagieren. Auf Grund der Montagebedingungen dürfte dies dann die Oberseite des Ringes sein und die Farbpunkte bezeichnen dann den hier jeweils "aktiven" Pol. Einen direkten Übergang von einen Süd- zu einem Nordpol gibt es daher nicht, derart kräftig sind die Magneten auf keinen Fall und nach dem Vorbeilaufen des aktiven Ende eines Magneten an einem Sensor passiert erst einmal eine ganze Weile nichts, bis dann der zweite Magnet am Sensor ankommt.

Aber um mein Unverständnis einmal zu verdeutlichen, habe ich das obige Bild mit ein paar Zahlen ergänzt:

CLIP-001966CD.JPG

Als aktiv nehmen wir mal das Zündmodul von Zyl. 2 an. Vorausgesetzt es stimmt, dass der Nordpol Nr. 2 (rot) den ZZP bestimmt, dann würde es genügen, einen einzigen Südpol zum Einschalten des Spulenkreises zu verwenden. Dieser müsste in Drehrichtung der Nr. 2 um 120-130 Grd. vorherlaufen, so wie es auf dem Bild die Nr. 1 macht. Kommt Nr. 1 am Geber vorbei, schaltet er also den Spulenstromkreis ein, dieser bleibt dann durch die Latching(Rast)funktion des Gebers auch eingeschalten bis schließlich 120 Grd. später Nr. 2 an diesem vorbei kommt und den Spulenstromkreis öffnet (natürlich günstiger Weise am ZZP :smile:) - so käme man auf den erforderlichen Schließwinkel zum Laden der Spulen. Aber wozu dient dann der Südpol Nr. 3? Da dieser nun 120 Grd. der Nr. 2 hinterherläuft, schaltet auch dieser bereits nach eben den 120 Grd. den Spulenstromkreis ein und nicht erst die nachfolgende Nr. 1. So kommt man dann doch insgesamt auf einen Schließwinkel von 240 Grd. - oder mache ich hier einen Denkfehler ? :sad:

Übrigens - bei anderen Zündanlagen verwendet Laubtec -so wie es nach meiner Meinung auch ausreicht- auch nur einen Südpol:

Unbenannt.JPG

Warum nun bei der AWE Zündung deren zwei Verwendung finden, habe ich heute erst einmal beim Hersteller nachgefragt - mal sehen ob und was dieser antwortet.

Aber dass Alles hat nun nichts zu tun mit meiner Suche nach einem zusätzlichen Hallsensor, daher hier noch einmal meine Frage - kennt jemand einen geeigneten Sensor oder kann mir einen Tipp geben, wo ich fündig werden könnte?
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Mittwoch 20. März 2019, 17:37

Was ich mich frage : Warum hat man nicht 1 Südpol und 1 Nordpol mit 180° genommen ? Gab es da Bedenken bezüglich des Schliesswinkels von 180° und der erhöhten Verlustleistung und Erwärmung der Zündspule ?
Wo ist genau der Hall - IC bei den Gebern montiert ?
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Mittwoch 20. März 2019, 19:51

WABUFAN hat geschrieben:Was ich mich frage : Warum hat man nicht 1 Südpol und 1 Nordpol mit 180° genommen ? Gab es da Bedenken bezüglich des Schliesswinkels von 180° und der erhöhten Verlustleistung und Erwärmung der Zündspule ?

Tja -nixwissen- Die Verlustleistung steigt übrigens bei 3000 U/min und einer Standardspule von ca. 3 auf ca. 4J. So gewaltig ist das nicht.

Wo ist genau der Hall - IC bei den Gebern montiert ?

Dass kann ich Dir erst genau sagen, wenn ich das Auto nächsten Monat aus dem Winterschlaf gehohlt habe, ich nehme aber an, dort wor der Nupsi zu erkennen ist, daher in der Mitte.
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 23. März 2019, 16:53

bic hat geschrieben:Warum nun bei der AWE Zündung deren zwei Verwendung finden, habe ich heute erst einmal beim Hersteller nachgefragt - mal sehen ob und was dieser antwortet.

So, nun habe ich die "Antwort" auf meine Frage:

"Hallo, Schließwinkel beträgt 120° und die Magnet sind Stabmagnete die Radial mittig eingesetzt sind. Farbmarkierungen sind nur Anhaltspunkte. Rot ist Süd und Blau ist Nord."

Also Rot ist Blau und Süd ist Nord oder so ähnlich, die Jungs haben einfach mal die üblichen Farben vertauscht und ich suche daher nun einen unipolaren, statt auf den Nord- auf den Südpol schaltenden Hallgeber. Aber warum nun zwei (Nord)Pole hintereinader angeordnet sind und was ich unter "Radial mittig" verstehen soll, bleibt offen, vielleicht ist dies ja auch ein Betriebsgeheimnis [smilie=hi ya!.gif]

Aber egal, trotzdem hier noch einmal meine Frage - kennt jemand einen geeigneten (nun auf den Südpol schaltenden) Sensor oder kann mir einen Tipp geben, wo ich fündig werden könnte? Auch hier noch einmal meinen Dank im Voraus!
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Sonntag 24. März 2019, 02:54

Was mich interessiert, ist der Strom durch die Zündspule Ein / Aus oder auch gleitend ?
Bei der Trabant - Anlage folgt dem B 462 noch ein Schmitttrigger zur Impulswandlung.
Dabei wird der Südpol eines Magneten mit minimal 34 mT ( Millitesla ) zum Schalten des Ausgangs von + nach Masse benötigt. Zurückgeschalten wird bei 5 mT.

Den B 462 kann man durch den TLE 4905 von INFINION ( SIEMENS ) ersetzen.

Mit einem Kompass kann man die Polung der Magnete feststellen.

Verstehe ich richtig :
Unipolar - das Magnetfeld mit dem Südpol ändert sich von 5 - 34 - 5 mT ?
Braucht man da wirklich einen ( 2 ) Nordpole ?
Bipolar - das Magnetfeld ändert sich von Südpol auf Nordpol und reture ?
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 24. März 2019, 10:58

WABUFAN hat geschrieben:Was mich interessiert, ist der Strom durch die Zündspule Ein / Aus oder auch gleitend ?

Hallo Andreas, ich verstehe im Moment nicht, was Du mit "gleitend" meinst - erklär mal bitte.

Bei der Trabant - Anlage folgt dem B 462 noch ein Schmitttrigger zur Impulswandlung.
Dabei wird der Südpol eines Magneten mit minimal 34 mT ( Millitesla ) zum Schalten des Ausgangs von + nach Masse benötigt. Zurückgeschalten wird bei 5 mT.

Nun ja, auch "meine" Zündmodule haben wohl eine Leistungsendstufe eingebaut, wie diese aufgebaut ist -nixwissen- Auf jeden Fall schalten diese immerhin 7,5A. Auf welche (Mindest)Flußdichte der Hallsensor nun eagiert --> ebenfalls -nixwissen-

Mit einem Kompass kann man die Polung der Magnete feststellen.

So etwas habe ich leider nicht, ist bei mir überall durch GPS ersetzt :shock: Ich glaub auch nicht, dass ich im montierten Zustand so vernünftig mit einem Kompass ran käme, dass ich Polung bestimmen könnte und demontieren werde ich die Anlage deshalb nicht.

Verstehe ich richtig :
Unipolar - das Magnetfeld mit dem Südpol ändert sich von 5 - 34 - 5 mT ?
Braucht man da wirklich einen ( 2 ) Nordpole ?
Bipolar - das Magnetfeld ändert sich von Südpol auf Nordpol und reture ?


Nun, Hall-Sensoren reagieren ja nicht auf die Änderung des Magnetpol von z.B. Süd auf Nord, sondern diese liefern eine Spannung, so lange sie sich im Einflußbereich eines senkrecht zur sensitive Fläche des Sensor verlaufenden Magnetfelds befinden, hier noch einmal das Bild von oben:

hall_effect.gif

Es gibt nun beinah unendlich unterschiedlichste Hall-ICs, bzw. fertig konfektionierte Sensoren/Geber, welche zur Hauptsache jedoch so "sortiert" werden:

  1. Unipolare, nur auf einen Magnetpol (Nord oder Süd) reagierende Sensoren, hier wird ein Signal geliefert, so lange sich der enstprechende Magnetpol im Empfindlichkeitsbereich des Sensor befindet (auch stehend in Ruhe).
  2. Bipolare, auf beide Magnetpole reagierende Sensoren, hier wird ein Signal geliefert, egal welcher Magnetpol sich im Empfindlichkeitsbereich des Sensor befindet - an sonst wie unipolar.
  3. Sensoren mit "latching" (rastend), in der Regel bipolare Sensoren, bei welchen der eine Pol das Signal ein- und der andere Pol dieses wieder ausschaltet. Es gibt aber auch unipolare Sensoren, bei welchen die Sachaltfunktion nur von einem Pol ausgelöst wird, daher z.B. erster Poldurchgang "ein" und nächster Durchgang dann wieder "aus".

Um nun die vorhandenen Magneten im Geberring meiner Zündung auch für die Drehzahlerfassung nutzen zu können, kommen verschiedene Sensorausführungen in Frage:

  1. ein unipolarer, jetzt nach der Antwort des Herstellers auf den Südpol reagierender Sensor - dann erhalte ich je Umdrehung genau einen Impuls
  2. ein bipolarer Sensor - dann erhalte ich je Umdrehung drei Impulse (in der Software meines Controllers kann ich dies berücksichtigen). Dies funktioniert aber nur dann, wenn der Hersteller wirklich drei Magnete im Geberring versenkt hat und der eine blaue Punkt nicht nur ein Dummy ist
  3. ein bipolarer Sensor mit latching - dann bekomme ich ein Rechtecksignal mit einem Pulsweitenverhältnis von 1/3 zu 2/3, dies egal ob nun tatsächlich zwei oder nur ein "Nordpol-Magnet" im Geberring vorhanden ist.

Am liebsten wäre mir Nr. 3, dann dann bin unabhängig davon, wieviele "Nordpol-Magnete" der Hersteller nun wirklich verwendt hat. Außerdem hoffe ich, dass mein Controller mit den Pulsbreiten eines Rechtecksignals eher etwas anfangen kann, als mit den nadelförmigen Impulsen, welche ein uni- oder bipolarer Sensor erzeugen würde. Aber so einen Sensor/Geber nun erst einmal finden! Allerdings, hier wäre ein solcher:

hall.JPG

Dieser schaltet ein auf dem Süd- und wieder aus auf dem Nordpol (rotes Kästchen), die Betriebsspannung passt auch, jedoch die Bauform ist ungünstig. Ich habe Zweifel, dass ich den Geber auch montiert bekomme, mit 22mm baut dieser recht breit auf. Vielleicht kann man die Ohren entfernen und den Geber anders befestigen, naja egal, erst einmal muss das Auto her, damit ich den verfügbaren Montageplatz ausmessen kann.

Lieber jedoch wäre mir eine solche Bauform:

kkk.JPG

dies ist ein M12-Zylinder, den bekomme ich auf jeden Fall eingebaut. Allerdings ist zu diesem Sensor das Datenblatt derart dürftig, das diesem noch nicht einmal entnommen erden kann, wie der Sensor nun schaltet. Nun - wir werden sehen.
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 29. April 2019, 23:34

So, hier bin ich nun auch weiter. Im Solex-Vergaser-Thread hatte ich ja schon gezeigt, dass ich mich nun für diesen Hallgeber entschieden habe:

DSC07726.jpg

Dieser ist bipolar bipolar, reagiert also auf beide Polaritäten des Magnetfeldes. Außerdem ist er "latch", daher er speichert sein Ergebnis und kann erst wieder durch ein Magnetfeld mit anderer Polarität umgeschaltet werden. Einschalten tut er auf dem Süd- und wieder ausschalten auf dem Nordpol.

Obwohl das Teil nun schon so klein ist, passt es so nicht wie gewollt zwischen die Zündmodule:

Zuendung.JPG

Ich musste das Ding daher noch allen überflüssigen Plastiks berauben und so passt es jetzt (schon probiert):

DSC07737.jpg

Da sich nun nach Aussage des Herstellers der Zündung die Magnete mittig im Sensorring befinden, musste ich den Geber eben auch querliegend einbauen, damit die mit einem kleinen Fadenkreuz:

Unbenannt.JPG

gekennzeichnete aktive Fläche auch ja in den Einflußbereich der Magnetfelder gelangt.

Eigentlich wollte ich nun mal ohne schon im Auto rumzufummeln das Ganze mal ausprobieren und dachte mit dem Geberring von der Ungarnzündung müsste es ja auch funktionieren, den gleichen Durchmesser hat der Ring ja:

DSC07736.jpg

aber Pustekuchen, keinerlei Zuckung. Eigentlich auch kein Wunder, die Magnete des Ungarnrings :

DSC07738.jpg

sind klitzeklein und dann auch noch mit den Polen in Richtung Grundplatte ausgerichtet, denn bei der Ungarnzündung liegen ja hier die Sensoren:

DSC07743.jpg


Mit einem "Fremdmagneten" und Handsteuerung funktionierte das Teil jedoch wie erhofft, hier mit einem Pullup-Widerstand von 2,7 k auf knappe 12V gezogen:

DSC07741.jpg

und hier voll durchgesteuert (negative Logik):

DSC07742.jpg

Jetzt muss es nur noch mit dem Geberring der Laubtec-Zündung funktionieren - noch gehe ich davon aus, dass hier die Pole der Magneten radial ausgerichtet sind, denn bei dieser Zündung können die Hallsensoren ja nur auf die Außenwand des Rings sehen:

laub.JPG

Also werde ich das die Tage dann doch gleich mal im Auto ausprobieren - den Kram erst auszubauen und dann wieder neu zu justieren ist mir zu aufwändig. Es bleibt also spannend und wenn es nicht funktioniert, dann ist es eben so, € 5,78 für den dann vergebens gekauften Sensor sind ja verschmerzbar :smile:

Anm. d. Mod.: Die Moderation hat diesen Beitrag mal aus dem Marktplatz in die Zündungsecke verschoben - auch wenn nicht jeder so viel Ahnung vom Thema hat wie die Diskutanten, klingt es interessant genug, um nicht im "Marktgeschrei" unterzugehen.
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Re: Hallsensor /-geber gesucht

Ungelesener Beitragvon bic » Samstag 4. Mai 2019, 20:14

Anm. d. Mod.: Die Moderation hat diesen Beitrag mal aus dem Marktplatz in die Zündungsecke verschoben - auch wenn nicht jeder so viel Ahnung vom Thema hat wie die Diskutanten, klingt es interessant genug, um nicht im "Marktgeschrei" unterzugehen.

Ok ... wenn es denn so sein soll :smile:

An sonst mal weiter im Text. Heute habe ich dann mal den Geber ins Auto gefummelt:

DSC07745.jpg

Dass das knapp zugeht, sieht man ... passt aber. Die Masse für das Teil habe ich gleich von der Befestigungsschraube gehohlt und den Rest erst einmal fliegend verdrahtet - und siehe da, das Teil schaltet, zwar erst einmal nur mit dem Multimeter gemessen, aber immerhin! Auf den roten Punkt wird high und auf dem dann folgenden blauen Punkt auf low geschalten, die Magneten sitzen dann also doch radial im Geberring. Morgen hänge ich vielleicht mal das Ozzi ran oder schalte gleich den Controller auf, bin ja gespannt!
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Re: Hallgeber/sensor für Drehzahlabgriff

Ungelesener Beitragvon bic » Sonntag 5. Mai 2019, 19:11

Also, auf die Herumschlepperei des schweren Oszis habe ich dann mal verzichtet und gleich den Kontroller angeschlossen. Und siehe da, dat geit! Zum ersten Mal nach 3½ Jahren zeigt mein Kontroller die korrekte Drehzahl an (blaue Kurve in der Mitte), hier gleich mal mit den eingetragenen Schaltpunkten:

1.jpg

Die Geschwindigkeit beim Schalten betrug dann jeweils 24, 42 und 65 km/h. Bei 4.250 U/min, respektive 105 km/h war dann die Straße zu Ende:

2.jpg

aber die Abgastemperatur schon auf knapp 700 Grd. (Vollast halt). Lambda zappelt aber immer noch so dämmlich rum, wie nach dem Einbau des überholten Vergasers zum vorigen Saisonende --> klick! Da werde ich also noch einmal bei müssen, vielleicht ist es ja auch ein elektrisches Problem oder eins der Sonde. Im Moment ist das mir aber erst einmal Wurst, ich bin froh, dass endlich die Drehzahlaufnahme funktioniert!
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Re: Hallgeber/sensor für Drehzahlabgriff

Ungelesener Beitragvon frankyracing » Sonntag 5. Mai 2019, 19:42

Super! Das sieht doch gut aus. :smile:

Mit dem „Lambda-Gezappel“, mach Dir mal keine Sorgen. Das könnte an der Abtastrate vom Logger liegen. Ich habe zwar vom Zeitronix keine Ahnung, da ich mit Mychron arbeite, aber stelle ich beim Mychron 20 Hz statt 50Hz ein, wird die Kurve glatter.

Na ja, hierzu gibts noch einen Kommentar... :shock:

bic hat geschrieben:Die Geschwindigkeit beim Schalten betrug dann jeweils 24, 42 und 65 km/h. Bei 4.250 U/min, respektive 105 km/h war dann die Straße zu Ende


F3F3CA49-AFA8-4C8E-A373-9A39651F2BC3.jpeg


...so sieht das aus, wenn die Straße zu Ende ist... {rolleyes}
...fährst Du quer, siehst Du mehr...

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Re: Hallgeber/sensor für Drehzahlabgriff

Ungelesener Beitragvon ffuchser » Sonntag 5. Mai 2019, 21:17

ik würd ja eher sagen vom rechten Wege abgekommen. {kratz}
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Re: Hallgeber/sensor für Drehzahlabgriff

Ungelesener Beitragvon bic » Montag 6. Mai 2019, 00:15

frankyracing hat geschrieben:Super! Das sieht doch gut aus. :smile:

Mit dem „Lambda-Gezappel“, mach Dir mal keine Sorgen. Das könnte an der Abtastrate vom Logger liegen. Ich habe zwar vom Zeitronix keine Ahnung, da ich mit Mychron arbeite, aber stelle ich beim Mychron 20 Hz statt 50Hz ein, wird die Kurve glatter.

Die Abtastrate kann ich bei Zeitronix leider nicht ändern, aber die Meßwerte nivellieren, möglich ist die Durschnittsbildung bis über 11 Meßwerte. Das bringt natürlich etwas "Ruhe" ins Bild, ich komme jedoch auch damit nicht an die Ausgeglichenheit der Kurve von meinem alten Vergaser ran (Vollast zwischen den gelben Pfeilen und ohne Durchschnittsbildung):

2017.jpg

Da muss ich zwangsläufig noch einmal Ursachenforschung betreiben - das interessiert mich schon.

An sonst macht es sich ganz gut, wenn man Lambda von Kurven- auf Instrumentenanzeige umstellt. Dann kann man die gesamte Strecke mit dem Mauszeiger abfahren und man bekommt eher einen Statusüberblick als mit der Zappelkurve. So kann man auch leicht ablesen, dass der Vergaser sowieso etwas mager abgestimmt ist und mit steigender Drehzahl immer weiter abmagert:

5.JPG

4.JPG

3.JPG

Naja, wäre auch quatsch, wenns langweilig würde [smilie=hi ya!.gif]

...so sieht das aus, wenn die Straße zu Ende ist... {rolleyes}

Mit Schnee hätte es heute bei mir auch so oder schlimmer ausgesehen :shock:
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