Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

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Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon den » Sonntag 17. Mai 2009, 18:32

Hallo!

Mich interessieren folgende Fragen. Vielleicht hat jemand von Euch Spezialisten ein paar Infos oder Ideen?

1)Kann es sein daß man heutzutage durch eine bessere Normal-Spritqualität (oder Benzin mit höherer Oktanzahl: Super...V100) auch am Serienmotor problemlos eine etwas höhere Verdichtung fahren könnte?

2)Im DDR-Vergaserhandbuch stand, daß der Jikov auf Ökonomie ausgelegt ist und daß durch weitere Anfettung die Leistung weiter steigen würde. Wißt Ihr etwas darüber? Vielleicht kann man diesen Kunstgriff nur auf Volllast beschränken? Es stand, glaube ich, drin was dazu verändert werden muß und WAS sich WO (Bandverhalten) verändert. Ich habe leider das Buch nicht zur Hand sonst würde ich selber nachlesen. Wenn nur eine Umdüsung notwendig ist, gibt es andere Düsenvarianten problemlos zu kaufen?

3)Wie kommt eigentlich die Angabe zum Verdichtungsverhältnis zustande?
Nimmt man den kompletten Hub des Kolbens oder wird der "tote" Hub durch offene Kanalquerschnitte als Verlustfaktor irgendwie verrechnet?
Grund der Frage: Ein getunter Motor mit verlängerten Steuerzeiten hat doch gar nicht die Verdichtung wie er im Serienzustand hätte.
Man spricht davon daß man am getunten Motor die Verdichtung erhöht. Eigentlich gleicht man mit dem kleineren Brennraum doch nur die verschlechterte Kompression des getunten Motors aus - oder liege ich da falsch?

4)Bei Euch war zu lesen, daß für ausreichend dimensionierte Standard-Einlaßmembranen kaum oder zu wenig Platz ist. Könnte man diese nicht hochkant montieren um das Problem auszutricksen?

Viele Fragen - bin sehr gespannt auf Eure Antworten! Im Voraus vielen Dank!

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Montag 18. Mai 2009, 21:34

Hallo Dennis,
interessante Fragen hast du da!

den hat geschrieben:1) Kann es sein daß man heutzutage durch eine bessere Normal-Spritqualität (oder Benzin mit höherer Oktanzahl: Super...V100) auch am Serienmotor problemlos eine etwas höhere Verdichtung fahren könnte?

a) nein, b) ja. Auch heute noch hat man mit Normalbenzin in manchen Betriebszuständen schon mit Serienverdichtung Klingeln, das auf die Dauer den Motor killt. WENN man aber höherwertigen Sprit fährt - 95er oder gar 98er/100er - dann kann man die Verdichtung ohne Klingelgefahr anheben.

2)Im DDR-Vergaserhandbuch stand, daß der Jikov auf Ökonomie ausgelegt ist und daß durch weitere Anfettung die Leistung weiter steigen würde. Wißt Ihr etwas darüber? Vielleicht kann man diesen Kunstgriff nur auf Volllast beschränken? Es stand, glaube ich, drin was dazu verändert werden muß und WAS sich WO (Bandverhalten) verändert. Ich habe leider das Buch nicht zur Hand sonst würde ich selber nachlesen. Wenn nur eine Umdüsung notwendig ist, gibt es andere Düsenvarianten problemlos zu kaufen?

Hmm. Also ich hab dieses Vergaser-Buch von Müller/Müller auch; da steht diesbezüglich nichts drin. - Es ist aber bekannt, dass der Jikov auf sparsam getrimmt ist - das war der Grund für den Einbau. Allerdings bezieht sich das in erster Linie auf den Teillastbereich, wo er recht stark abmagert; bis etwa zum Beginn des Öffnens der zweiten Stufe. Danach wird weiteres Anfetten nicht mehr viel bringen - außer vielleicht verringertem Klingeln. Zudem ist es ein gewisses Problem, die Verfettung auf die Vollast zu beschränken. Nötig wäre auf jeden Fall dazu eine verkleinerte Luftkorrekturdüse; dann wird weniger Korrekturluft beigemischt und das Gemisch wird im Endeffekt fetter, weil dafür mehr Sprit angesaugt wird. - Dies ist nicht ganz ungewöhnlich - wird aber oft nicht zwecks mehr Leistung gemacht, sondern um eben Klingeln weg zu bekommen. Faktisch wirst du damit vielleicht ein besseres, "satteres" Ansprechverhalten und evtl. - wenn er jetzt ruckelt - einen schöneren Übergang hinkriegen; effektiv Leistung ist damit per se nicht zu gewinnen.

3)Wie kommt eigentlich die Angabe zum Verdichtungsverhältnis zustande?
Nimmt man den kompletten Hub des Kolbens oder wird der "tote" Hub durch offene Kanalquerschnitte als Verlustfaktor irgendwie verrechnet?
Grund der Frage: Ein getunter Motor mit verlängerten Steuerzeiten hat doch gar nicht die Verdichtung wie er im Serienzustand hätte.
Man spricht davon daß man am getunten Motor die Verdichtung erhöht. Eigentlich gleicht man mit dem kleineren Brennraum doch nur die verschlechterte Kompression des getunten Motors aus - oder liege ich da falsch?

Dein Gedankengang ist völlig richtig. Zunächst kompensiert man mit dem Abfräsen des Kopfs nur das, was durch den ggf. nach oben gefrästen Auslassschlitz verloren geangen ist. ABER man kann ja darüber hinaus auch noch mehr machen, um die Brennräume zu verkleinern und die Verdichtung zu erhöhen. - Bis der Motor eben wieder klingelt zum Gottserbarmen ... :-|

4)Bei Euch war zu lesen, daß für ausreichend dimensionierte Standard-Einlaßmembranen kaum oder zu wenig Platz ist. Könnte man diese nicht hochkant montieren um das Problem auszutricksen?

Vesteh ich nicht. Ich hab mich mit der Membranproblematik allerdings selbst auch noch nicht soo richtig befasst. Aber nach meinem Wissen existiert das Problem ja in der Höhe genauso. - Vor allem auch in der Tiefe, also quasi der Breite nach rechts ... Mit wachsender Fläche müssen ja die Lamellenzungen länger werden, brauchen also mehr Platz nach innen rein. Da ist aber keiner; denn man kann die Einlasskanäle nicht beliebig aufweiten, um die Membran in den Motor zu versenken, da kommt ja gleich mal der Kolben in die Quere. - Also muss man mit dem ganzen Spiel vom Motor abrücken; da gibt's aber auch Grenzen - weil dann irgendwann der Radkasten im Weg ist. (Ein Ausweg, so hirnrissig es auf Anhieb klingt, wäre der Einbau des Motors quer zur Fahrtrichtung - wie im 1.3er. Meist sind Quermotorgetriebe so gebaut, dass der Motor rechts sitzt. Dann hätte man hinter dem Motor besser Platz für die Versagerbatterie nebst Membranblöcken...)

Gruß
Tommy (der auch gespannt ist, was noch alles an Antworten kommt ...)
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Gast

Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Dienstag 19. Mai 2009, 21:02

Vielen Dank Tommy für die informativen Antworten!

Ich habe meinen Wabu im Boot selbst mit dem billigen Sprit noch nie klingeln hören. Das kann an den abweichenden Betriebsbedingungen im Boot liegen. Vom PKW (zu DDR-Zeiten) hingegen kenne ich das ungute Geräusch nur zu gut!

Das mit der Anfettung stand an der Stelle wo auch vom abgesenkten Lambdawert o,94(?) die Rede ist. Ich erinnere mich dunkel daß dort auch ein oder mehrere Diagramme zu sehen waren mit denen die sägezahnartige Umschaltfunktion der Mischrohre dargestellt wurde. War es von Müller/Müller??? Auch schon wieder mehrere Jahre her.

Das Verdichtungsverhältnis bezeichnet also tatsächlich nur das Volumen-Verhältnis aus dem Kolbenhub zum Brennraum. Der wirkungslose Anteil vom Hub wird also nicht berücksichtigt! Je nach Auslaßsteuerzeit kommt dabei dann mehr oder weniger Kompression heraus - statisch gesehen.
Im echten Betrieb kann diese Kompression sicher, durch zusätzliche Aufladung durch das Schwingungsverhalten der Gassäulen, über den theoretisch möglichen Wert deutlich hinaus ansteigen. Das ist ja ein Ziel einer guten Motorabstimmung. "Strömungsmaschine"

Ich habe große Membranen noch nicht gesehen. Habe daher keine Ahnung von den Abmaßen.
Bei ungesteuerten Einlässen in den Kurbelraum habe ich von Discventilen gelesen. Auf Bildern sahen die scheibenförmig flach aus. Vielleicht sollte man sich da mal schlauer machen.

Ich vermute hier noch großes Potential! Seit vielen Jahren gibt es ja eigentlich kaum noch 2T-Motoren die ohne Membranen sind. Egal ob bandstarker Gebrauchsmotor oder giftiges Sportgefährt.
Die Einlaßsteuerzeit des Serienwabu soll ja verhältnismäßig lang sein. Das würde heißen daß er schon im Serienzustand im unteren Band viel Durchzugskraft einbüßen müßte, da er viel seiner angesaugten Ladung wieder ausspuckt bevor der Einlaß endlich geschlossen ist.

Grüße! Dennis

Gast

Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Dienstag 19. Mai 2009, 21:30

Nachtrag zu:

"...da er im unteren Band viel seiner angesaugten Ladung wieder ausspuckt."

Da klingt es auch logisch daß der Wabu mit einer Halbmond-Kurbelwelle mehr Durchzugskraft im unteren Band bekommt. Die Ansaugvorgang ist durch das größere Totvolumen gedämpfter und läuft langsamer ab. Weil das Zürückfedern später und langsamer eintritt kann der Einlaß auch etwas länger offen stehen.
Für optimale Spitzenleistung ist nach gängiger Literatur aber ein möglichst geringes Totvolumen und schnelles und effektives Ansaugen erforderlich.
Es scheint als wurde beim Wabu der Einfachheithalber eine Unzulänglichkeit mit einer weiteren hingemogelt. Man hat Kurbelwellenmaterial gespart und das ganze wurde auch leichter.
Vielleicht hätte man das gleiche bei besserer Spitzenleistung erreicht wenn man eine "volle" Kurbelwelle mit einer verkürzten Einlaßzeit verwendet hätte.
Ist aber nur ´ne Vermutung!

Wo wollte ich hin? Achso!

Volle Kurbelwelle + lange Einlaßsteuerzeit + Membraneinlaß = hohe Leistung auf weiten Bandbereichen?

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Dienstag 19. Mai 2009, 22:12

Dass der Motor im Boot nie klingelt, würde ich wirklich auf die Betriebsverhältnisse schieben. Klingeln (jedenfalls das hörbare Beschleunigungsklingeln) kommt ja sozusagen "am Besten" dann zustande, wenn man Vollast im Bereich optimaler Füllung, also des maximalen Drehmoments hat. Ich habe zu wenig Ahnung von Booten und wie so eine Schraube funktioniert, um das wirklich beurteilen zu können; aber mir kam es bisher immer so vor, dass bei vollem Leistungseinsatz (Vollast) die Drehzahl nur relativ kurz im Bereich des MDmax - sondern strebt bei korrekter Auslegung der Nenndrehzahl zu. So wird wohl der kritische Bereich recht schnell "durchklingelt", so dass man es nicht mitbekommt. Es sei denn, die Schraube ist viel zu große, so dass es der Motor nicht bis auf Nenndrehzahl schafft. - Hab ich das soweit richtig kapiert?

Beim Verdichtungverhältnis ist es so eine Sache: Es existieren beide Betrachtungsweisen. Daher unterscheidet man hier das "geometrische" vom "effektiven" Verdichtungsvehältnis (Unterschied selbsterklärend). Die gängige Methode zur Bestimmung des effektiven ist Auslitern - einmal den ganzen Verdichtungsraum ab dem Moment wo der Auslass zu ist (vorher kann man ihn ja eh nicht Auslitern, weil die Suppe rausläuft :-| ); einmal dnur den Verbrennungsraum bei Kolben im OT. Naja, und dann halt den Quotienten bilden ...

Oh äh - mit den Membranbauformen - Disc-Ventilen etc. erwischst du mich ohne Hose. Da kenn' ich mich gar nicht aus, was es da so aktuell gibt. - Ich kannte "Disc Valve" bisher nur in der Bedeutung von Drehschieber - was ja dann ein gesteuerter Einlass und beim Reihen-Dreizylidner kaum zu realsieren wäre ...
Naja, ich kenne halt (außer Flachmembranen, wie sie in der Frühzeit der Membransteuerung bei Rasenmähern, dem Sachs-Motor im Hercules Lastboy, meinem Solo-Mofa oder auch meinem chinesischen 59-Euro-Stromaggregat eingesetzt werden) nur diese V-förmigen, wie sie eben Yamaha und Co in den (grübel...) Siebzigern "neu erfunden" hatten. - Und die brauchen eben Platz in der "Dicke".

Potential wäre da sicher. Der Rallye123 hier hat ja kürzlich berichtet, dass er mit dem 1000er dank Membraneinlass Drehmomentwerte hinbekam, wie sie damals nichtmal die 1150er AWE-Werksmotoren hatten. - Da geht bestimmt was!

Deine Theorie mit dem Durchzugunterschied zwischen Halb- und Vollscheibenwelle ist interessant! - Ich gestehe: so hab ich das noch gar nicht gesehen.
Ich habe bisher nur immer den Eindruck gewonnen, dass der Effekte der Wangenform immer etwas überbewertet wird. - So wird ja immer behauptet, wenn man in den B1000 einen Vollscheibenmotor einbaue, ziehe er die Wurst nicht mehr vom Teller und Anhängerbetrieb sei praktisch ausgeschlossen. Demgegenüber habe ich die Gegenteiligen Erfahrungen gemacht - und den Eindruck gewonnen, dass andere Dinge (eine ordentlich Einstellung - und auch der Vergasertyp) weit mehr Unterschied ausmachen ...
Aber wie gesagt: interessant; ich hab mir das noch nicht ganz durchüberlegt - aber da könnte schon was dran sein ...
Eine verkürzte Einlasssteuerzeit hat halt immer nachteiligen Effekt "obenraus": Da geht dann einiges verloren, die Drehmomentkurve fällt obenrum rascher ab, so dass im Endeffekt weniger Nennleistung rauskommt ... Vielleicht ist das cer Casus Knaxus ...

Gruß
Tommy
(der sich über den neu verliehenen Status freut :lol: )
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Dienstag 19. Mai 2009, 22:51

...auch mal lesen...

[Zitat]
Bis Jan 1986 wurden die Kurbelwellen mit [...] Vollwangenscheibe gefertigt, um die Vorverdichtung zu erhöhen. Durch Wegfall des mech. Lüfters bei der Einführung des Frontkühlers war es möglich, die Kurbelwellen konstruktiv zu vereinfachen. [...] konnten erhebliche Mengen an hochwertigem Stahl [...] eingespart werden. In Verbindung mit der Verbesserung der Abgas- und Ansauganlage hat der neue Wartburg dadurch in keiner Weise an Leistung eingebüßt.
[/Zitat Ende]

Sage mir wieviel PS die mechanische Kühlung und der Auspuff kosten, und ich sage dir, was der Unterschied zwischen Vollwange und Halbwange ist.

Vielleicht einfach mal wieder ins Gedächtnis rufen, wo unser Warti herkommt.
Ziel: gleiche Leistung, weniger Verbrauch, weniger Kosten für die "Materialökonomie" und sowieso alles mit Einsparung!
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Dienstag 19. Mai 2009, 23:22

Tomtom hat geschrieben:...auch mal lesen...

[Zitat]
Bis Jan 1986 ...


Hmm. Soll kein Angriff sein: Aber ich finde dieses Zitat an der angegebenen Quelle nirgends.

(Zudem neige ich nicht wirklich dazu, Wikipedia-Zitate als echten Beleg für irgendwas zu nehmen - weil ich weiß, wie leicht Einträge den - ich sag mal - eigenen Vorstellungen, die man eben beweisen möchte, anpassen kann ... - Nicht dass ich Dir vorwerfen würde, dergleichen getan zu haben, war nur ein grundsätzlicher Einwurf. (Nebenbei: es gibt REICHLICH Angriffspunkte gerade innerhalb dieses Wikipedia-Artikels; mein Sendungsbewusstsein ist allerdings zu wenig ausgeprägt, als dass ich mir hier in die Diskussion einschalten möchte.)

Von daher: Bitte, woher stammt dieses Zitat wirklich?
Ich habe dies - den Zusammenhang zwischen Wegfall des mechanischen Lüfters und der Wiedereinführung der Halbscheibenwelle (bisweilen auch unrichtig als "45-PS-Welle" oer, ebenso unzutreffend, als "Barkas-Welle" bezeichnet) mit dem Ziel der Materialeinsparung - schon gerüchteweise kolportiert gelesen. Aber ich habe noch nie einen glaubhaften Beleg dafür gesehen ... Insofern würde mich das wirklich interessieren.

Gruß
Tommy
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Mittwoch 20. Mai 2009, 00:18

Die Wikipedia Quelle spricht von leistungssteigernden Zutaten eines Zweitaktmotors. Steht da irgendwo was zum Wartburg??? Ich find da nix....

Hmm. Soll kein Angriff sein: Aber ich finde dieses Zitat an der angegebenen Quelle nirgends.

Kannste auch nicht, liegt neben mir auf dem Sofa :D

Mir ist wichtig, mal das Ziel von Veränderungen am Wartburgmotor im Laufe der Zeit und den Umständen aufzuzeigen. Ich weiss aber nicht, ob es die Veränder-Fraktion begreift :D
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Mittwoch 20. Mai 2009, 00:46

Hmm. :| Irgendwie reden wir wohl aneinander vorbei. :sad:

Tomtom hat geschrieben:Die Wikipedia Quelle spricht von leistungssteigernden Zutaten eines Zweitaktmotors. Steht da irgendwo was zum Wartburg??? Ich find da nix....

Ja eben - ich ja auch nicht.

Tomtom hat geschrieben:
Hmm. Soll kein Angriff sein: Aber ich finde dieses Zitat an der angegebenen Quelle nirgends.

Kannste auch nicht, liegt neben mir auf dem Sofa :D

Hey - verwirr mich nicht! - Wer oder was liegt neben Dir auf dem Sofa? Sag schon ...

Tomtom hat geschrieben: Mir ist wichtig, mal das Ziel von Veränderungen am Wartburgmotor im Laufe der Zeit und den Umständen aufzuzeigen.

Naja, ein schönes Vorhaben, an dem du da arbeitest; obwohl Kirchberg ja auch schon versucht hat, diese Projektion der Veränderung in der Fahrzeugindustrie auf den Hintergrund der Veränderungen der DDR-gesellschaftlichen Gegebenheiten und Ziele zu leisten. Und ich finde, das ist ihm (mal von einigen Schludrigkeiten bei der Schlussredaktion bzw. im Lektorat abgesehen) auch sehr schön gelungen. Insofern könnte es passieren, dass das ein "Doppler" wird ...
Tomtom hat geschrieben: Ich weiss aber nicht, ob es die Veränder-Fraktion begreift :D

Hmm. [smilie=hi ya!.gif] :| Und schon wieder sitze ich ratlos da und verstehe nicht, was du meinst. - Erklärst du's mir bitte?

Gruß
Tommy
(edit quoting repariert)
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Mittwoch 20. Mai 2009, 16:24

Das müßte eine dieser flachen Membranen sein:
http://galerie.trier-wunder.de/details. ... ge_id=8062

Mit etwas suchen findet man sicher bessere Bilder im Net!

Anhand des "Vergaserloches" kann man den Platzverbrauch abschätzen.
Das ist sicher keine strömungsmäßig optimale Lösung für hohe Drehzahlen aber das will ja auch keiner! Soweit ich weiß sind damit normale 2T-Serien-Außenbordbootsmotore immer ausgestattet.
Und das sind wie der Wabu drehzahlfaule Gebrauchsmotoren.
Beispiel: Mariner 50 PS aus 3Zyl. bei etwa 890ccm. Auch der hat diese flachen Membranen ohne Einlaßsteuerung direkt am Kurbelraum angeflanscht. So schlecht können die also nicht sein!

Ein Vorteil dieser Bauform ist daß der Einlaß immer ansaugen kann. Selbst in dem Moment wenn der Kolben unten ist und die Unterdruckwelle vom Diffusor im Resoauspuff den Zylinder leersaugt und dieser Unterdruck sich über die offenen Überströmer bis in den Kurbelraum fortsetzt kann noch Gemisch angesaugt werden.
Das ist wohl der weitere Kniff speziell DIESER Membran-Konstruktion. Da ist die "Strömungsmaschine" weiter durchdacht worden.

Die andere Variante, mit der im kolbenhemdgesteuerten Einlaß versenkten "Dachform-Membrane", kann dies nicht. Dafür sieht diese sehr strömungsgünstig aus. Tatsächlich sind diese eher an Wettbewerbsmotoren dran. Dort ist ein direkter Kanal notwendig wenn man im UT noch die Unterdruckwelle aus dem Reso zusätzlich mitnehmen möchte. Das kriegt man in den Wabu eher nicht hineingezaubert! Hätte ich auch keine Lust zu!

Für unseren gemütlichen Wabu-Motor wäre erste Variante bestimmt erste Wahl!

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Mittwoch 20. Mai 2009, 21:25

Tommy_OAL hat geschrieben:
Tomtom hat geschrieben:
Hmm. Soll kein Angriff sein: Aber ich finde dieses Zitat an der angegebenen Quelle nirgends.

Kannste auch nicht, liegt neben mir auf dem Sofa :D

Hey - verwirr mich nicht! - Wer oder was liegt neben Dir auf dem Sofa? Sag schon ...
Um mal die Verwirrung etwas zu beseitigen: So wie ich das lese, hat der Tomtom im Originalbeitrag außer aus der Wikipedia zusätzlich noch aus einer Schwarte (schätze mal irkntwas vom ollen Horschte, wenn ich den Textbau richtig einordne) zitiert, die er neben sich auf dem Sofa liegen hatte. Also ich hab' da ja lieber ein weibliches Wesen liegen, aber das ist Geschmackssache. Fakt ist, daß die meist nicht so fundiert Bescheid weiß über Zweitaktmotoren...

Tobias
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon olaf » Donnerstag 21. Mai 2009, 09:13

Ich nixs wisen.
Daher mal meine Frage an euch,wegen der Membransteuerung.
Bei meiner GST MZ GS 250 hatten wier dahmals am Ansaugstuzen einen Schlauch
mit einer kleinen Dosse verbaut ( änlich wie eine von Red Bull )
Meine Erinnerung ist Da edwas wage aber ich glaube wir hatten das gemacht
um ein beseres Ansprechverhalten des Motors zu erreichen.
Allso änlich wie eine Membran Steuerung.
Auf dem Bild is leider nüscht zu erkennen.

MFG Ole
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon MarkusH » Donnerstag 21. Mai 2009, 12:00

olaf hat geschrieben:... GST MZ GS 250 hatten wier dahmals am Ansaugstuzen einen Schlauch
mit einer kleinen Dosse verbaut....


Moin!
Du meinst vermutlich eine "Einlass-Schwingkammer", neudeutsch "Boost-Bottle"
genannt. Unter den Stichworten findest Du so einiges in Suchmaschinen.

bis dann
Markus

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 23. Mai 2009, 00:57

Tobias Yello' Thunder hat geschrieben:...So wie ich das lese, hat der Tomtom im Originalbeitrag außer aus der Wikipedia zusätzlich noch aus einer Schwarte (schätze mal irkntwas vom ollen Horschte, wenn ich den Textbau richtig einordne) zitiert, die er neben sich auf dem Sofa liegen hatte. ...

Ja, so hatte ich das auch verstanden. Und da hätte ich eben gern gewusst, WAS für eine Schwarte da eben liegt ... Denn dann hätte ich mal gerne selber mal nachgeschwartet, äh, geblättert.
Zu Herrn I. - wenn es denn etwas von ihm war, was da in Hamburch auf der Knautsch lag/liegt - hab ich allerdings in einigen Punkten eine etwas distanzierte Einstellung. Der Mann hat unheimlich viel für uns hier Wichtiges uns Substantielles veröffentlicht. Aber der (unfehlbare) Papst ist er auch wieder nicht.

Aber vllt. meldet sich Tomtom ja noch und macht der Raterei ein Ende ...

Gruß
Tommy
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tomtom » Samstag 23. Mai 2009, 01:25

Es ist nicht aus irgendwas von I. sondern aus einem Interview aus der Zeitschrift "IMS".
Es trifft sich voll und ganz mit meinem Verständnis mit Änderungen bei Wartburg, darum auch Zitat. Sprich es ging nur um Einsparung von irgendwas, wie auch immer und egal welche Lösung. Hauptsache irgendwas gespart....
Dies ist übrigens der Schlüssel zu allen Änderungen bei Wartburg Trabant etc.
Da Du sowieso und in allem nur kritisieren zweifeln bestreiten aber niemals annehmen wirst, spielt die Quelle keine Rolle!
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 23. Mai 2009, 01:39

Gast hat geschrieben:Das ist sicher keine strömungsmäßig optimale Lösung für hohe Drehzahlen aber das will ja auch keiner! Soweit ich weiß sind damit normale 2T-Serien-Außenbordbootsmotore immer ausgestattet.
Und das sind wie der Wabu drehzahlfaule Gebrauchsmotoren.
Beispiel: Mariner 50 PS aus 3Zyl. bei etwa 890ccm. Auch der hat diese flachen Membranen ohne Einlaßsteuerung direkt am Kurbelraum angeflanscht. So schlecht können die also nicht sein!


Hmm. Jein. Solche Flachmembranen haben halt die Eigenart einer recht wirkungsvollen Drehzahlbegrenzung. Aber, wenn du auch am Grübeln wegen einem "marinierten" Wabu bist, stört das ja auch nicht: die Überdrehfähigkeit ist ja glaubich im Boot eher mal nicht erwünscht - bei Sportbooten will man so einen Begrenzer ja, soweit ich weiß, sogar ganz gern haben, um bei Sprüngen, wenn die Schraube Luft erwischt, nicht gleich den Motor zu himmeln. (Oder lieg ich da falsch? - Ich hab mir das mal so sagen lassen ...) Das können diese Flachmembranen sehr gut: bei höherer Drehzahl kommen die Dinger gern mal ins Schwirren - und außerdem ist die mehrfache Umlenkung des Gassstroms und (wenn die Membranen bspw. kolbenfern auf der "Unterseite" des Kurbelhauses sitzen) das mühsame Durchdringen des Kurbelraums auch nicht das Wahre. Ein Vorteil der Konstruktion ist das leise Ansauggeräusch durch das weiche Öffnen der Zungen - das gleichzeitig auch ein Nachteil sein kann, weil damit eben auch nur eine recht schlappe Ansaugschwingung in Gang kommt, die kaum für eine Aufladung genutzt werden kann.

Ein Vorteil dieser Bauform ist daß der Einlaß immer ansaugen kann. Selbst in dem Moment wenn der Kolben unten ist und die Unterdruckwelle vom Diffusor im Resoauspuff den Zylinder leersaugt und dieser Unterdruck sich über die offenen Überströmer bis in den Kurbelraum fortsetzt kann noch Gemisch angesaugt werden.

Würde ich nicht so sehen. DAS kann mit den V-Membranen (ich denke immer an die "torque induction" bei den Yamsels der Siebziger) auch. Ich müsste da echt nochmal nachlesen oder nachforschen: nach meinem Wissen war der Knackpunkt der Dachformmembranen das nicht mehr auftretende Flattern gewesen - und damit die Tauglichkeit für höhere Drehzahlen; und dadurch, dass die Kolbensteuerung quasi vorgeschaltet war, öffneten die Membranen schneller und es kam trotz Membran noch eine ordentliche Schwingung zustande, mit der man etwas anfangen konnte. Nach dem Schließen der Hauptansaugöffnung konnte über den Zusatzkanal - bei geeigneten Druckverhältnissen Im Zylinder - immer noch ein wenig "nachgesaugt" werden. Damit war quasi die Synthese der Vorteile von Kolbensteuerung (kräftige, gut nutzbare Schwingung) und Membraneinlass (Möglichkeit des "Nachsaugens" - also quasi Fähigkeit zur asymmetrische Ansaugsteuerzeit - erreicht. und das ohne teure und schwer unterzubringende Einlassdrehschieber (die dieses Potential ja auch haben - aber halt einem einem Mehr-als-Zweizylinder kaum unterzubringen sind.

Die andere Variante, mit der im kolbenhemdgesteuerten Einlaß versenkten "Dachform-Membrane", kann dies nicht. Dafür sieht diese sehr strömungsgünstig aus. Tatsächlich sind diese eher an Wettbewerbsmotoren dran. Dort ist ein direkter Kanal notwendig wenn man im UT noch die Unterdruckwelle aus dem Reso zusätzlich mitnehmen möchte. Das kriegt man in den Wabu eher nicht hineingezaubert! Hätte ich auch keine Lust zu!

Ohja, das mit der Realsisierbarkeit im Wabu sehe ich ganz genauso. Ich würde zwar nicht Wettbewerbsmotor sagen, für die diese V-Membranen entwickelt wurden; aber das waren schon Moppeds jenseits der 100 PS/Liter-Grenze, also schon Hochleistungsmotoren. - Nur funzt eben DIESE Methode, wie die Japaner sie da entwickelt hatten, so richtig nur bei perfekter Abstimmung der drei Steuerzeiten aufeinander und bei geeigneter Auspuffabstimmung; da steckt nicht nur Entwicklungsaufwand drin, der für unsereinen einfach nicht zu leisten ist - WENN man das dann so macht, wie die damals, dann IST das dann eben ein Hochleistungmotor in der 100-PS/l-Gegend. - Eben dafür ist aber der Block nicht geeignet - schon von den Ü-Kanälen her führt da kein Weg hin. Dafür müsste man dann schon bspw. drei wassergekühlte 350er Cross-Zylinder auf einen unten abgesägten Block setzen oder irgendwas ähnlich Wahnsinniges; {blinzel} und abgesehen davon, dass DAS schon weit jenseits aller Realisierbarkeit wäre (weil die geringen Zylinderabstände dann wieder den Kanälen im Weg wären), :? würde das die Welle ohne jeden Zweifel nur recht kurz mitmachen ... Von daher - nee, dass wird wohl wirklich nicht gehen, da bin ich ganz deiner Meinung ... :sad:

Für unseren gemütlichen Wabu-Motor wäre erste Variante bestimmt erste Wahl!

Ja gut; äh; aber wenn keine Leistungssteigerung beabsichtigt ist und der Motor gemütlich bleiben soll, dann sei die Frage gestattet: Cui bono? - Wozu ist es dann gut? [smilie=hi ya!.gif] - Nur um ein bisschen "zurückgespuckten" Sprit einzusparen? Und DAS schafft man doch mit "eigentlich" zu kleinen Membranen, wie sie einige Leute hier ja schon erfolgreich eingebaut haben, ja auch ... Oder hab ich da jetzt irgendwas falsch verstanden?

Gruß
Tommy
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 23. Mai 2009, 01:56

Tomtom hat geschrieben:Es ist nicht aus irgendwas von I. sondern aus einem Interview aus der Zeitschrift "IMS".


Aha. Danke für die Erklärung, Tom. - Hmm, nur leider muss ich mich outen: IMS -nixwissen- ? Da klingelt jetzt auf Anhieb nix bei mir. Googeln hilt auch nicht recht - die "Zeitschrift: Informationen zur modernen Stadtgeschichte (IMS)" wird es wahrscheinlich nicht sein. - Kann mich jemand aufklären? Ist der "Illustrierte Motorsport" gemeint?

Es trifft sich voll und ganz mit meinem Verständnis mit Änderungen bei Wartburg, darum auch Zitat. Sprich es ging nur um Einsparung von irgendwas, wie auch immer und egal welche Lösung. Hauptsache irgendwas gespart....
Dies ist übrigens der Schlüssel zu allen Änderungen bei Wartburg Trabant etc.

Hmm. Naja, allen würde ich jetzt vielleicht nicht sagen; aber bei vielen war es sicher so. Eine Gebrauchswertsteigerung ist sicher nicht bei allen "Verbesserungen" erkennbar. Und dann hat man da wohl gesagt: "Das hat man jetzt so". :-|

Da Du sowieso und in allem nur kritisieren zweifeln bestreiten aber niemals annehmen wirst, spielt die Quelle keine Rolle!

Hää - was ist jetzt los? :eek: Ich wollte dich bestimmt nicht angreifen - und auch sonst niemanden. Sorry, falls, das irgendwie so rüberkam ... Ich wollte halt einfach nur selber nachlesen können. Deshalb hab ich gefragt. - Die Frage der Wellenwangenform ist ja eine heiß diskutierte; ich habe da (rein aus der Erfahrung heraus - aber ohne es wirklich begründen zu können) eine andere Meinung dazu als viele andere Leute. Und ich sammle daher halt einfach alle Informationen zu diesem Thema, die ich bekommen kann. (Daher auch mein eigenes Rumprobieren mit Kurbelhaus auslitern und Wellen wiegen und so ...) Was ist daran schlecht? - Aber du musst um Himmelswillen deine Quellen nicht preisgeben, musst jetzt hier nicht sagen, was IMS ist und wer da wen interviewt hat und wann und worum es in diesem Gespräch ging ... Macht jeder wie er will ...

Gruß nach Hamburg
Tommy
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Gast

Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Samstag 23. Mai 2009, 09:08

Hallo Tommy!

Drosselwirkung der Flachmembranen, ...keine Ansaugschwingung,... Ansaugweg durch Kulbeltrieb behindert. Das wurde, genau wie Du es schreibst, mir schon einmal beschrieben! Bei den kolbenhemdgesteuerten V-Membranen wird die Gassäule "angerissen" wurde mir erklärt. Gut für einen Schwingungsaufbau. Klingt alles stimmig!

Recht haste! Ein Überdrehen im Boot könnte eintreten. Aber eher in anderen Situationen. Zum Springen ist mein Boot zu untermotorisiert. Mit etwas weniger als 1PS pro Kilo ist das kein Renner.
Zu viel Drehzahl mit einem Wabu geht wohl nicht. Selbst 6000 ist noch (uneffektiv) problemlos fahrbar.

Mit nur 1,5kmh mehr auf dem Wasser wäre ich über die 50kmh-Grenze. Das ist mit einem Serienwabu und dem Boot + dem Leistungsgewicht ein Rekord! Da bin ich deshalb hochmotiviert zumal mein aktuelles Resultat mir schon niemand ohne Vorführung glaubt.

Warum der Aufwand wenn keine Leistungssteigerung dabei herauskommt? Etwas Leistungsteigerung ist gewünscht! Dazu scheinen die Flachmembranen trotz der Nachteile auch auszureichen. Also könnte man auch diese Option wählen.

Ich benötige einen Wabu mit einem starken Band! Den 70PS-Melkus habe ich noch nicht ausprobiert, jedoch vermute ich daß es lästige Einbrüche im Bereich vom Leerlauf bis 3000 Umin gibt. Jedenfalls ist es eine Volksweisheit daß die 70 PS fürs Boot schon nicht mehr so richtigt taugen. Der Motor soll einfach zu schlapp sein.
Aber nach meinen Erfahrungen mit dem Serienwabu und den "allwissenden" Voraussagen der alten Hasen (die es eigentlich wissen müßten!!!) würde ich die Eignung des Melkus doch lieber selber überprüfen. Ein bekannter hat ihn ebenfalls im boot und ein sehr fähiges Händchen und bei ihm läuft er so gut und bandstark, daß ich mich frage warum der 70PS Melkus fürs boot denn nicht ausreichend durchzugsstark sein soll?
Trotzdem denke ich daß ein optimaler Wabu für mein Boot und meine Zwecke etwa 60...65 PS hat um das Drehmoment von unten nicht zu ruinieren. Und hier kämen dann die Membranen ins Spiel um mit besserer Füllung im Bereich wo die Steuerzeit zu lang wäre hoffentlich spürbar nachzuhelfen.

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Samstag 23. Mai 2009, 09:21

Hallo

Also, das mit der Nebenschlußlamelle ( Zusätzliche Lamelle unter dem Einlasskanal ) würde gehen wenn man den Wassermantel bis zu dem Kanal vergießen würde. Aber warum wollt ihr nicht direkt in das Kurbelgehäuse gehen ? So haben wir das gemacht.
Der Nutzen oder besser der Effekt der durch die Membrane ensteht ist eine Steigerung des Drehmoments in dem unteren Drehzahlbereich. Man kann sehr entspannt fahren.

Rallye123

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Samstag 23. Mai 2009, 11:23

hier mal ein Video

http://www.myvideo.de/watch/4551893/War ... pritzmotor

Mal sehen ob ich am WE ein Foto machen und einstellen kann, ist ja leider nicht mein Warti, ich schraube nur mit.
Rallye123

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Samstag 23. Mai 2009, 20:41

Direkt ins Kurbelgehäuse! Sag ich doch!
Wie habt Ihr das am Auto untergebracht? Müßte die Ansauganlage dann nicht nach unten zeigen? Quasi in die Straße?
Bei mir im Boot ist nach unten kein Platz. Vielleicht den Motor auf die auf die Seite legen?? Auspuff wäre dann nach oben und der Kurbelgehäusedeckel zeigt mit neuem Einlaß zur Seite.

Eine Einspritzanlage wäre auch nicht schlecht! Mit dem Laptop das Kraftstoff-Luftgemisch über die Einspritzdauer zu variieren stelle ich mir weit einfacher vor, als an einer Vergaserauslegung herumzudoktern. Brauchbare Bediensoftware vorausgesetzt.
Am Vergaser müßte Schwimmerstand, verschiedene Luft- Kraftstoffdüsenkombinationen, Klappenwinkel und wer weiß was noch alles durchprobiert werden. Vergaser dauernd ab und ran, auf und zu. Alle Parameter auch noch in verschiedenen Kombinationen. Grusel!!

Eine ganz einfacht Einspritzanlage, die auch nicht mehr Parameter erfaßt wie ein Vergaser müßte doch mindestens genausogut funktionieren und weit einfacher an unbekannte Verhältnisse anzupassen sein!? Oder stelle ich mir das als Laie zu einfach vor?

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 23. Mai 2009, 22:07

Rallye123 hat geschrieben:hier mal ein Video

Klingt nett ... {sehrfreuen}

Schade, dass das Video nicht von der anderen Seite aufgenommen ist; wäre hinsichtlich der Membrangeschichte interessanter gewesen ... :-| :smile:

Nette Haube habt Ihr da auf den Kopf gebaut ...

Gruß
Tommy
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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Tommy_OAL » Samstag 23. Mai 2009, 22:14

Rallye123 hat geschrieben:... das mit der Nebenschlußlamelle (...) würde gehen wenn man den Wassermantel bis zu dem Kanal vergießen würde.

Ja. Derlei heftige Umbauten des Blocks hatte ich ja mit "oder irgendwas ähnlich Wahnsinniges" gemeint.

@Dennis: ich denke, Rallye meint mit "direkt" ins Kurbelhaus NICHT, dass man den Einlass unter den Motor bauen muss; das hätte bei einem stehenden Motor im Auto je eben KEINE Vorteile. - Sondern dass der Einlass schon da ist, wo er eben ist - aber eben unter Umgehung der Kolbensteuerung direkt unterdruckgesteuert ins Kurbelhaus (bzs den Raum unterm Kolben) geht.
- Also: so hätte ich mir das jedenfalls vorgestellt ...

Gruß
Tommy (der sich ärgert, das hellgrüne Auto in DB nicht gesehen zu haben; es scheint mir einer der interessantes Umbauten zu sein, die derzeit so unterwegs sind ... :smile: )
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Gast

Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Samstag 23. Mai 2009, 22:55

Na guten Tag,

wir haben die Membran unten ins Kurbelgehäuse eingearbeitet. Die org. Motorhalterung haben wir an den
Schrauben vom Ansaug befestigt. Somit konnte unten der Platz für die Membr. gewonnen werden.
Wir verwenden Doppelmembranzungen mit unterschiedlicher Härte.(verbessert Ansprechverhalten und verhindert das Schwingen
bei höheren Drehzahlen) Vor diesen Membr.-Trägern ist die Einspritzdüse(3x), dann gehts direkt in das Kurbelgehäuse.
Wir fahren auch eine Halbwange, funktioniert richtig gut.(1000ccm-87 PS)
Durch die Membran hast du deutlich mehr Drehmoment im Untersten und Teillastbereich. Der Motor hat " scharfe Steuerzeiten"
und doch ist er im Teillast und untersten Drehzahlbereich besser fahrbar als ein org. Motor.
Wichtig ist bei den Membranen die richtige Breite zu haben(so groß wie möglich), sonst geht nichts los.
Bootsmotoren laufen kühler, daher klingeln die Motoren nicht so schnell, bei gleicher Einstellung, wie ein Automotor.
Wir können sagen, dass die Membran eine feine Sache ist und richtig Drehmoment bringt.
Zu einer Einspritzung kann ich auch nur raten.
Die Membr. verhindern fast vollständig das Sprit bei einer ungünstigen Drehzahl aus dem Kurbelgehäuse entweicht.
(Drussleklappe und Ansaugrohr sind kompl. trocken.)
Das ist ein wichtiger Punkt für das Drehmoment de Motors.
Foto könnte ich mal machen.

Wenn ihr noch was wissen möchtet... dann fragt halt.

Gruß

[Drehzahlmesser] Wartburg@orp-tuning.de

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Sonntag 24. Mai 2009, 12:11

Endlich praktische Erfahrungen!!!
Genau so habe ich es mir vorgestellt - scharfe Steuerzeiten ohne Leistungseinbruch über´m Leerlauf. Das Leerlaufverhalten selbst müßte sich ja auch merklich verbessern. Wenn das Motorverhalten bei Teillast dem Serienmotor ähnelt ist das doch ein riesiger Fortschritt, oder!
Vor allem wenn man bedenkt, daß keine Auslaßsteuerung dran ist!?

Wo genau geht´s denn ins Kurbelgehäuse rein? Oberhalb der KW-Gehäuse-Trennfuge oder weiter unten in den Deckel? Ich habe auch nicht rauslesen können was Ihr nun für Membranen verwendet. Flach- oder V-Form? Doppelzunge heißt doch daß große, schwere und harte Zungen mit kleinen, leichten und weichen Zungen kombiniert werden.

Tommy: Nebenbei: Die Außenbord-Bootsmotoren haben auch die "offenen" Halbmondkurbelwangen. Vielleicht hat daß einen Grund - von eingesparter Masse mal abgesehen.
Der Einlaß ist dabei immer von unten ins Kurbelgehäuse. Es wurde mir erklärt daß man so weitere Umlenkungen und Drosselungen dieser ohnehin suboptimalen Flachmembranen-Bauweise vermeidet. Zur Not kann man eventuell auch seitlich rein. Jedenfalls müßte man zusehen daß man nicht die Kurbelwangen im Weg hat.

Eure Einspritzanlage hat bestimmt auch einen großen Anteil am besseren Teillastverhalten!
Und genau das ist doch das Entscheidene für einen getunten Motor! Ich stelle mir das so vor, daß unabhängig vom Gasstrom immer mit gleichem Druck kräftig zerstäubt wird. Gleicher Vorteil wie beim Diesel mit Common-Rail.
Gerade beim getunten Motor vermute ich bei kleiner Drehzahl hauptsächlich ohne Membranen recht unvorhersagbares, chaotisches Ansaugverhalten mit dem ein Vergaser mehr oder weniger überfordert ist.

Hat jemand Lust mir noch ein paar Infos über notwendige Mindeststeuerdaten für eine Einspritzanlage zu geben? Was wäre für eine ganz primitive Steuerung wichtig, bei der nur versucht das Vergaserverhalten fehlerbereinigt nachzuahmen? Lufttemperatur, Motortemperatur, Spritqualität und zündungsabhängiges Verhalten berücksichtigt der Jikov auch nicht - sowas lassen wir mal alles weg!

Angenommen wir beschränken uns auf die Größen mit denen ein Vergaser arbeitet und begnügen uns mit denen, um eine stark vereinfachte Einspritzsteuerung umzusetzen.

Welche Mindestbetriebsdaten kann ein Jikov erfassen? Sind es nicht nur zwei oder drei Größen?
1) strömende Luftmenge bei konstanter oder langsam veränderter Drosselklappenstellung-> Luftmengenmessung und Zuteilung der Kraftstoffmenge bei über Einspritzzeit
2) Beschleunigerpumpe sorgt beim plötzlichen Aufreißen der Drosselklappe und Zusammenbruch des Unterdrucks an den Düsen für An- und Überfettung für einen brauchbaren Beschleunigungsvorgang -> hier müßte die Einspritzsteuerung diesen Zustand erkennen und über zusätzlich verlängerte Einspritzeit das gleiche machen
3) Unterdruckwirkung im Ansaugkrümmer auf die Übergangsbohrungen um bei fast geschlossener Klappe ohne brauchbare Luftströmung überhaupt Sprit in den Luftstrom zu saugen.
Dieses Problem gibt es bei einer Einspritzung doch nicht? Sind die Druckverhältnisse im Ansaugkrümmer und an den Hauptdüsen beim Jikov überhaupt eine erfaßte Steuergröße? (Beschleunigung-geringer Unterdruck->erhöhter Spritbedarf/Abtouren-hoher Unterdruck->wenig Sprit nötig.)
Ich würde denken, dies ist beim Vergaser nur ein problematischer Fehlerfaktor dem nur mit vorsorglicher Überfettung begegnet werden kann. Alles andere muß die Beschleunigerpumpe richten.
Dieser Zusammenhang mit der ungewollten Abmagerung bei öffnender Drosselklappe durch Unterdruckabfall ist ein Fehlverhalten das bei einer Einspritzanlage doch nicht entsteht?!
Hier müßte die Einspritzmenge doch automatisch näher an der tatsächlich benötigten Menge dran sein? Die Beeinflussung der eingebrachten Spritmenge durch abfallenden Unterdruck an den Düsen ist in einem Vergaser doch sicher stärker als an einer mit zB. 2 bar Überdruck betriebenen Einspritzdüse?

Was meint Ihr zu meinen Vorstellungen?

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Sonntag 24. Mai 2009, 14:07

Hallo

Der Ansaug ist unter dem Eigentlichen Ansaug, dort befindet sich jetzt die Motorhalterung. Beschleunigerpumpe kann man einprogrammieren, braucht man aber nicht, geht ohne besser , ist doch kein Vergaser wo erst alles beschleunigt werden muss.

Bilder sind hier sicherlich schon im Forum, einfach mal bei Wartburgtreffen Dornburg nachschauen.

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon majo » Sonntag 24. Mai 2009, 14:44

.... und hier isser in Aktion: http://www.youtube.com/watch?v=SuaU9hxEnZ4
Wir, die guten Willens sind, geführt von Ahnungslosen, versuchen für die Undankbaren das Unmögliche zu vollbringen! Wir haben so viel mit so wenig, so lange versucht, daß wir jetzt qualifiziert genug sind fast alles mit nichts zu bewerkstelligen!

Gast

Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Dienstag 26. Mai 2009, 18:04

Hallo Rallye! Nicht so geheimnisvoll!

Doppelzungenmembrane...? V-Form oder Flach?

Keine Beschleunigerpumpenfunktion? ...OK!

Da bleibt hartnäckig eine Frage:
Was ist der Sinn dieser Beschleunigerpumpe am Jikov (Anreicherung beim ruckartigen Beschleunigen)?

Soll beim schlagartigen Aufreißen der Drosselklappe das daraufhin stark abgemagerte Gemisch wieder AUF NORMALWERT KORRIGIERT werden
oder
soll das Gemisch ÜBER den NORMALWERT HINAUS
ÜBERFETTET werden?

Ich kenne jemand, der müßte ein Buch über Einspritzanlagen haben. Werde mal sehen ob ich mir das ausleihen kann!

Grüße! Dennis

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Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Rallye123 » Dienstag 26. Mai 2009, 19:51

Hallo

Also V Form wie bei den neueren Motocrossmotorädern, Membranbreite entspricht leider nur einer 250 er ( aber der neue Motor soll dann eine 350 er bekommen), aber doppelte Membranzungen für besseres Ansprechverhalten.
Übrigens das am Zyl,kopf ist nicht über den Serienkopf gestülpt, sondern ein selbst angefertigter Kopf.
Die Beschl.pumpe ist beim Vergaser um das Beschleunigungsloch auszugleichen ( das Gemisch wieder normal herzustellen, sonnst würde es abmagen).

Lars

Gast

Re: Verdichtung - kleines Fragenpaket an Euch

Ungelesener Beitragvon Gast » Dienstag 26. Mai 2009, 20:51

Hallo Lars!

Aha V-Form! Vielleicht reichen ja auch die kleineren? Hängt ja auch von der Drehzahl ab. Vielleicht dreht Euer Wabu garnicht so hoch? Die 350er Membranen sollen doch garnicht mehr ranpassen!? Habt Ihr schon die Breite von denen in Erfahrung gebracht?

V-Form Membrane ohne Kolbenhemdsteuerung? Hab ich noch nie etwas von gehört! Aber wenn es besser funktioniert als ohne, warum nicht!

Ich habe jetzt das Buch über Einspritzanlagen bei mir. Bin sehr gespannt!
Ich denke die Entwicklungsarbeit bei einer Wabu Einspritzanlage wird hauptsächlich im Softwarebereich liegen. Und da es heute immer mehr Computerspezies gibt, werden wir möglicherweise noch angenehm überrascht sein wie schnell aufeinmal fertige Lösungen präsentiert werden!

Speziell der Gedanke an eine frei einstellbare Einspritzanlage läßt mich (wiedereinmal) nicht los!

Werde jetzt lesen! Hab noch ein Buch in Aussicht in dem kurz angeschnitten wird, wie DoItJourself-Einspritzanlagen für den Motorsport in in altbewährter Methode gebaut werden. (Apfelbeck) Ist zwar für 4-takter und womöglich noch halbmechanisch aber prinzipiell...

Grüße! Dennis


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