Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Motor, Vergaser, Ansaug- und Abgasanlage, Getriebe, Antriebe, Störungen am Motor

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Bert
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Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon Bert » Montag 1. September 2008, 12:30

Hallo,
wir haben einen Balkenmäher von 1961 im originalzustand, mit Barkas EL150 Motor ;o)
Seit kurzem hat das gute Stück jedoch ein Problem: - der Motor geht nach ca. 10 minuten (selbst im Leerlauf) einfach aus.
Wir haben jetzt den Motor komplett zerlegt, neuen Unterbrecher rein, Zündung neu eingestellt, Vergaser gesäubert, eben so ziemlich alles was man machen kann. Motor also wieder zusammen gebaut in der Hoffnung er läuft jetzt...das tut er auch, aber wieder nur ca. 10 minuten ;o(

Hat jemand ein bisschen erfahrung wonach man noch kucken sollte/könnte? Hab mich schon ein paarmal durch das Handbuch gekämpft und finde augenscheinlich nichts mehr. Aber an irgendwas muss es ja liegen (würde glatt auf nen temp.-fehler tippen)

Bin über jede Hilfe dankbar, will doch das das gute Stück wieder seinen Dienst leistet ;o)

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onkel_jens
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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Montag 1. September 2008, 13:08

Ich habe diesen Motor auch als Stromerzeuger und hatte auch einige Problem damit. Bei mir war anscheinend das Schwimmerniveau zu hoch, so daß in den Leerlaufbohrung immer Kraftstoff stand. Beim Stromerzeuger ist noch ein Fliehkraftregler zur Drehzahlregulierung dran und der fing nach ca. 10 min an rumzuregeln bis er schließlich aus ging. Nun kann man am Schwimmer eigentlich nichts einstellen.
Ich habe bei mir eher durch probieren die Leerlaufschraube ganz rein gedreht. so daß das Benzin, welches dort reindrückt keine Rolle mehr spielt. Den Leerlauf kann man bei mir noch über eine kleine Schraube am Handhebel einstellen. Das ist bei Stromaggregat aber auch kaum notwendig, weil durch den Drehzahlregler die Drehzahl eh bei ca. 3000 U/min gehalten wird. Seit dem geht´s eigentlich ganz gut bis jetzt. Das Gerät säuft leider nur sehr viel und die 3 Liter sind immer schnell leer.

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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon Bert » Montag 1. September 2008, 13:17

also ein fliehkraftregler hat der balkenmäher auch, man merkt auch das der wild rumregelt. ich nehme an es ist alles identisch wie bei deinem stromerzeuger, bis auf den getriebeflansch eben.
kannst du mal bilder machen wo du da was nachgestellt hast? die leerlaufschraube habe ich auf ca. 5-6mm draußen, da er sonst absäuft wenn der hebel am vergaser voll runtergeht.

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onkel_jens
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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Montag 1. September 2008, 14:18

Daß er dann ausgeht ist ja ganz normal. Bei mir steht in diesem Kanal immer Kraftstoff drin. Ich denke mal, daß zumindst meiner zu fett läuft. Ob es bei dir auch so ist, ist schwer einzuschätzen. 5-6 Umdrehungen erscheinen mir aber bald etwas viel. Das Handbuch hast du ja. Ich habe auch nur eins von 1963 oder so.
Bei mir wurde es aber auch ein bißchen besser nachdem ich den Fleihkraftregler geölt hatte. Aber da ihr ja alles auseinander hattet kann man das wohl ausschließen.

Regelt der Motor dann nicht auch nach dem Starten gleich in die Betriebsdrehzahl hoch? Dann wäre doch der Leerlauf erstmal nebensächlich. Probieren könnte man es ja mal. Leerlaufschraube rein und laufen lassen.
Man kann ja zur Not noch den Gashebel nachregulieren. Dann ist zwar der Gasschieber nicht vollständig zu, ist aber auch nicht so schlimm. Denn weiß man wenigstens, daß er zum Benzin uach noch Luft bekommt.

Ist nicht viel dran an diesen Motoren, aber ich bin auch ewig verzweifelt.

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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon Bert » Montag 1. September 2008, 14:21

mich wundert es eben das er ca. 10 minuten problemlos läuft, leerlauf und unter last. und nach den paar minuten macht's dann blubb--aus.

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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon ossiholgi » Montag 1. September 2008, 14:42

Moin!
Ein ähnliches Phänomen haben z.T. die Simson Motoren. Gut warmgelaufen, gehen sie manchmal aus und sind nur ÄUßERST schwer wieder in Gang zu bringen. Das liegt meist an der Primärspule der Zündung. Die sitzt hinterm Polrad und hat hier und da Wärmeprobleme. Austausch soll helfen, ebenso Wechsel des Kondensators.

In diesem Sinne

Holger aus Elmshorn
Zuletzt geändert von ossiholgi am Montag 1. September 2008, 16:08, insgesamt 1-mal geändert.
Jetzt bin ich 47, aber ich habe die Kraft der drei Kerzen!

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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon onkel_jens » Montag 1. September 2008, 15:57

Stimmt, hatte ich fast vergessen, aber das hatte ein Bekannter bei seinem SR50 auch. Neuer Kondensator und es war in Ordnung.

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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon majo » Montag 1. September 2008, 18:23

Wahrscheinl. sind die Kurbelwellensimmerringe schon ´n bissl porös.
Die dehnen sich dann bei ´ner gewissen Temp. soweit aus, daß der Motor über das Kurbelgehäuse Luft zieht. Somit magert das Gemisch sehr stark ab.
Wie gesagt: wenn kalt dann funzt, wenn warm dann aus.
Das gleiche Problem haben die Kettensägen und Motorsensen auch.
Ein-Zweimal zu heiß gelaufen ( weil Gemisch zu dünn ) und schon lösen sich die KW-Simmerringe auf. Ist ja auch klar, Kunststoff ist halt nur bis zu einer gewissen Temp. hitzebeständig.
Guck doch mal danach! :roll:
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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon WABUFAN » Montag 1. September 2008, 21:37

Bei mir war es die Zylinderfussdichtung. Motor kalt und per " Dynastart " angeworfen - nach 10 Minuten war er aus.
Mein FIMAG ist von 1964, 12 V und 60 A ...
Fimag_12V_630W.jpg
Herzliche Grüsse von Andreas aus Leipzig
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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon Schneider » Sonntag 3. März 2013, 09:52

Hallo,

ich habe gestern zweifelsfrei diesen Fehler für das Ausgehen gefunden und behoben.
Unter der Voraussetzung, daß Zündspule und Polradmagnetismus in Ordnung sind, ist die Ursache Öl an den Unterbrecherkontakten. Der Strom durch die Unterbrecherkontakte ist bei Polrad- Magnetzündern relativ klein und
reicht nicht zum Freibrennen des Ölfilmes. Es bildet sich beim Betrieb eine hochohmige Schicht auf den Unterbrecherkontakten, die dunkelgrau aussieht.
Abhilfe: Kontakte mit Bremsenreiniger entfetten und mit feinem Wasserschleifpapier mehrmals unter Kontaktdruck durchziehen. Schleifstaub noch einmal mit Bremsenreiniger und Druckluft entfernen. Dafür Sorge tragen daß es keinen Ölnachschub auf die Kontakte gibt, Ölsardienenartige Grundplatten komplett entfetten.
Das geht auch bei nicht demontiertem Polrad!

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Re: Zwar kein Wartburg aber trotzdem DDR-Motor-Frage

Ungelesener Beitragvon fildeputa » Donnerstag 21. März 2019, 08:51

klang für mich als erstes an ein verklebtes Lüftungsloch im Tankdeckel, sodass ein Vakuum im Tank entsteht... [Sportwagen]


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