Niedergang in Gerstungen

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Reinhard Gumbert

Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Reinhard Gumbert » Montag 12. März 2007, 01:55

Niedergang in Gerstungen
oder: Grusel nach 15 Jahren

Foto-Dokumentation vom ehemaligen Eisenbahn-Grenzübergang

Text und Bilder: Reinhard Gumbert


Gut 15 Jahre nach der Wende existieren am ehemaligen Grenzübergang Gerstungen noch die DDR-Abfertigung und das Bahnbetriebswerk (Bw). Allerdings sind die Anlagen völlig dem Verfall preisgegeben und die Natur bemächtigt sich mit inzwischen dicken Birken und dichtem Grün der Szenerie. Die folgenden Grusel-Bilder stammen vom 02. August 2005.

Zunächst einige Eindrücke von den Grenz-Abfertigungsanlagen: Hier war nördlich des eigentlichen Bf. Gerstungen für die DDR-„Grenzorgane“ ein gesonderter breiter Bahnsteig mit 2 Durchfahrgleisen angelegt worden, auf dem das weitläufige Abfertigungsgebäude befand. Alle Züge von / nach Westen hielten hier und wurden von den Grenzern durchkämmt, während die Züge im DDR-Binnenverkehr, die in Gerstungen natürlich endeten bzw. begannen, den „alten“ Bahnhof nutzten.

Blick von Westen über das Ost->West-Gleis (Ausreise aus der DDR) auf den breiten Bahnsteig, den freiwillig wohl nie ein Reisender betreten hat:

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Erneut das Ost->West-Gleis. Die Fußgängerüberführung diente dem dienstlichen
Zugang zu den Abfertigungsanlagen und der zusätzlichen Überwachung der Züge durch DDR-Grenzer:

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Das West->Ost-Gleis (Einreise in die DDR):

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Der Abfertigungs-Bahnsteig, Ost->West-Gleis (Ausreise), das Bw mit Wasserturm, die Ausfahrt Richtung Bebra und das Stellwerk 4:

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Blick über den breiten Abfertigungsbahnsteig (im Vordergrund) auf den eigentlichen Bahnhof Gerstungen, der auch heute natürlich noch in Betrieb ist:

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Blick über das Ost->West-Gleis (Ausreise) und das gewaltige „Verwaltungsgebäude“, in dem die „Grenzorgane“ nicht nur sich selbst verwaltet, sondern auch zahlreiche Verhör-Einrichtungen und Archive vorgehalten hat:

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Das Stellwerk 4 in der Ausfahrt aus dem Grenzbahnhof Richtung Bebra:

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Blick Richtung Osten (Einreise-Gleis):

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Blick auf beide Grenzverkehrs-Gleise mit Bw im Hintergrund:

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Nun folgen einige Eindrücke aus dem zerfallenden, fast renaturierten Bw Gerstungen:

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Blick über den offenen Lokstand:

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Die Drehscheibe verfügte – wie im Bw Bebra – an beiden Seiten der Bühne über „Verlängerungsstücke“, die wegen dem dicht an der Drehscheibe vorbeiführenden Lok-Durchfahrgleis nur für bestimmte Gleise dienten, für Bedienung der übrigen aber „abgekuppelt“ werden mußten:

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Gleich neben der Drehscheibe steht noch ein alter Tender, der zuletzt als Wasserwagen gedient hat. Zuvor ist es mal der Dampflok-Tender einer preußischen G8 gewesen.

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Eine der Schlackengruben:

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Der Lokschuppen, dessen Dach bereits teilweise eingestürzt ist:

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Im Lokschuppen wurde ein ehemaliger Packwagen, später Bahnhofswagen vergessen, der den Schuppen wohl nur noch zerlegt verlassen wird:

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Der verirrte oder vergessenen Packwagen trägt die Aufschrift "Bahnhofswagen Bf. Lollar" (bei Gießen) und wurde bereits im August 1982 im AW Bad Cannstatt (bei Stuttgart) ausgemustert.


Reinhard Gumbert, Aachen

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Rolf
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Super! - Danke!

Ungelesener Beitragvon Rolf » Montag 12. März 2007, 02:13

Das Zentrale Wartburg-Forum (ZWF) dankt herzlich für die freundliche Erlaubnis, diese interessante Dokumentation hier verwenden zu können.

Für Interessierte hier der Link zum Original-Artikel, der im historischen Forum auf "Drehscheibe-online" erschienen ist.

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Martin Rapp
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Ungelesener Beitragvon Martin Rapp » Montag 12. März 2007, 08:21

Sehr sehr interessant der Beitrag. Finde ich auch super :smile:
Die Bilder sind schon irgendwie gespenstisch und unheimlich, vor 20 Jahren war hier sicher noch ganz anderer Hochbetrieb *grusel*

Gruß Maddin

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Holger
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Ungelesener Beitragvon Holger » Montag 12. März 2007, 08:22

Damit wurde mein Interessengebiet wieder ganz genau getroffen. Für die Geschichte der ehemaligen Grenze interessiere ich mich ganz besonders. Ich hatte es schon mal an anderer Stelle erwähnt, aber letzlich beruht unser Hobby auf genau dieser Geschichte.

Ich finde den heutigen Zustand der "historischen" Anlagen genauso erschütternd, wie die Existenz dieser.

Gruß
Holger
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Norbert Bank

Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Norbert Bank » Montag 12. März 2007, 13:41

Hallo,

der "breite" Bahnsteig war früher nicht so breit da er mittig von einem mehr als mannshohen Sichtschutz geteilt wurde. Vom alten Bahnhof Gerstungen sah man natürlich auch nichts, da ebenfalls durch Sichtschutz abgetrennt.

Die Atmosphäre im GÜST-Bahnhof Gerstungen war eiskalt, alle Gespräche hinter Bebra verstummten mehr und mehr je näher Gerstungen kam. Wir Kinder wurden regelmäßig ermahnt während der Kontrolle unseren Mund zu halten. Eine ekelhaft lange dreiviertelstunde Aufenthalt nahm ihren Lauf. Manchmal, wenn wir keinen Sitzplatz hatten mußten wir den Zug verlassen und wurden im Kontrollgebäude dem Einreiseprozedere unterzogen. Grund war das "unser" Wagen in Bebra abgehangen wurde weil die DR den Zug wegen Überlänge nicht angenommen hatte.

Ein allgemeines Aufatmen ging durch den Zug wenn er sich in Gerstungen wieder in Bewegung setzte. Wenn es mir gelungen war einen Comic oder SF Roman zu schmuggeln, fühlte ich mich irgendwie stolz. Draußen wurde es langsam hell (in den späteren Jahren benutzten wir den Nachtzug ab Köln) und das war interessant, raus in den Gang (so vorhanden, es fuhren keineswegs die modernsten Wagen in den Interzonenzügen) und gucken.
In Gotha, unvergessen der Blick auf das qualmende und dampfende BW in der Morgensonne, war dann umsteigen angesagt, nach geraumer Zeit wurde der Zug nach Leinefelde bereitgestellt, öfters mit 38er und Doppelstockwagen. Noch zwei endlos lange Stunden bis man die Großeltern nach 1 Jahr endlich wiedersah.....

Gruß

Norbert, von 1963? bis 1972 jedes Jahr einmal Gerstungen in jeder Richtung...

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Rolf
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Gruselig...

Ungelesener Beitragvon Rolf » Montag 12. März 2007, 16:35

Diese Grenzanlagen waren immer gruselig.
Inzwischen hat das ja zum Glück alles seinen Schrecken verloren.

Für nicht Ortskundige habe ich Auszüge aus Google-Maps erstellt.
Das erste Bild zeigt den alten Lokschuppen mit Drehscheibe und Wasserturm, das zweite Bild die ehemalige Grenzabfertigung. Der im Text beschriebene extra breite Bahnsteig und auch der Steg ist gut zu erkennen

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Die Areale befinden sich schätzungsweise 800 Meter voneinander entfernt.

Ansonsten finde ich solche Industrie-Brachen immer absolut faszinierend. Der Wiederspruch von stehengebliebener Zeit und sichtbarer Vergänglichkeit hat was! Die Architektur der alten Bahn-Bauten ist einfach nur schön. Backstein-Fassaden mit gemauerten Rundbögen, die Form der Dächer, die alten Tore, der Wasserturm...
Das alles stammt ja aus einer Zeit, als die Dampflokomotiven nur eine begrenzte Reichweite hatten. An jedem größeren Bahnhof war mindestens Wasserfassen angesagt oder die Maschinen wurden gewechselt.
Wenn man bedenkt, dass in Eisenach und in Bebra bereits die nächsten Stationen waren, wo ein ähnlicher Aufwand betrieben werden musste...
Das ist so heute kaum mehr vorstellbar!

Die Anlagen des ehemaligen Bahnbetriebswerkes liegen sicher schon länger brach.
Hier gibt es eine Fotoseite (Bilder leider ohne Datum), die noch nicht soviel Gestrüpp zeigt.
Der Lokschuppen war bereits teilweise eingestürzt.

Wann das Bw Gerstungen stillgelegt wurde, habe ich jetzt auf die Schnelle nicht eindeutig herausfinden können. Ich vermute aber stark, dass es nicht nur mit dem eisenbahntechnischen Strukturwandel zu tun hat, sondern vor allem mit der Grenzziehung. In diesem Zusammenhang wurde die Strecke Gerstungen – Wartha am 23. Mai 1952 stillgelegt.

Der Interzonenverkehr wurde in der Relation Erfurt – Bebra mit Lokomotiven der DDR-Reichsbahn betrieben. Lokwechsel war in Bebra. Die Notwendigkeit für Lok-Behandlungsanlagen in Gerstungen dürfte spätestens zu dieser Zeit entfallen sein.

Mich würden sehr die alten Geschichten der Eisenbahner interessieren. Die Züge über die Grenze hinweg durften sicher nur von besonders "zuverlässigen" Personalen geführt werden. Trotzdem wird wohl gelegentlich eine Maschine ohne Personal in Bebra geblieben sein...
Auch die Frotzeleien zwischen den Eisenbahnern aus Ost und West kann ich mir lebhaft als rau und herzlich vorstellen.

Übrigens hat es nach 1990 Bemühungen gegeben, in den alten Bw-Anlagen von Gerstungen ein Eisenbahn-Museum einzurichten. Das Projekt ist fehlgeschlagen.
Zuletzt geändert von Rolf am Donnerstag 15. März 2007, 18:39, insgesamt 1-mal geändert.

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Ungelesener Beitragvon Tobias Yello' Thunder » Montag 12. März 2007, 18:43

Hach ja. Mir läufts bei solchen Bildern immer kalt den Rücken runter. Wohliges Gruseln triffts aber nicht ganz. Ein Glück, daß der Scheixxx nicht mehr in Betrieb ist!!!
Schade nur, daß es nicht museal erhalten wird. Sonst haben unsere Nachfahren irgendwann vergessen, wie's war, und der ganze Spaß geht von vorne los.
Was untergegangene Bahnhofsarchitektur angeht, kann ich auch noch so einige Bilder bieten, leider sind die hier total OT...
Übrigens:
Rolf hat geschrieben:Dampflokomotiven nur eine begrenzte Reichweite

DAS würde ich nicht so unkommentiert stehen lassen. Die Kohle reichte eigentlich schon für längere Strecken, nur "wässern" mußte man halt regelmäßig, obwohl's da auch sehr interessante Lösungen gab. Die Briten, die Amis und die Franzosen machten das z. B. mit Trögen zwischen den Schienen, in die ein Schöpfer eintauchte. Pfiffige Idee, hat sich in Germanien nur deswegen nicht durchgesetzt, weil hier die Abstände zwischen den Halten nicht so groß waren, wie etwa im dünner besiedelten Frankreich, oder gar in USA, und man hier halt schnell mal am Bahnsteig den Rüssel über den Tender hängen konnte, wenn die Fuhre ohnehin grad rumstand. Am cleversten haben's die Südafrikaner gemacht, die haben das Wasser gleich recyclet. Kondenstender.
Aber ich bin schon wieder total OT. Das BW an jedem größeren Ort lag auch daran, daß es halt an jedem größeren ort auch einen Bahnknotenpunkt gab, wo eine oder gar mehrere Strecken abzweigten, die von der Bahn sogar regelmäßig bedient wurden. Meist sogar im Güterverkehr, man stelle sich das mal vor!
Auch das ist heute ja nicht mehr der Fall. Wenn ich bedenke, was in den letzten 15 Jahren hier alles an Bahnstrecken platt gemacht wurde, krieg ich's große Grybeln.

Tobias
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Ungelesener Beitragvon Rolf » Montag 12. März 2007, 20:17

Hi Tobias,

Du hast natürlich Recht.
Es hat übrigens auch in Deutschland Kondenstender-Lokomotiven gegeben. Die waren hauptsächlich für die weiten Ost-Strecken vorgesehen. Die Bahn hatte durchaus auch strategische und kriegswichtige Bedeutung.
Nach 1945 waren die meisten der übriggebliebenen Maschinen dieser Art so runtergekommen, dass die Kondenseinrichtungen entfernt und die Lokomotiven mit normalen Tendern ausgerüstet wurden.
Bei der DB wurden die Kriegslokomotiven vergleichsweise frühzeitig ausgemustert. Die DR hingehen hat die Maschinen der Beireihe 52 einem Rekonstruktionsprogramm unterzogen. So liefen noch einige Maschinen aus einer eigentlich unseligen Epoche bis fast zum Dampf-Ende...
In Deutschland in ein Exemplar eines Kondenstenders erhalten geblieben. Soweit ich informiert bin, befindet dieser sich in schlechtem Zustand im DDM in Neuenmarkt-Wirsberg. (bei Hof)

Zurück nach Thüringen:
Hier war die fahrplanmäßige Relation, die mit Dampfbespannung gefahren wurde eben doch überschaubar. Wenn eine 01er mit Interzonenzug über den Thüringer Wald gekachelt ist, dann werden die Brennstoff-Vorräte (egal ob Kohle oder Öl) wohl erschöpft gewesen sein. Bei einer Kohle-Lok fällt spätestens dann dem Heizer ein Arm ab!
Im Flachland gab es durchaus weitere Durchläufe.

Heute bleiben die elektrischen Lokomotiven oft über die Gesamtstrecke des Zuglaufes am Haken. Das Personal wechselt, die Maschine rollt weiter...
Auch betrieblich "schwierige" Strecken, die früher mit Vorspann- oder Schiebelok gefahren werden mussten, spielen heute keine Rolle mehr.

Ich wollte das Thema aber eisenbahnmäßig nicht soweit vertiefen. Ich hatte daher schon versucht, die Dinge allgemeinverständlich zu halten und kein fachchinesisch zu verzapfen. 8)

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Ungelesener Beitragvon Rolf » Montag 19. März 2007, 18:25

Zugegeben, ziemlich außerhalb der Thematik...

Weil aber verbürgt ist, dass hier ja mehrere Foren-Mitglieder leicht vom Dampf-Virus infiziert sind, stelle ich mal was zum lesen ein:

http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... sg-3281385
und
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... sg-3172480

Der Verfasser ist jeweils Reinhard Gumbert, also der gleiche Autor wie der Ursprungsbeitrag.

Ich wünsche allen Lesern bei dieser Lektüre ebenso viel Spaß, wie ich hatte! :razz:

Norbert

Gerstungen als es noch in Betrieb war 1 Bild (m.Beinahe-L.)

Ungelesener Beitragvon Norbert » Dienstag 5. Februar 2008, 21:08

Hallo,
in dem unten falsch verlinktem (ich bin nur Gast, ich darf nicht verlinken) Beitrag gibt es auf Bild 15 den Bahnhof Gerstungen in den 80er Jahren zu sehen, auf Bild 17 einen Wachturm an der Grenze.
Also ich hätte mich das nicht getraut ! ;-)
Weiter vorne im Beitrag gibt es auch einen 311er im Hintergrund zu sehen!
http://drehscheibe-online.ist-im-web.de ... sg-3653880

mfg

Norbert

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Ungelesener Beitragvon Friedolin » Dienstag 5. Februar 2008, 21:53

Einfach ge-ni-al !!! Ach Mann, ich bin einfach zu spät geboren... :oops:
Gruß,
Friedolin
Zitat des Prüfingenieurs: Ah, Wartburg! Die Perle der Landstraße!

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Hallo

Ungelesener Beitragvon Kaulis-Wartburg-Kilometer » Dienstag 5. Februar 2008, 23:36

Hallo Norbert

Danke für dein Link ich habe mich gfreut endlich mahl wieder schöne alte bahnen zu sehen.

Schöne grüße euer Kauli 8)
Ich fahre Wartburg in Düsseldorf aus Leidenschaft

Schade

Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Schade » Sonntag 8. November 2009, 19:29

Es ist schade das man ein Stück Geschichte so verkommen lässt ich habe schon mal die Idee gehabt aus einem der Lokschuppen ein Location für Party und Konzerte zu erwerben und es als Verein zu Betreiben aber bisher ist es nur eine Idee und wird es wohl bleiben obwohl die Lokschuppen schön Groß sind und mit viel Arbeit und ein paar Sponsoren man herrichten könnte (ok so zerfallen wie es ist wird es teuer aber trotzdem nicht unmöglich).

Gast

Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Gast » Dienstag 10. November 2009, 19:01

Wäre ja schön wenn man die Bilder sehen könnte... du blutiger Amateur

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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Oliver R. » Dienstag 10. November 2009, 19:07

Wäre schön wenn man deinen Namen sehen könnte Gast. Mehr sag ich nicht. Den Rest kann sich jeder denken und wurde schon öfters hier im Forum diskutiert. :x {aergerlich}
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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon ossiholgi » Dienstag 10. November 2009, 20:16

Gast hat geschrieben:Wäre ja schön wenn man die Bilder sehen könnte... du blutiger Amateur



Wäre ja schön, wenn man neben RICHTIGER Zeichensetzung den Namen des Schreibergenies und auch einen normalen Umgangston hören dürfte. Wahrscheinlich verlangen wir hier aber zu viel.
Bitte weiterhin in Meckerforen und auf Pöbelseiten Einträge machen; hier bitte Schnxxxx halten, wegtreten und nicht wiederkommen!

In diesem Sinne

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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Dienstag 10. November 2009, 20:34

...mal zurück zum Thema....ich finde die Bilder toll! {top}

Schade ist, daß die Deutsche Bahn Milliarden Euro in diverse Prestigeprojekte wie ICE-Strecken und Berliner Hautbahnhöfe steckt während gleichzeitig viele erhaltenswerte alte Gebäude und Anlagen dem Verfall preisgegeben werden.
Wenn man einmal eine längere Strecke mit der Bahn fährt und bewußt aus dem Fenster schaut, wird man viele Beispiele finden. Mir fällt da spontan der hiesige Bahnhof (Schleusingen, zu DDR-Zeiten dank der Grenze ein Knotenpunkt) oder auch Großkorbetha ein.
Wenn man solche Gelände nicht mehr benötigt und nicht verkaufen möchte oder kann, sollte man sie doch zumindest in einem einigermaßen ansehnlichen Zustand erhalten. Oder (auch wenn´s weh tut): Abreißen und renaturieren.
Zuletzt geändert von Dreielferschrauber am Montag 28. Dezember 2009, 11:03, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon kolpak » Mittwoch 11. November 2009, 15:05

Na ja, GELD ist da das Problem.
Wer soll sowas kaufen?
Warum sollte die Bahn es erhalten, wenn sie keinen Nutzen davon hat?
Renaturieren - im Grunde würde ich dem Zustimmen, aber auch das kostet mehr Geld als ein oder zwei Schilder mit der Aufschrift "Eltern haften für ihre Kinder".

Also Bahnhöfe der Gründerzeit und auch der 20er Jahre sind hier alle bewohnt, sofern die Gleise tot sind. An Hauptstrecken steht ungenutztes nicht mehr wirklich, das liegt wohl aber auch daran, dass der Schienenverkehr auf den Dörfern schon früh eingestellt wurde (im Westen). Statt dessen fuhren Busse, oder jeder mit dem PKW.

Was wir in Lüneburg an alten Schuppen haben, wird z.B. von Schrotthändlern genutzt oder ist Lagerfläche für Speditionen - schaut aber schon recht rumpelig aus.
Das aber nur am Rande.
Wie gesagt, die Frage ist doch wer soll es bezahlen und warum.
Ein ähnliches Problem ergibt sich z.B. mit den Kirchgebäuden in Mecklenburg und Vorpommern. Da können sich im Schnitt etwa 3 ev. Einwohner eine Kirche teilen. Wovon soll der Erhalt der Gebäude dann bezahlt werden. Im grunde kann man einen großteil der Gebäude nur in Würde verfallen lassen, denn Käufer finden sich da sicher auch nicht.

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Re:

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Dienstag 17. November 2009, 19:13

Bei der DB wurden die Kriegslokomotiven vergleichsweise frühzeitig ausgemustert. Die DR hingehen hat die Maschinen der Beireihe 52 einem Rekonstruktionsprogramm unterzogen.

Die Maschine kann nichts dafür. Und auch VW war mehr oder weniger eine "Nazierfindung". Unselig waren nur die Leute dahinter.

Übrigens:
Das alte BW Eiseanch beheimatet zwei fahrfertige Dampfloks, eine BR-52 und eine BR-41.

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Re:

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Dienstag 17. November 2009, 19:17

Zurück nach Thüringen:
Hier war die fahrplanmäßige Relation, die mit Dampfbespannung gefahren wurde eben doch überschaubar. Wenn eine 01er mit Interzonenzug über den Thüringer Wald gekachelt ist, dann werden die Brennstoff-Vorräte (egal ob Kohle oder Öl) wohl erschöpft gewesen sein. Bei einer Kohle-Lok fällt spätestens dann dem Heizer ein Arm ab!
Im Flachland gab es durchaus weitere Durchläufe.


Naja, zwischen Gerstungen und Eiseanch war es sehr steil, aber der rest der Hauptstrecke war doch recht eben. Ich meine auch, das die Interzonenzüge, als eigentlich die Transitzüge in Eisenach durchfuhren. Nur die durchgehenden D-Züge hielten.

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Re:

Ungelesener Beitragvon 353-Heinz » Dienstag 17. November 2009, 19:19

Auch betrieblich "schwierige" Strecken, die früher mit Vorspann- oder Schiebelok gefahren werden mussten, spielen heute keine Rolle mehr.


Hier meine ich aber, das das eher daran liegt, das der Güterverkehr auf der Schiene eher bedeutungslos ist und Nebenstrecken, wie auch Eisenach - Bad Salzungen nur im Ausnahmefall von den Mähdorn-Railways bedient werden.

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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Dreielferschrauber » Montag 28. Dezember 2009, 10:59

Heute in der "Thüringer Allgemeinen" gelesen:

Die Modelleisenbahnfreunde Bremen haben den Grenzbahnhof Gerstungen in 1:87 nachgebaut.
Seht mal HIER.

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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Schröni » Samstag 17. Dezember 2011, 18:02

Diese Woche in der TA gelesen, dass das gesamte Gelände zum nächsten Jahr beräumt wird, um Platz für einen Solarpark zu schaffen.
Der historische Wasserturm und der Lokschuppen (+Drehscheibe) soll auch abgerissen werden.

Wer also sich das alles noch einmal anschauen will, sollte sich beeilen....
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Re: Niedergang in Gerstungen

Ungelesener Beitragvon Thilo.K » Samstag 17. Dezember 2011, 19:32

Bilder gibts wohl keine mehr... {geschwärzt}
"...Alles so mini hier...Ich bin Autoschlosser und kein Uhrmacher..."


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